Der markante Temperaturrückgang Anfang Juli hält sich voraussichtlich nicht allzu lange und bereits zum 4. Juli simulieren die Wettermodelle mit Werten zwischen +20 bis +25 Grad und örtlich bis +28 Grad eine Normalisierung der Temperaturen. Nichtsdestotrotz, der Wettercharakter Anfang Juli ist kühl, wechselhaft und in Teilen auch windig und hat mit dem Sommer relativ wenig gemeinsam.

Hitzewelle wenig wahrscheinlich

Die Großwetterlage wird von beiden Wettermodellen mit einem Tief über Skandinavien, einer Tiefdruckrinne von Neufundland über Island und England bis über den skandinavischen Raum berechnet. Gleichzeitig aber gelingt es dem Azorenhoch eine labile Hochdruckbrücke von den Azoren bis nach Deutschland aufzubauen. Die Wetterlage ist mit einem westlichen Strömungsmuster recht einfach zu bestimmen. Was die ganze Entwicklung aber Komplex macht, ist, dass sich Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten der Tiefdruckrinne und dem Hochdruckkeil befindet. Wenige hundert Kilometer Verschiebung der Systeme zueinander können zwischen Sommerwetter und grauem Frühlingswetter entscheidend sein.
Beispielweise berechnete gestern das amerikanische Wettermodell eine rasche Rückkehr des Sommers im ersten Julidrittel, was Erwartungsgemäß bereits wieder verworfen wurde, da die Kontrollläufe diese Variante nicht unterstützen.

Erstes Julidrittel zu warm oder zu kalt?

Ohne Frage, der Juli startet zu kalt und hat nachfolgend Aussichten auf normale Temperaturwerte. Auch die Kontrollläufe stützen diese Variante, wobei der Norden näher an der Tiefdruckrinne liegt und mit einer westlichen Grundströmung häufiger in den "Genuss" frischer Atlantikluft kommen kann, als dass im Süden der Fall sin kann. So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe mit seinem Mittelwert zum heutigen Stand im Zeitraum vom 6. bis 10. Juli über dem Norden mit +18 bis +20 Grad etwa um 1 bis 3 Grad unter dem Normwert und über dem Süden mit +20 bis +22 Grad um den Normalwert herum. Da die ersten Julitage aber deutlich zu kühl ausfallen werden und nachfolgend eine Hitzewelle wenig Wahrscheinlichkeiten aufweist, sind die Chancen hoch, als das die erste Juli Hälfte gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kalt ausfallen kann.

Diagramm Temperaturen im Juli 2017 vom 29.06.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Juli 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Sommer 2017

Wie eingangs bereits erwähnt, hängt vieles in der kommenden Wetterentwicklung davon ab, wie sich die Wettersysteme zueinander positionieren werden. Insofern können sich die Werte der Kontrollläufe in den kommenden Stunden noch mehrmals in die eine oder andere Richtung verändern. Schaut man auf die Differenz der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe, so liegt diese zwischen +1 bis +15 Grad und weist eine Differenz von 14 Grad aus. Zum Vergleich: für eine Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2 bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von 2 bis 6 Grad wünschenswert. Das zeigt, dass da noch Entwicklungsspielraum vorhanden ist.

Die Halbzeit des meteorologischen Sommers von Juni bis August steht mit dem 15. Juli bevor und bisweilen ist der Sommer 2017 als durchwachsen zu bezeichnen. Eine stabile und sommerliche Wetterlage hat sich bislang nicht durchsetzen können und wird voraussichtlich auch bis Mitte Juli noch auf sich warten lassen. Das Langfristmodell berechnet den Juli und August weiterhin mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal, wobei der Juli mit einer Abweichung von -1 Grad einen leicht zu kühlen und der August mit einer Abweichung von +1 Grad einen leicht zu warmen Trend aufweist.
Im Niederschlagsverhalten werden beide Sommermonate gegenüber ihren Sollwerten normal berechnet, wobei sich im August 2017 ein leicht positiver Trend zeigt (etwas zu nass). Zusammen mit dem deutlich zu warmen Juni ergibt sich zum heutigen Stand eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen normalen und durchwachsenen Sommer, dessen Temperaturtrend leicht zu warm ist.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 29.06.2017

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