Der Sommer startet mit sommerlichen Temperaturen von +23 bis +28 Grad etwas verfrüht und kann sich bereits Ende Mai schon behaupten. Mit einem Hochdrucksystem direkt über und Ende Mai östlich von Deutschland gelingt der sommerliche Warmlufttransport aus südlichen Richtungen über die Alpen. Da aber alles relativ schnell von statten geht, ist auch ein Tiefdrucksystem mit im Spiel und sorgt Ende Mai und Anfang Juni für die Advehierung feuchter Luftmassen, was die Neigung zu teils kräftigen Schauern und Gewittern durchaus ansteigen lassen kann, so dass unter bestimmten Voraussetzungen auch das Wetter an Pfingsten davon betroffen sein könnte.

Update Wetter an Pfingsten

In den letzten Simulationen des amerikanischen Wettermodells verlagert sich das Hochdrucksystem über Pfingsten weiter nach Osten, gleichzeitig aber möchte sich die atlantische Frontalzone weiter in Richtung Mitteleuropa positionieren. Das Ganze findet in einem relativ gradientenschwachen Umfeld statt, so dass keine großartige Wetteraktivität - bspw. in Form einer strammen Westwetterlage - zu erwarten ist, im Gegenzug ist aber auch kein stabiles Sommerhoch möglich. So können die feucht warmen Luftmassen für Turbulenzen sorgen, welche sich in Form von kräftigen Schauern und Gewittern bemerkbar machen können. Im Grunde aber sind zwei Varianten in der Wetterentwicklung für das Pfingstwetter zum heutigen Stand auszumachen. Das Hoch setzt sich mit sommerlich warmen Temperaturen durch, so dass gelegentlich Schauer und Gewitter möglich sind. In der zweiten Variante gewinnt die Frontalzone mehr an Einfluss und kann mit unwetterartigen Starkregenereignissen das Wetter über Pfingsten beeinflussen. Entsprechend breit ist das Temperaturspektrum mit +14 bis +20 Grad bei Starkregen und sommerliche +22 bis +28 Grad bei einer Hochdruckdominanz. Der Wettertrend ist aber im Verlauf klar zu erkennen. Die Sommerwärme von Ende Mai wird sich nach den Kontrollläufen bis Pfingsten nicht halten können und die Temperaturen pendeln sich auf ein Jahreszeit typisches Niveau ein und liegen noch knapp über dem langjährigen Mittelwert. Die Niederschlagsneigung nimmt leicht zu und zeigt über die Pfingstfeiertage durchaus größere "Ausschläge", was Starkregenereignisse nicht unwahrscheinlich macht.

Der Sommer 2017 startet verhalten

Ein stabiles Sommerhoch ist Anfang Juni weniger wahrscheinlich und das erste Juni Drittel könnte größtenteils von Schauern und Gewittern durchzogen sein. Das ist aber nicht damit gleichzusetzen, als dass die Temperaturen nicht auch sommerliche Werte erreichen können. Statistisch gesehen ist also ein völlig normales Wetter Anfang Juni möglich, denn nicht selten sorgt die noch instabile Großwetterlage für Turbulenzen und kann sogar für Kaltlufteinbrüche sorgen, welche man auch als Wettersingularität der Schafskälte bezeichnet und im Zeitraum vom 4. bis 20. Juni auftreten kann (häufiger zum Ende des ersten Juni Drittels). Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten für einen Kaltlufteinbruch im ersten Sommermonat zum heutigen Stand? Die heute simulierten Wetterturbulenzen zu Pfingsten sind nicht ohne und sollte sich westlich von Europa ein Hochdrucksystem durchsetzen, oder das Azorenhoch sich auf dem Atlantik aufwölben können, so wäre mit einem Schwall kalter Luftmassen eine Sommerpause durchaus möglich. Die Kontrollläufe weisen ein breites Entwicklungsspektrum der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe aus. So liegt die Differenz der Höhentemperaturen Ende des ersten Juni Drittels bei rund 16 Grad (-2 bis +14 Grad), was ein breites Entwicklungsspektrum beim Wetter in Aussicht stellt. Zum Vergleich: für eine Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2 bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von 2 bis 6 Grad wünschenswert.

Wettertrend Sommer 2017 - Langfristmodell mit weiteren Korrekturen

Das Langfristmodell nimmt weitere Korrekturen in seiner Wetterprognose für den Sommer 2017 vor und berechnet den Temperaturverlauf im Juni zunehmend wärmer. So liegt die Abweichung im Juni 2017 mit -0,5 bis +1 Grad nun überwiegend im leicht zu warmen Bereich, gefolgt vom Juli, welcher eine ähnliche Abweichung in der heutigen Simulation vorweisen kann. Lediglich der August 2017 zeigt sich mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich und hat in der Tendenz die Neigung auch leicht zu kühl auszufallen. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich nach den Berechnungen des Langfristmodells ein zu trockener Juni und Juli und ein etwas zu nasser August. Nimmt man alle Sommermonate zusammen und ermittelt den Durchschnitt, so ist ein leicht zu warmer Sommer 2017 möglich, welcher in Teilen auch durchwachsen ausfallen kann.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 24. Mai 2017

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