In den kommenden Tagen bleiben die Temperaturen definitiv im zu kalten Bereich. So liegen die Tageshöchstwerte teils unterhalb der +5 Grad Marke, was die Schneefallgrenze bis auf 500 Meter und in den Nächsten auch darunter absinken lassen kann. Das erinnert dann mehr an den Spätherbst als an den Frühling. Verantwortlich für das kalte und auch unbeständige Wetter ist ein Hochdrucksystem bei England, welches im Verlauf der Woche einen Hochdruckkeil in Richtung Skandinavien aufbauen und im Verbund mit tiefem Luftdruck östlich davon kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden führen kann. Ab Donnerstag aber kippt das Hochdrucksystem nach Süden weg und es wird am Freitag und Samstag wohl kurzzeitig etwas wärmer werden können. Von frühlingshaft milden Temperaturen kann aber noch nicht gesprochen werden.

Es kann sogar noch kälter werden. Dem Hochdrucksystem gefällt seine Position bei England und nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells kann es sich im Zeitraum vom 21. bis 26. April noch etwas weiter nach Westen zwischen Grönland, Island und England ausdehnen. Das ist für alle die sich eine stabile und frühlingshaft warme Wetterlage wünschen das sog. "Worst Case Szenario". Warum? Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone gelingt es über Umwegen sich bis nach Skandinavien durchzusetzen und sich dort mit einem recht kräftigen Tiefdrucksystem zum 22. April zu positionieren. Bedingt durch die westliche Verlagerung des Hochdrucksystems meridionalisiert das Zirkulationsmuster und Deutschland, die Schweiz und auch Österreich gelangen mehr und mehr in eine nördliche Grundströmung, was die Temperaturen erneut empfindlich kalt ausfallen lassen kann. Berechnet werden bspw. für den 26. April Tageshöchstwerte von +4/+8 Grad. Anders formuliert: es bleibt nach Ostern überwiegend kalt, auch wenn es kurz vor dem Wochenende nochmals etwas wärmer werden könnte.

Das wird noch nichts mit dem Frühling

Wie wahrscheinlich ist dieser Kaltlufteinbruch? Zwischenzeitlich sehr wahrscheinlich. Denn beide Wettermodelle berechnen die Wetterentwicklung in ihren Grundstrukturen recht ähnlich. Nach dem europäischen Wettermodell wäre statt einer Nordwetterlage auch eine unbeständige und mäßig kalte Nordwestwetterlage möglich. Das ändert aber nichts daran, dass das letzte April-Drittel wohl mit höherer Wahrscheinlichkeit zu kalt ausfallen wird. Die Kontrollläufe lassen zudem nur noch wenig Spielraum offen für wärmere Varianten und gegenüber gestern haben kältere Varianten wieder etwas zulegen können. Der zu Grunde liegende Trend ist aber ebenfalls erkennbar - eine langsam aber stetig ansteigende Temperaturtendenz, was sich im nachfolgenden Diagramm besser veranschaulichen lässt:
Diagramm Temperaturen im letzten April Drittel vom 16. April 2017

Ob es dann Anfang Mai - passend zum verlängerten Wochenende am 1. Mai - spürbar wärmer werden kann? Die Wahrscheinlichkeiten für Temperaturen von +15 Grad und mehr liegen zum heutigen Stand nach den Kontrollläufen bei rund 40 Prozent und für Temperaturen jenseits der +20 Grad Marke liegen die Wahrscheinlichkeiten bei 25 Prozent. Das bestätigt zumindest im Ansatz den langsam wärmer werdenden Temperaturtrend.

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