Viele E-Mails haben und kurz nach der Veröffentlichung der Wetterprognose zum Osterwetter erreicht: Wird es wirklich so kalt? Das Wetter ist steten Veränderungen unterworfen, so dass es sich bei den kalten Aussichten um einen Trend handelt, welcher sich von Tag zu Tag bestätigt und somit zunehmend wahrscheinlicher wird. Auch heute Nachmittag berechnete das amerikanische Wettermodell erneut einen Trogansatz Mitteleuropa, welcher für kalte Temperaturen - vor und auch über Ostern - verantwortlich sein könnte.

Rein statistisch betrachtet ist so ein Kaltlufteinbruch im April nichts außergewöhnliches, da aber Ostern in 2017 relativ spät stattfindet, ist der Zeitraum zwischen dem 16./17. April doch etwas ungewöhnlich. Normalerweise sind die Kaltluftausbrüche im Zeitraum vom 6./13. April wahrscheinlicher. Aber der April macht eben was er will und zum aktuellen Stand ist eine kalte Witterungsperiode vom 12./17. April eine sehr wahrscheinliche Variante, bei der auch Schnee- und Graupelschauer nicht ausgeschlossen werden können. Umso überraschender ist es, dass einige Boulevard-Magazine für Ostern 25 Grad und mehr ausrufen - demgegenüber sollte man hinsichtlich der zu kalten Simulationen der Wettermodelle noch skeptisch sein.

Das der mögliche Kaltlufteinbruch im zweiten April-Drittel von längerer Dauer sein könnte, betätigt sich auch im Langfristmodell, welches den April mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad seit Tagen nach "unten" korrigiert. Zuvor lag die Abweichung mit +1/+2 Grad meist im deutlich zu warmen Bereich und auch im Niederschlagsverhalten zeigt sich eine Korrektur von deutlich zu trocken hin zu normal. Man könnte also zum heutigen Stand davon ausgehen, dass das zweite April-Drittel nicht nur zu nass, sondern auch zu kalt ausfallen kann. Bestätigt wird das von den Kontrollläufen, welche heute Nachmittag den Trend zu kälteren Varianten noch verschärft und die Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 11./22. April in den leichten bis mäßigen Bereich anhebt.

Sollte nun eine längere andauernde Kaltperiode im April eintreten, so steigen für den Mai die Chancen auf stabileres Hochdruckwetter an. Auch hier zeigt das Langfristmodell Reaktionen. War der Mai bislang im Trend normal und zu nass simuliert worden, zeigt sich in der heutigen Wetterprognose des Langfristmodells mit einer Abweichung der Temperaturen von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich und in der Niederschlagsberechnung eine leicht zu nasse Tendenz.

Und das Wetter im Sommer 2017? Der Trend setzt sich auch hier fort. So wird der Juni unbeständig und mit einer Abweichung der Temperaturen von -0,5/+1 Grad normal bis leicht zu warm berechnet. Der Juli verändert sich mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad gegenüber den letzten Wochen kaum und der August 2017 kann mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad ebenfalls leicht zu warm ausfallen. Unterm Strich bleibt es dabei: der zu warme März könnte maßgeblich dafür verantwortlich sein, dass der gesamte Frühling 2017 deutlich zu warm und der Sommer mit einer Temperaturbilanz von +0,5/+1 Grad leicht zu warm, aber wechselhaft und unbeständig ausfallen kann. Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 6. April 2017

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