Der Wettercharakter wird mit dem heutigen Samstag langsam unbeständiger, von lang anhaltenden Regenwetter ist das Wetter aber weit entfernt. Vielmehr ist ein Wechselspiel aus Sonne und Wolken mit gelegentlichen Niederschlägen zu erwarten, welche ihren Schwerpunkt etwa südlich der Linie Stuttgart - Berlin haben können. Zum Mittwoch und Donnerstag erreichen weitere Tiefdruckausläufer Deutschland und sorgen für einen leicht unbeständigen Wettercharakter. Mit einer auf nordwestliche Richtungen drehenden Grundströmung können sogar kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden, was die Tageshöchstwerte am Donnerstag auf +6/+12 Grad zurückgehen lassen kann.

Schnee- und Graupelschauer: es könnte spürbar kühler werden

Die Simulationen der Wettermodelle der letzten Tage für eine kühlere Temperaturperiode zeigen nun auch Auswirkungen auf die Wettervorhersage. Wie wird das Wetter nun aber zu den Osterferien - gibt es da schon einheitlichere Berechnungen der Wettermodelle? Die gibt es, wenngleich im Detail noch unterschiedlich! Worin sich die Wettermodelle weitgehend einig sind ist in der Position eines Tiefdrucksystem über der Barentssee. Dieses Tiefdrucksystem verhindert mehr oder minder die Ausdehnung eines Hochdrucksystems über England nach Osten.

Das europäische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem zum 9./10. April in einer ausdehnenden Achse zwischen England und Grönland und geht zum 10. April in ein Hoch über Grönland über, dessen Hochdruckachse sich bis über Spanien ausdehnen kann. Nachfolgenden Tiefdrucksystemen vom Atlantik wird somit der Weg in Richtung Mitteleuropa blockiert. Gleichzeitig aber fehlt über der Mittelmeerregion der hohe Luftdruck, was im Verbund mit dem Tief über Skandinavien / Barentssee das Zirkulationsmuster meridionalisieren lassen kann (Nord-Süd, Süd-Nord). Deutschland, Österreich und auch die Schweiz könnten in eine nördlich orientierte Grundströmung gelangen, welche kalte Luftmassen arktischen Ursprungs heranführen kann. Schnee- und Graupelschauer werden zum Beginn der Osterferien immer mehr zum Thema.

Das amerikanische Wettermodell zeigt sich da etwas gemäßigter. Das Hochdrucksystem bleibt mit seinem Kern im Zeitraum vom 6./11. April über England und kann sich Phasenweise nach Norden ausdehnen. Das gelingt aber letztendlich nicht, so dass das Hochdruckgebiet mit seiner von Nordwest nach Südost verlaufenden Achse die kalten Luftmassen knapp an Deutschland vorbei über das östliche Europa ablenken kann.

Kalte Varianten werden nicht bestätigt

Im Kern geht es aber um die Frage: wie wahrscheinlich sind denn die kalten Varianten - sind wirklich Schnee- und Graupelschauer zu erwarten? Was sich wie ein Aprilscherz anhört ist keiner (wirklich nicht - so was machen wir nicht :-)) und ist im April auch nichts außergewöhnliches. Ob es aber tatsächlich kühler werden kann, hängt von der kniffligen Frage ab, wie und wo sich das Hochdrucksystem letztlich positionieren wird. Ein Indiz darauf, dass es nicht kalt werden wird, liefern die Kontrollläufe von heute, welche zwar im Zeitraum vom 5./7. April einen deutlichen Temperaturrückgang berechnen, darüber hinaus aber Werte simulieren, welche im Mittelwert um 3 bis 5 Grad gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert zu warm ausfallen können. So liegt das Temperaturspektrum am 10. April zwischen +4/+23 Grad (was für eine Temperaturspanne) bei einem Mittelwert von +12/+16 Grad von Nord nach Süd ansteigend. Die niedrigeren Werte über dem Norden zeigen aber auch, dass ein Kaltluftvorstoß noch nicht vom Tisch ist - nur eben zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich.

Frühling und Sommer - beide zu warm?

Diagramm für Temperatur- und Niederschlagsentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 1. April 2017


Nein, es ist kein Geheimnis mehr: der März 2017 ist viel zu warm ausgefallen. Und nach der aktuellen Wettervorhersage des Langfristmodells wird es der April dem März wohl gleich machen und mit einer Abweichung von +1/+2 Grad gegenüber dem vieljährigen Mittelwert ebenfalls zu warm ausfallen. Im Mai könnte zum heutigen Stand dann das sog. Ausgleichsverhalten "zuschlagen" und die Temperaturen mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad normalisieren, was von vielen Menschen subjektiv als zu kühl bewertet werden könnte. Das ändert aber nichts an dem Trend, als dass der Frühling 2017 insgesamt zu warm ausfallen kann.

Für den Sommer berechnet das Langfristmodell heute kaum Abweichungen gegenüber den letzten Tagen. Der Juni und August haben eine positive Abweichung von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich vorzuweisen und der Juli könnte mit +0,5/+2 Grad auch deutlich zu warm ausfallen. In der Niederschlagserwartung simuliert das Langfristmodell eine normale bis zu trockene Tendenz im April und von Mai bis August kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert mit dem Trend leicht zu nass auszufallen.

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