Die atlantische Frontalzone ist aktiv und bleibt das wohl auch bis zum 4. März. Das Strömungsmuster kann sich bei einem unbeständigen Wettercharakter langsam von westliche auf südwestliche Richtungen drehen und bis zum 4. März mildere Luftmassen nach Deutschland heran führen. Blickt man auf die Niederschlagsprognose bis einschließlich dem 4. März so sind über Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Niederschlagssummen zwischen 8-20 l/m² und in den restlichen Bundesländern von 20-40 l/m² zu erwarten, örtlich sind auch bis 60 l/m² möglich. So kann in den kommenden Tagen bis zum 4. März einiges an Niederschlag aufgeholt werden. Die Frage aber ist: wie lange bleibt der Wettercharakter so wechselhaft und folgt nun nach dem zu trockenen Winter das Ausgleichsverhalten?

Hoher Luftdruck über dem östlichen Europa, hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute im Zeitraum vom 4./13. März eine intakte Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik, welche in regelmäßigen Abständen Tiefdrucksysteme in Richtung Mitteleuropa entsenden kann. Gleichzeitig baut sich über dem östlichen Europa, bzw. westlichen Russland hoher Luftdruck auf und wirkt wie eine "blockierende Wand" gegenüber den Tiefdrucksystemen. Unklar ist nun, wie sich diese Wettersysteme zueinander verhalten werden. Liegt die Hochdruckblockade weiter westlich, so ist mit ruhigem Hochdruckwetter bei durchaus milden Temperaturen zu rechnen. Liegt das Hochdrucksystem östlicher, so ist der Einfluss der atlantischen Frontalzone größer und mit einer erhöhten Niederschlagsneigung bei mäßig milden Temperaturen kann gerechnet werden. Die "ungünstigste" Variante wäre die weder noch Variante, bei der Deutschland, die Schweiz und auch Österreich zwischen den Fronten liegen können. Bei dieser Variante wäre im Westen mehr an Niederschlag als über dem Osten zu erwarten und da die Grundströmung aus südlichen Richtungen kommen kann, können die Temperaturen entsprechend warm ausfallen - Werte von +15/+20 Grad wären in diesem Fall vom 6./13. März nicht unmöglich.

Wettermodelle noch uneinheitlich

Aktuell berechnet das amerikanische Wettermodell einen höheren Einfluss der atlantischen Frontalzone auf unser Wetter, so dass im Zeitraum vom 4./13. März mit einen eher unbeständigen Wettercharakter gerechnet werden kann. Da Deutschland aber zumeist auf der Vorderseite der Tiefdrucksystemen liegt, kann die Grundströmung aus südwestlichen Richtungen relativ warme Luftmassen über die Alpen führen. Simuliert werden bspw. für den 10. März Tageshöchstwerte zwischen +7/+12 Grad, örtlich bis +14 Grad.

Eine Abwandlung der Hochdruckposition zeigt das europäische Wettermodell, bei der sich über dem skandinavischen Raum ein Hochdrucksystem ausbilden könnte. Ob das aber lange Bestand haben wird, bleibt zum heutigen Stand noch zu bezweifeln. Sonst auch hier eine höher Wahrscheinlichkeit für eine unbeständige Wetterlage bis zum 7./8. März.

Kontrollläufe mit höherer Wahrscheinlichkeit für Ausgleichsverhalten

Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich eine hohe Niederschlagserwartung vom 27. Februar bis 2. März, welche darüber hinaus sich abschwächen, aber leicht bis mäßig hoch bleiben kann. Mit anderen Worten zeigt sich zwar im Ansatz durchaus Möglichkeiten einer neuerlichen Hochdruckausbildung über Skandinavien, bzw. dem östlichen Europa (Erhaltungsneigung), viel Wahrscheinlicher ist aber zum aktuellen Stand eine unbeständige Wetterperiode mit einem höheren Einfluss der Frontalzone (Ausgleichsverhalten). Das Temperaturspektrum der Kontrollläufe liegt am 6. März zwischen +1/+17 Grad (Mittelwert: +6/+9 Grad) und am 12. März zwischen -1/+16 Grad (Mittelwert: +6/+8 Grad). Anders formuliert bestätigt sich heute erneut mit höherer Wahrscheinlichkeit die Übergangsphase beim Wetter vom Winter in den Frühling, wobei man mit den Frühlingsgefühlen angesichts der Mittelwert noch sparsam umgehen sollte.

Wetterprognose des Langfristmodells für den Frühling und Sommer

Das Langfristmodell korrigiert sich leicht gegenüber den letzten Tagen. So liegt die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im März bei +1/+2 Grad im zu warmen und im April und Mai mit jeweils -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden Bereich. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich ein zu trockener März, ein normaler April und ein zu nasser Mai. In Summe fällt der Frühling nach den heutigen Berechnungen des Langfristmodells mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad normal bis leicht zu warm aus und im Niederschlagsverhalten zeigen sich im Durchschnitt keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert.

Für das Wetter im Sommer 2017 berechnet das Langfristmodell im Juni, Juli und August eine Temperaturabweichung von -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich, wenngleich der Juni überwiegend normal und der Juli und August im Trend leicht zu warm ausfallen könnte. In Summe bestätigt sich zum heutigen Stand aber eine weitgehend normale Temperaturentwicklung im Sommer. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich eine schwache Tendenz für einen jeweils leicht zu nassen Juni und Juli und einen normalen August. Im Durchschnitt aller Sommermonate zeigen sich keine Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert. Sollte der Sommer aber tatsächlich "normal" ausfallen, so dürfte dieser im subjektiven Empfinden vieler Menschen wohl zu kalt ausfallen. Warum? Die Sommer der letzten 20 Jahre waren durchweg zu warm, teils deutlich zu warm - da kann ein "normaler" Sommer schon mal als zu kalt empfunden werden.

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