In den Simulationen der Wettermodelle der letzten Tage war unklar, in welche Richtung sich das Wetter Anfang August entwickeln kann. Kommt es zu einem höheren Einfluss einer westlichen bis südwestlichen Strömung, oder gelingt es dem Hochdruckkeil sich über Mitteleuropa zu festigen? Die Unterschiede werden heute nochmals deutlicher hervorgehoben.

Das amerikanische Wettermodell berechnet relativ kühles bis mäßig warme Temperaturwerte bei einem leicht unbeständigen Wetter Anfang August, während das europäische Wettermodell in seiner Simulation über Deutschland, Österreich und der Schweiz hohen Luftdruck errechnet, so dass es Anfang August weiterhin sommerlich warm und zunehmend trockener werden kann (s. Wetter August 2016).

So erreicht die Unsicherheit in der weiteren Wetterentwicklung langsam die sog. Mittelfristprognose. Blickt man auf die Kontrollläufe, so stellt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Abkühlung Anfang August heraus. Mit anderen Worten wäre zum heutigen Stand die Simulation des amerikanischen Wettermodells wahrscheinlicher.

Wie geht es weiter? Das hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Hochdrucksystem Ende Juli / Anfang August verhalten wird. Wird es nach Süden abgedrängt, so hat die atlantische Frontalzone über Skandinavien einen größeren Spielraum das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu beeinflussen. Hält sich hingegen der Hochdruckkeil, so wäre die Ausbildung eines autarken Hochdrucksystems im Bereich zwischen der Mittelmeerregion, Deutschland und Skandinavien nicht auszuschließen. Ein "Kompromiss" aus beiden Varianten ist die Südwestwetterlage, bei der es über dem Norden und Nordwesten etwas mehr Niederschlag und kühlere Temperaturen als über dem Südosten geben kann.

Betrachtet man die Kontrollläufe, so ist im Zeitraum vom 4./8. August ein leicht positiver Temperaturtrend auszumachen. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 4. August zwischen +20 Grad über dem Norden, sonst zwischen +23/+24 Grad und am 8. August zwischen +22/+23 Grad.

Blickt man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+19) / normal (+20/+25) / zu warm (>+25), so liegen diese am 4. August bei 35/30/5 und am 9. August bei 45/15/40. Interessant dabei ist, dass die aktuellen Berechnungen der Wettermodelle im Zeitraum 4./9. August kaum "normale" Wetterverhältnisse zulassen und zu Extremen neigen. "Hop oder Top" würde manch einer dazu sagen wollen und dies macht noch einmal deutlich, wie der restliche Verlauf des Sommers von der Hochdruckentwicklung beeinflusst werden könnte.

Das Langfristmodell simuliert in seiner heutigen Wetterprognose August 2016 keine Veränderungen. So werden gegenüber dem langjährigen Mittelwert normale Temperaturwerte erwartet, welche über dem Süden auch leicht zu warm ausfallen können. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich über dem Süden ein leichtes Defizit, während über dem Norden die Wahrscheinlichkeit um den Sollwert herum schwanken kann.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!