Ende Mai / Anfang Juni zeigt sich ein Wettercharakter, welcher häufig zu Schauern und Gewittern führen kann - örtlich auch mit Unwetterpotential. Die Temperaturen belieben dabei vielfach im warmen Bereich, können jedoch mit entsprechender Niederschlagsdauer auch in den mäßig milden Bereich absinken (s. Wetter Juni).

Der Grund für die hohe Schauer-und Gewitterneigung ist ein Tiefdrucksystem, welches sich von England über Deutschland bis über das östliche Europa verlagert und sich Anfang Juni - mit Hilfe von hohem Luftdruck über dem skandinavischen Raum - mit seinem Kerngebiet wieder in Richtung England verlagern kann. So verbleibt Deutschland weitgehend im Einflussbereich feucht-warmer Luftmassen, was zu dieser erhöhten Schauer- und Gewitterneigung führen kann.

Im Zeitraum vom 4./8. Juni setzt sich in den Simulationen der Wettermodelle zunehmend eine Variante der letzten Tage durch, bei der das Hochdrucksystem über Skandinavien mit dem Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion eine Hochdruckbrücke über Deutschland aufbauen kann. Zeitgleich festigt sich im Bereich zwischen Grönland und den Azoren ein kräftiges Tiefdrucksystem, so dass im Verbund beider Systeme warme, aber durchaus auch feuchte Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland geführt werden können.

Sollte sich die Wetterentwicklung tatsächlich so durchsetzen können wie simuliert, so könnte die Wetterlage weitgehend das erste Juni-Drittel beeinflussen.

Die Kontrollläufe stützen die berechnete Variante mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 7. Juni zwischen +17/+28 Grad (Mittelwert: +23 Grad) und am 13. Juni zwischen +14/+29 Grad (Mittelwert: +23 Grad über dem Süden und Osten und +20/+21 Grad über dem Norden und Westen).

Deutlicher zeigt sich die Jahreszeit-typische bis sommerliche Temperaturentwicklung im ersten Juni Drittel anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+17) / normal (+18/+24) / zu warm (>+24), welche am 8. Juni bei 10/50/40 liegen können. Am 13. Juni zeigt sich mit 35/30/35 eine breite Streuung der möglichen Entwicklungsvarianten. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn statistisch betrachtet kommt es im zweiten Juni-Drittel häufiger zur Wettersingularität der sog. Schafskälte. Tendenzen zu einer kühleren Temperaturentwicklung Ende des ersten / Anfang des zweiten Juni-Drittel sind nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle nicht auszuschließen.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose Sommer für den Juni und Juli eine negative Niederschlagserwartung (zu trocken), welche im August wieder ihren Sollwert erreichen kann. In der Temperaturentwicklung zeigt sich im Juni, Juli und August eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich mit der Tendenz im Juni und Juli über dem Süden auch leicht zu warm auszufallen. Anders formuliert geht das Langfristmodell von einem normalen Verlauf des Sommers in Deutschland aus. Was ist normal? Die Sommer sind in Deutschland nur mäßig warm und die Tageswerte liegen häufig zwischen +22/+27 Grad und seltener über der +30 Grad Marke.

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