Vorderseitenwetter sorgt am Wochenende in weiten Teilen von Deutschland für früh sommerliche, teils aber auch schon sommerliche Temperaturen jenseits der +25 Grad Marke. Nach einer Vorderseite folgt die Übergangsphase und im Anschluss das Rückseitenwetter. Voraussichtlich am Montag kommt es mit teils kräftigen Schauern und Gewittern zu einer Übergangsphase, welche örtlich auch Unwetterpotential erreichen kann, bevor am Dienstag das kühlere Rückseitenwetter nachfolgen könnte. Wie weit die kühle Luft nach Osten voran kommen kann, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten, denn auch eine Luftmassengrenze quer über Deutschland wäre nicht auszuschließen (s. Wetter Mai).

Allerdings fehlt nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle dem Rückseitenwetter die nötige Dynamik um auch von längerer Dauer sein zu können. So kann es nach den Simulationen des amerikanischen und auch europäischen Wettermodells zum kommenden Mittwoch wieder wärmer werden. Der Wind kommt dabei aus südlichen Richtungen und treibt feucht-warme Luftmassen nach Österreich, der Schweiz und Deutschland, so dass tagsüber mit einer erhöhten Schauer- und Gewitterneigung zu rechnen ist. Wie warm kann es aber werden? Berechnet werden bis zum Donnerstag Temperaturen, welche zwischen +18/+23 Grad im durchaus Jahreszeit-typischen Bereich liegen können.

Im Zeitraum zwischen dem 25./31. Mai simuliert das amerikanische Wettermodell den Aufbau von hohem Luftdruck im Bereich zwischen der Mittelmeerregion und Skandinavien, während zeitgleich auf dem Atlantik zwischen Island, England und den Azoren ein Tiefdrucksystem nach Süden hin "abtropft". In Folge daraus entsteht ein meridionales Strömungsmuster, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz auf der warmen Trogvorderseite liegen und die Temperaturen in den Bereich zwischen +23/+28 Grad ansteigen können. Der "Nachteil" einer Trogvorderseite ist der, dass die Luftmassen aus südlichen Richtungen auch feucht sein können und mit einer regen Schauer- und Gewitterneigung zu rechnen ist (vornehmlich über den südlichen Landesteilen). Ein weiterer "Nachteil" ist, dass durch die Ostwärtsbewegung der Wettersysteme nach ein paar Tagen die Trogvorderseite aufgelöst wird. Zum heutigen Stand ist das nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells im Zeitraum zwischen dem 29. Mai / 3. Juni der Fall. Das Hochdrucksystem etabliert sich über dem skandinavischen Raum in einer von Ost nach West verlaufenden Hochdruckachse, was die atlantische Frontalzone auf eine südlichere Bahn lenkt und somit das Hochdrucksystem "unterwandern" kann. Der Wettercharakter würde demnach wieder wechselhafter bei noch weitgehend milden bis warmen Temperaturen werden.

Das europäische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 28./30.Mai noch eine weitere Wetterentwicklung, bei der der hohe Luftdruck über dem skandinavischen Raum vollständig abgebaut werden und sich die atlantische Frontalzone dort positionieren kann. In Folge dieser Variante könnte es neben einem unbeständigen Wettercharakter auch wieder spürbar kühler werden.

Die Kontrollläufe stützen eine warme Temperaturvariante bis Ende Mai / Anfang Juni mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 27. Mai zwischen +16/+29 Grad (Mittelwert: +20 Grad über dem Norden, sonst +22/+24 Grad) und am 4. Juni zwischen +12/+27 Grad (Mittelwert: +20/+21 Grad). Die Frage die sich daraus stellt: wie wahrscheinlich ist eine kühlere Temperaturphase Anfang Juni? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+16) / normal (+17/+23) / zu warm (>+23), liegen am 4. Juni bei 25/45/30 und weisen eine höhere Wahrscheinlichkeit für normale bis zu warme Temperaturverhältnisse gegenüber dem langjährigen Mittelwert aus. Allerdings ist eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent für eine kühlere Variante nicht außer Acht zu lassen und zeigt, dass Ende Mai / Anfang Juni noch Spielraum für weitere Wetterentwicklung gegeben ist.

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