Der Vorweihnachtszeitraum gestaltet sich nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle bis zum 20. Dezember als aktiv-dynamisch und ist durch eine Westwindzirkulation geprägt. Hört sich zunächst nüchtern an, im Detail bedeutet das aber insbesondere für Meteorologen eine spannende Zeit, da sich binnen Stunden die Wetterverhältnisse ändern können - das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf mögliche Randtiefentwicklungen, die neben den hoch wahrscheinlichen Sturmereignissen auch Extremwindereignisse zur Folge haben können (bspw. 16./18. Dezember), da wird die rege Niederschlagsaktivität eher zur Nebenerscheinung deklariert. Zusammenfassend bedeutet diese Entwicklung jedoch, dass winterliche Verhältnisse unterhalb 700-1.000 Meter bis zum 20. Dezember weniger wahrscheinlich sind. Zwar kann es hier und da ein paar Schneeflocken geben, mit einem Wintereinbruch ist das aber nicht wirklich gleichzusetzen. Im Zeitraum zwischen dem 20./24. Dezember verlagert sich die Zirkulationsstruktur nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Wettermodells wieder etwas und nimmt entlang der Polarfront eine Wellenform an, bei der Mitteleuropa im "Wellental" liegen kann. Somit erhöht sich demnach die Wahrscheinlichkeit für sog. Nordwest bis Nordlagen (Trog Mitteleuropa) passend zur Weihnachtszeit. Sollte das Simulierte 1:1 so eintreten, wäre Schneefall bis in tiefere Lagen an Weihnachten nicht auszuschließen. Das ist aber nur eine mögliche Variante. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Mitteleuropa auf der positiven Wellenseite liegt und somit eine äußerst warme relativ trockene Südwest- bis Südwetterlage sich einstellen kann, während in einer dritten Variante die nasskalte, windige und wechselhafte Westwindzirkulation aufrecht erhalten werden kann. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nach den Verhältnissen von zu kalten/normalen/zu warmen Witterungsbedingungen zum Stichtag 24. Dezember ein ausgeglichenes Verhältnis zueinander besteht und bestätigt im Grunde eine klare Tendenz: alles ist mit einem Verhältnis von 30/35/35 zu Weihnachten zum heutigen Stand noch möglich. Wie liegt das Temperaturspektrum am 24. Dezember? Das liegt zwischen -5/+9 Grad bei einem Mittelwert von +2/+4 Grad, im Norden bis +5 Grad. Wie steht es um das Warming in Stratosphärenhöhe? Das wird nach dem amerikanischen Wettermodell beginnend ab dem 17. Dezember weiterhin gut strukturiert simuliert und erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt als Minor-Warming zum 24./25. Dezember (Temperaturanstieg in Stratosphärenhöhe binnen 7 Tage von -56 Grad auf -16/-20 Grad um 40/36 Grad). Sollte dieses Minor-Warming tatsächlich auch Auswirkungen auf die darunter liegenden Luftschichten haben, so wird das wohl erst die Zeit nach Weihnachten betreffen. Der Polarwirbel selbst zeigt nach anfänglicher Stabilisierung keinen tatsächlichen Drang zu einer äußerst aktiven Phase, stattdessen neigt er im Trend durchaus zu einer labilen Anfälligkeit für Trogausbrüche (verstärkte Wellenbewegung entlang der Polarfront). Entsprechend ist der sog. AO-Index leicht positiv bis neutral simuliert. Der NAO-Index bleibt aufgrund der aktuellen Westwindzirkulation bis zum 20. Dezember deutlich positiv geprägt. Zusammenfassend muss die aktive Sturmphase im zweiten Dezember-Drittel abgewartet werden um die daraus entstehende Fortentwicklung des Zirkulationsmusters in der Vorweihnachtszeit bewerten zu können. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 20:50 Uhr.
Update:
Kaum Veränderungen in den Simulationen der Wettermodelle - Grundmuster bleibt im Zeitraum zwischen dem 10./23. Dezember westlich orientiert, wobei kurze kühlere Phasen nicht auszuschließen sind, bei der die Schneefallgrenze kurzweilig auf bis mittlere Lagen absinken kann - am wahrscheinlichsten ist das noch im Zeitraum 14. Dezember, 17./18. und 20. Dezember zu erwarten. In raschen Abständen nähern sich Tiefdruckausläufer Europa, so dass mit einer weiterhin regen Niederschlagsaktivität bei frischen bis starken Wind aus westlichen Richtungen zu rechnen ist, welcher am 11./13. Dezember, 16./23. Dezember auch stürmisch auffrischen und unter ungünstigen Bedingungen auch zu Extremwindereignissen aufgewertet werden kann (Randtiefentwicklungen). Und weiße Weihnachten? Das amerikanische Wettermodell bleibt bei einer relativ günstigen Simulation, so dass mit strammen Wind aus nordwestlichen bis nördlichen Richtungen entsprechend kühle Luftmassen nach Deutschland geführt werden könnten, so dass die Schneefallgrenze durchaus auf mittlere bis teils tiefere Lagen absinken kann. Ansonsten bleiben die Varianten in den Kontrollläufen zu Weihnachten vielfältig, überwiegend jedoch weiterhin westlich orientiert (mild/nasskalt). Die Verhältnisse von zu kalt/normal/zu warm zum Stichtag 24. Dezember gegenüber heute Nachmittag: 20/30/50 (30/35/35).

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