Klimaforscher Klaus Grosfeld vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) sagte jüngst, dass das Meereis der Arktis im September 2016 so weit zurückgegangen sei, wie noch nie zuvor. So wurde der Rückgang bis in die Zentralarktis rund um den Nordpol festgestellt.

Insgesamt wurde ein Rückgang des Meereises so weit nördlich in den Sommermonaten noch nie festgestellt und zeigt "wie angegriffen das System" ist. Nach den aktuellen Auswertungen des AWI und der Uni Hamburg ging die Meereisfläche auf 4,1 Mio. Quadratkilometer zurück. Möchte man das in Vergleich setzten, so ist das die zweitkleinste Eisfläche nach der Rekordschmelze von 2012, bei der ein Rückgang auf 3,4 Mio. Quadratkilometer registrierte. Prof. Christian Haas vom Alfred-Wegener-Institut bekräftigt zudem, dass sich der "Trend fortsetzt" und die Nordwest und Nordostpassage für Schiffe gleichzeitig befahrbar seien. Beide Schiffspassage waren erstmals (!) im Jahre 2008 befahrbar.

Der Rückgang des Meereises gilt als ein Indikator für die Klimaerwärmung. Betrug die durchschnittliche Meereisfläche im Minimum der Sommermonate der 1970er und 1980er Jahre doch noch rund 7 Mio. Quadratkilometer und zeigt, wie schnell der Rückzug von statten geht. "Der Rückzug des arktischen Meereises ist ein deutlicher Hinweis, dass die globale Erwärmung ungebremst fortschreitet", sagt Lars Kaleschke vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg. Normalerweise hat das "erstjährige Eis" eine Dicke von rund zwei Meter, nachdem um mehr als +6 Grad wärmeren Temperaturen im Winter 2015/16 betrug die Dicke lediglich einen Meter.

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