Nachdem die Monate von Januar bis einschließlich September und auch noch der Dezember gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm waren, so verwundert es nicht, dass das Jahr 2016 mit einen Temperaturüberschuss von +1,4 Grad deutlich zu warm war. So betrug die durchschnittliche Temperatur +9,6 Grad und lag selbst gegenüber der Referenzperiode von 1981-2010 mit einer Abweichung von +0,7 Grad noch darüber, verfehlte aber den Sprung in die Top-Ten der wärmsten Jahre seit 1881. Das Jahr 2016 war nicht so warm wie 2014 (+10,3 Grad) und 2015 (+9,9 Grad) und das war im wesentlichen einem leicht zu kalten Oktober und normalen Temperaturverlauf im November zu verdanken.

Auffällig warm und trocken waren der Januar und Februar 2016, bevor zum März und April hin die Niederschlagsneigung wieder zunehmen konnte. Kalt wurde es noch einmal im letzten April-Drittel und brachte teils bis in tiefere Lagen noch einmal Schneefall. Bemerkenswert waren die unwetterartigen Niederschläge Ende Mai und Anfang Juni 2016, welche mancherorts in Deutschland zu katastrophalen Überflutungen führten. Interessant: trotz den trockenen Januar und Februar wurde in den ersten 6 Monaten des Jahres 2016 mehr an Niederschlag registriert als im gesamten Jahr 2015. Somit war der Frühling 2016 aus subjektiver Betrachtung heraus verregnet und kühl. Erst im Verlauf des Juni veränderte sich die Großwetterlage und die folgenden Monate konnten ihr Niederschlagssoll nicht mehr erreichen. Zudem wurden ab Juli mehrere Hitzewellen registriert, welche bis September anhielten. So konnte der September 2016 zum drittwärmsten Septembermonat seit Beginn der Aufzeichnungen von 1881 "gekürt" werden. Der Oktober und auch der November fielen dann - wie eingangs erläutert - normal bis leicht zu kühl aus. Der letzte Monat des Jahres 2016 - der Dezember - fiel ebenso zu warm aus, war aber deutlich kälter als der Dezember aus dem Jahr 2015. Hinsichtlich des Schnees spielte das aber keine Rolle, denn dieser war bis auf 2.000 Meter weitgehend Mangelware und Weihnachten war bis in höhere Lagen hinaus grün, bzw. braun.

Wo war es 2016 am wärmsten? Die höchste Temperatur wurde am 27. August in Saarbrücken-Burbach mit 37,9 Grad gemessen. Und wo war es am kältesten? Die tiefste Temperatur wurde über Oberstdorf am 18. Januar mit -23,5 Grad registriert.

Im Niederschlagsverhalten zeigte sich das Jahr 2016 etwas zu trocken und ist damit das sechste Jahr in Folge, welches sein Niederschlagssoll nicht erreichen konnte. So wurde mit 736 l/m² der Sollwert von 789 l/m² um 7 Prozent verfehlt. Nicht viel, aber in Anbetracht der großen Regenmengen aus dem Frühjahr dann doch beachtlich. Der meiste Niederschlag wurde Ende Mai bis Mitte Juni in einer Reihe von schweren Gewittern mit entsprechenden Unwetterpotential erreicht. Die größte Regenmenge an einem Tag wurde am 23. Juni mit 150,7 l/m² (!!) in Groß Berßen gemessen. Am meisten geregnet hat es hingegen über dem Nordschwarzwald, wo über das Jahr hinweg 2.000 l/m² an Niederschlag registriert wurden. Weniger Niederschlag gab es hingegen mit 360 l/m² über dem nördlichen und östlichen Harzvorland. Die höchste Schneedecke wurde mit 63 cm am 18. Januar in Reit im Winkl gemessen.

Weniger Niederschlag deutet auf eine Hochdruckdominanz hin, welche sich auch in der Sonnenscheindauer niederschlägt. So wurde der Sollwert von 1.544 Sonnenstunden mit 1.585 Stunden aber nur leicht überschritten. Den meisten Sonnenschein gab es - wie so oft - mit 2.000 Stunden über der Insel Rügen, während über dem Sauerland (ebenso oft) nur 1.360 Stunden die Sonne vom Himmel schien. Den gesamten Rückblick auf das Wetterjahr 2016 können Sie auf den Seiten des DWD nachlesen.

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Die Ausdehnung der arktischen Meereisfläche bleibt auf einem historischen Tiefstand. Nachdem bereits im November die Ausdehnung des arktischen Eisfeldes schon so gering wie noch nie war, so zeigte sich auch im Dezember 2016 eine deutlich geringere Meereisausdehnung (s. Grafik). Damit fehlt dem Eisschild der benötigte Puffer um den wärmeren Temperaturen im Sommer standhalten zu können, so dass ein weiterer Rückgang zu befürchten ist. Forscher gehen zudem davon aus, dass die Arktis zukünftig in den Sommermonaten auch komplett eisfrei sein könnte.

Aktuell liegt die Temperatur über der nordpolaren Region etwa um +10 Grad über dem sonst üblichen Wert. Wie kommt das Zustande? Ist der Polarwirbel intakt, so ist auch der Polarjet gut ausgebildet und hält dabei die eisigen Luftmassen über der Arktis zusammen. Das wiederum stärkt das Eisschild und das Wiederholungsmuster sorgt für ein stabiles System - zudem hat ein intaktes Eisfeld eine höhere Abstrahlung als eine Meeresfläche, das verstärkt wiederum die Kaltluftproduktion und trägt somit zu einem stabilen Polarwirbel bei. Die Winter über Mitteleuropa werden bei einem intakten Eisfeld häufiger durch den sog. Westdrift dominiert (gemäßigt kalt), während die Sommer nur gemäßigt warm sein können.

Ein instabiler Polarwirbel erlaubt es, dass Aufgrund der Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront wärmere Luftmassen in die polare Region gelangen können. Wenn sich nun das arktische Eis weniger stark ausbildet, so kann die Luft nicht entsprechend auskühlen und es kommt zu einer Aneinanderreihung von Umständen, welche den Prozess eines instabilen Polarwirbels verstärken können (Polarwirbelsplit bis hin zum kompletten Zusammenbruch des Polarwirbels). Durch den instabilen Zustand kann sowohl der Warmlufttransport in Richtung Nordpol, als auch den Kaltlufttransport in Richtung Süden (Trog - Rossby Welle) aufrecht erhalten werden. Befürchtet wird nun ein weniger stabiles System, welches für extremere Temperaturschwankungen verantwortlich sein kann. Denn je nachdem wo der Trog niedergeht sind kältere, als auch wärmere Temperaturphasen zu erwarten, seltener "normale" Zustände.
Der Oktober 2016 war in Deutschland - gemessen am langjährigen Mittelwert - mit einer Abweichung von -0,4 Grad leicht zu kühl. Global betrachtet ergab sich aber ein ganz anderes Bild. Die globale Durchschnittstemperatur der Land- und Meeresflächen lag im Oktober bei 9,3 Grad und war damit um +0,73 Grad wärmer als der langjährige Klimamittelwert. Somit rangiert der Oktober 2016 an 16. Stelle der bislang zu warmen Oktober und ist zeitgleich der "kälteste" seit 2002 und liegt an 122. Stelle der kältesten Oktobermonate.

Nimmt man Meeres- und Landtemperaturen zusammen, so ergibt sich daraus der dritt-wärmste Oktober seit 137 Jahren (Quelle: . So verwundert es nicht, dass die globale Ausdehnung der Meereisflächen noch nie so gering wie aktuell waren. Anstatt diese anwachsen, gehen diese sogar noch zurück (s. Meereisausdehnung der Arktis auf Tiefstand | Globales Meereis schrumpft dramatisch).

Betrachtet man die Temperaturanomalie von Januar bis heute, so liegt die Abweichung der Landtemperaturen bei +2,66 Grad und zusammen mit den Meerestemperaturen bei +1,75 Grad. Beide Werte sind aber eindeutig: das Jahr 2016 war global betrachtet bisher das wärmste Jahr seit 137 Jahren und dem Beginn der Aufzeichnungen. Weitere Informationen können Sie auf den Seiten der NOAA nachlesen.
Ein Randfaktor für den möglichen Verlauf des Winters ist die Meereisausdehnung der arktischen See. Betrachtet man die aktuelle Ausdehnung im Jahr 2016, so liegt diese gegenüber dem Mittelwert von 1981-2010 deutlich unter dem Durchschnittswert. Sie liegt sogar unterhalb des Spektrums entlang des Durchschnittswert und auch unterhalb der schwachen Ausdehnungsjahre von 2007, 2012 und 2015. Mit andren Worten ist die Meereisausdehnung so gering/schwach wie seit langem nicht mehr und erreicht sogar einen historischen Tiefstand. Normalerweise beträgt Mitte November die Meereisausdehnung etwa 11 Millionen Quadratkilometern - aktuell liegt diese bei 8,74 Mio. Quadratkilometer.

Woran liegt das? Der Polarwirbel gilt seit Wochen als "gestört". Verläuft also in seinem Drift nicht von West nach Ost, sondern weist entlang seiner Polarfront Wellenbewegungen auf, was einen stabilen Polarwirbel derzeit nicht möglich macht.

Was hat das für Folgen? Ein intaktes Eisfeld hat - vereinfacht ausgedrückt - einen stärkeren, bzw. stabileren Polarwirbel zur Folge. Daraus lässt sich aber nicht gleichbedeutend ein zu kalter Winter über Deutschland ableiten, denn ein intakter Polarwirbel bedeutet, dass der Jetstream entlang der Polarfront entsprechend stark ausgeprägt ist und über Mitteleuropa von West nach Ost verläuft und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für Westwetterlagen bedeutet (starke nordatlantische Oszillation). Nun sorgt die geringere Ausdehnung des Meereises aber möglicherweise noch für eine Verstärkung des Effektes des gestörten Polarwirbels, was wiederum Trogwetterlagen oder zumindest meridionale Großwetterlagen (Nord-Süd, Süd-Nord) wahrscheinlicher macht und somit als unterstützender Faktor für einen normalen bis zu kalten Verlauf des Winters in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewertet werden kann.
Wir sind in den letzten Tagen des Öfteren gefragt worden, wann und ob man Winterreifen montieren soll. Diese Entscheidung können wir Ihnen leider nicht abnehmen, durchaus aber ein paar Informationen liefern. So gibt es eine Regen, dass im Zeitraum von O(ktober) bis O(stern) Winterreifen montiert sein sollten. Das können wir nur unterstreichen, da gesetzlich auch eine Winterreifenpflicht gilt und man im Schadensfall generell besser unterwegs ist, wenn man Winterreifen montiert hat.

Überholt ist aber zwischenzeitlich die These, dass Sommerreifen bei Temperaturen unter +7 Grad den Bremsweg verlängern. Eher das Gegenteil ist der Fall. So können Sommerreifen bei nassen oder trockenen Fahrbahnen auch noch bei Temperaturen von knapp über +0 Grad eine bessere Bremswirkung erzielen, als Winterreifen. Allerdings gilt das nicht mehr, sobald Schnee, Eis oder überfrierende Nässe vorherrscht, dann ist der Bremsweg von Winterreifen deutlich kürzer. Zudem kann es gut sein, dass die Temperaturanzeige im Auto +4 Grad anzeigt, auf der Straße selbst aber bodennahe Kaltluft für Überfrierungen sorgen kann - im Schadensfall dann viel Spaß mit der Versicherung, falls Sie mit Sommerreifen unterwegs waren.

Es empfiehlt sich also allgemein ein frühzeitiger Wechsel, denn nicht selten sind die Werkstätten mit einem nahenden Wintereinbruch dann überlastet, was viele bei Schnee und Eis mit Sommerreifen auf die Straßen zwingt und zu den bekannten Unfällen und Staus auf den Straßen führen kann. Insofern können wir den Ratschlag, den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen Mitte Oktober, nur unterstreichen.