Wetter News - Wetterprognose und Wettervorhersage
Analyse des Polarwirbels - Anhaltende Schwäche als mögliche Grundlage für den Winter
Das wetteraktive Grönlandhoch löst sich zwar im Wochenverlauf auf, doch reicht der Impuls gerade noch so, um die kalten Luftmassen von Skandinavien aus bis an die Alpen rauschen zu lassen. Die Folge ist, dass die kommende Woche deutlich kühler wird und neben einer nasskalten Witterung macht sich ab den mittleren Lagen mit Schneefall der Winter bemerkbar. Ob es sich dabei nur um ein frühwinterliches Geplänkel handelt oder ob es sich bis Dezember um einen strukturellen Umbau der Großwetterlage in Richtung Winter handelt, hängt maßgeblich mit der Schwäche des Polarwirbels zusammen, dessen Zustand heute einmal im Fokus der Analyse stehen soll.
Immer wieder Sonntags - unser neues Format, das tiefer in die Meteorologie eintaucht und Zusammenhänge der kommenden Wetterentwicklung besser erklärt. Das ist nun die dritte Ausgabe und wir hätten nicht gedacht, dass dieses Format so eine unglaubliche Resonanz auslöst. Allein die letzte Ausgabe brachte so viele tolle Rückmeldungen, welche wir aus zeitlichen Gründen leider nicht alle beantworten können. Deshalb unser großer Dank an dieser Stelle!
Blockade auf dem Atlantik, ungewöhnlich warmes Herbstwetter über Deutschland
Das wetteraktive Hoch über Grönland triggert die Grundströmung. Zum einen wird die atlantische Frontalzone blockiert und eine Westwetterlage ist im Verlauf der kommenden Woche ein Ding der Unmöglichkeit. Die Zirkulation ist vollständig gestört und es stellt sich ein meridionaler Verlauf der Grundströmung ein (Nord-Süd; Süd-Nord). Da sich über Skandinavien kalte Luft angesammelt hat (Kiruna: Tag -13 Grad; Nacht -16 Grad), drängt diese mit der meridionalen Grundströmung nach Süden und hat bereits den Norden erreicht, der mit +5 bis +10 Grad bereits deutlich kühler ist als der Süden mit +10 bis +15 Grad.
Zum Start in die neue Woche trogt das Kaltluftsystem über Skandinavien bis an die Alpen aus und intensiviert sich im Wochenverlauf, was die Schneefallgrenze bis auf die mittleren Lagen absinken lässt. Aber auch über tieferen Lagen lässt sich der eine oder andere Schnee- oder Graupelschauer - dank der Höhenkälte - nicht ausschließen. Oberhalb von 600 bis 900 Meter können mancherorts winterliche Wetterbedingungen erwartet werden. Doch bitte nicht falsch verstehen - es handelt sich um eine nasskalte Wetterentwicklung mit einem frühwinterlichen Geplänkel. Ein Durchbruch des Winters ist das in der Fläche nicht - nur über dem Alpenvorland und den Alpen kann es richtig winterlich werden.















