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Systemischer Fehler der Modelle - Der Golfstrom schwächt sich stärker ab als gedacht
Eine neue Studie hat die bisherigen Klimamodelle zur AMOC unter die Lupe genommen - und einen systematischen Fehler gefunden. Das Ergebnis: Die atlantische Umwälzzirkulation verliert bis zum Ende des Jahrhunderts rund 51 Prozent ihrer Kraft. Bisher ging der Durchschnitt aller Modelle von 32 Prozent aus. Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist eine vollständig andere Ausgangslage für alles, was danach folgt.
Veröffentlicht wurde die Studie Anfang April 2026 im Fachjournal Science Advances, unter der Leitung von Dr. Valentin Portmann vom Inria-Forschungszentrum Bordeaux. Was sie von früheren Arbeiten unterscheidet: Sie hat nicht einfach neue Szenarien durchgerechnet, sondern untersucht, welche der bereits vorhandenen Klimamodelle überhaupt verlässlich sind - und warum.
Kollaps des Golfstroms - Warum lagen die Modelle falsch?
Das Kernproblem der AMOC-Forschung war bisher eine enorme Bandbreite. Je nach Modell wurde bis 2100 eine Abschwächung von wenigen Prozent bis hin zu über 70 Prozent berechnet. Eine Spanne, mit der sich schlecht planen lässt. Portmanns Team hat nun einen zentralen Fehler identifiziert, der viele dieser Modelle unbrauchbar macht: den Salzgehalt an der Meeresoberfläche im Südatlantik.
Die meisten CMIP6-Klimamodelle bilden diesen Salzgehalt zu niedrig ab - sie rechnen das Wasser dort zu süß. Das klingt nach einem Randdetail. Es ist aber keines. Denn der Salzgehalt im Südatlantik bestimmt, wie viel Antrieb die Strömung bekommt. Je salzreicher das Wasser dort, desto mehr Impuls erhält die Zirkulation. Unterschätzen die Modelle den Salzgehalt, unterschätzen sie automatisch auch den künftigen Abschwung.















