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Wetter News - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetteranalyse: Polarwirbel kollabiert - wie ein Major-Warming das Wetter auf den Kopf stellen kann

| M. Hoffmann

Schneefall zieht aktuell von Süden auf und wird in den kommenden 36 Stunden vielerorts für winterliche Wetter- und Straßenverhältnisse sorgen können. Im weiteren Verlauf der Woche stellt sich über Deutschland eine Grenzwetterlage ein, bei der sich der Winter über einigen Landesteilen weiter festigen und intensivieren kann. Und während der Winter noch überlegt, wie weit er über Deutschland nach Süden vordringen will, werden mit einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung die ganz großen Stellschrauben gedreht, welche den bisherigen Verlauf des Winters auf den Kopf stellen können. In unserer Wetteranalyse gehen wir der Frage nach, wie wahrscheinlich eine hochwinterliche Wetterlage im Februar ist und welche Rolle das Major-Warming dabei spielt.

Die winterlichen Spielregeln können mit einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung geändert werden
Die winterlichen Spielregeln können mit einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung geändert werden

Eine spannende Wetterentwicklung steht in den kommenden 36 Stunden bevor. Ein kleinräumiges Tiefdrucksystem dreht sich über Deutschland ein und verlagert seinen Kern von Sonntagmittag bis Montagabend von Bayern nach Mecklenburg-Vorpommern (nein, kein Vb-Tief). Durch den eng begrenzten Radius können sich in den Details noch Veränderungen ergeben - insbesondere entlang der westlich gelegenen Grenzregionen, wo neben Schneefall auch Schneeregen, Eisregen und gefrierender Regen eine Rolle spielen kann (Warnlagenbericht || Schneeprognose). Voraussichtlich aber entspannt sich mit ansteigenden Temperaturen die Lage am Montag südlich der Linie von Frankfurt a. M. und Nürnberg, während weiter nach Norden die Temperaturen mit -2 bis +1 Grad um den Gefrierpunkt schwanken.

Aufbau einer Grenzwetterlage - Schnee über dem Nordosten, Tauwetter über dem Westen

Die atlantische Frontalzone schiebt sich unter einem Blockadehoch über den nördlichen Breiten nach Osten, wird jedoch vom Hoch nahezu an Ort und Stelle gehalten. Es entsteht eine Pattsituation, bei der sich Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen den Fronten befinden. Das Hoch führt aus nordöstlichen bis östlichen Richtungen kalte Festlandsluft über den Osten und Norden von Deutschland, was die Temperaturen bis zum 30. Januar nördlich einer Linie Bremen und Dresden mit -2 bis +2 Grad um den Gefrierpunkt herum schwanken lässt. Weiter nach Süden setzt sich die Milderung mit Temperaturen von +1 bis +6 Grad durch und kann über Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg die Temperaturen auf bis +12 Grad ansteigen lassen. Zeitweiliger Niederschlag geht verbreitet in Regen über, kann jedoch nach Osten auch als Schnee, Schneeregen, Eisregen oder gefrierender Regen niedergehen. Eine turbulente Wetterwoche der Gegensätze steht bevor.

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