Sowohl das amerikanische wie auch europäische Wettermodell berechnen bis Ende Februar eine überwiegend winterliche bis hochwinterliche Temperaturentwicklung. So können die Tageshöchstwerte bspw. am 28. Februar im Bereich zwischen -8 bis -1 Grad liegen, wobei es entlang der Alpen mit Werten von -10 Grad auch kälter bleiben kann. Vor allem aber in den Nächten ist mit strengem Nachtfrost von -15 bis -8 Grad und bei Aufklaren und über Schnee mit bis zu -20 Grad zu rechnen.

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Märzwinter: hält sich die Kälte bis in den März hinein?

Hervorgerufen wird die Umstellung der Großwetterlage durch die sog. plötzliche Stratosphärenerwärmung, welche dem Polarwirbel gehörig zusetzt und die arktischen Kaltluftausbrüche nach Süden ermöglicht. Um aber genauer definieren zu können, ob die Entwicklung der Großwetterlage zu einem März-Winter führen wird, sollte man einen Blick auf Kanada und Grönland riskieren.

Wie wahrscheinlich ist ein Märzwinter?
Wie wahrscheinlich ist ein Märzwinter?

Gestörter Polarwirbel

Normalerweise befindet sich über Kanada der aktive Teil des Polarwirbels, welcher zwischen dem östlichen Kanada und Grönland in regelmäßigen Abständen Kaltluftmassen polaren Ursprungs nach Süden auf den Atlantik führt. Aufgrund der Temperaturgegensätze mit dem warmen Atlantik können dort kräftige Tiefdrucksysteme entstehen, welche von West nach Ost in Richtung Mitteleuropa ziehen. Normalerweise gehört dazu noch ein Azoren-, oder auch ein Mittelmeerhoch. In Folge daraus ergeben sich häufiger Südwest-, bis Westwetterlagen, welche über Deutschland einen gemäßigten und in den letzten Jahren viel zu warmen Winter zur Folge hatten (Der letzte zu kalte Winter stammt aus dem Jahr 2011).

Beide Wettermodelle berechnen nun aber einen Vorgang im Wettergeschehen, welcher im Schnitt nur etwa alle zwei Jahre vorkommt und bei der sich über Grönland ein kräftiges Polarhoch ausdehnen kann. Aktuell wird dieses Hochdrucksystem von beiden Wettermodellen berechnet. Bedingt durch seine Rotationsbewegung im Uhrzeigersinn wird der aktive Teil des Polarwirbels über Kanada und Grönland nahezu vollständig aufgelöst. Die Strömungsmuster kehren sich um und deshalb spricht man auch von einer gestörten Zirkulation.

Polarwirbelberechnung Februar

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Gestörte Zirkulation. Links ein intakter Teilwirbel über Kanada und Grönland, rechts die Auflösung des Teilwirbels © www.meteociel.fr

Wetter März 2018

Welches Wetter aber kann sich Anfang März 2018 ergeben? Drei wesentliche Wetterentwicklungen wären zum heutigen Stand in den ersten März-Tagen möglich.

  1. Die milde Variante: Das Hochdrucksystem erstreckt sich von Grönland bis nach Skandinavien und wird dabei von den Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik unterwandert. In Folge daraus kann sich über den Azoren ein Tiefdruckzentrum ausbilden und auf seiner Vorderseite Anfang März frühlingshaft milde Temperaturen nach Deutschland führen.
  2. Die Grenzwetterlage: Bedingt durch das Strömungsverhältnis versucht die warme Luft aus südlichen Richtungen nach Norden vorzudringen. Gleichzeitig aber strömt aus nördlichen Richtungen kalte Luft nach Deutschland. Nun kann es sein, dass über Deutschland die warmen und kalten Luftmassen aufeinander prallen und somit eine Grenzwetterlage mit kräftigem Niederschlag auslösen - teils als Schnee, teils als Regen.
  3. Die hochwinterlich kalte Variante: Das Hochdrucksystem baut sich zwischen den Azoren und Grönland zu einem Blockadehoch auf dem Atlantik auf. Somit haben die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik keine Chance mehr, sich in Richtung Mitteleuropa zu bewegen. Stattdessen rutschen am östlichen Hochdruckgradienten die Tiefdrucksysteme über Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Süden ab und führen zu einer hochwinterlich kalten Großwetterlage, welche weite Teile des ersten März-Drittels beeinflussen kann

Frühlingshaft milde, hochwinterlich kalte oder eine Grenzwetterlage Anfang März - was ist wahrscheinlicher?

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute Nachmittag eine Hochdruckzone von Grönland bis nach Skandinavien reichend. Dadurch wird die Tiefdruckaktivität auf eine südlichere Bahn gezwungen. Im Detail kommt es nun darauf an, wie Anfang März die Grenzen zwischen beiden Wettersystemen verlaufen wird - eine Grenzwetterlage wäre demnach nicht unmöglich. Anders das europäische Wettermodell. In diesen Berechnungen wird auf dem Atlantik ein Blockadehoch berechnet, was über Deutschland, der Schweiz und Österreich einen winterlichen Start in den März 2018 zur Folge haben kann.

Zwar gibt es in den Kontrollläufen einen Spielraum für frühlingshaft milde Temperaturwerte Anfang März, doch überwiegen die für die Jahreszeit zu kalten Varianten. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 5. März über dem Norden und Osten bei +1 Grad und über dem Westen und Süden bei +3 Grad. Das ist für die Jahreszeit etwas zu kalt.

Wären denn auch Schneefälle Anfang März möglich?

Auch hier kommt es im Detail darauf an, wie die Hochdruckachse verlaufen wird. Die großen Niederschlagssummen sind bei einer großen Kälte weniger Wahrscheinlich, als bei einer Grenzwetterlage und Temperaturen um 0 Grad. Die Kontrollläufe berechnen für den Osten und Norden ab dem 25. Februar und über dem Süden und Westen ab dem 1. März eine ansteigende Niederschlagstätigkeit.

Wetterprognose März 2018: Langfristmodell mit leicht zu kaltem Wettertrend

Das Langfristmodell stützt die These eines leicht zu kalten Temperaturverlaufes im März 2018. So liegt - zum heutigen Stand - die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert zwischen -1 bis +0,5 Grad im normalen bis leicht zu kalten Bereich. In der Niederschlagsprognose zeigen sich über Deutschland kaum Abweichungen gegenüber dem langjährigen Sollwert. Interessant ist aber die Niederschlagsverteilung im März. So soll der Norden von Europa deutlich zu trocken und der Süden deutlich zu nass ausfallen. Das spricht für die eingangs erwähnte Verteilung der Hoch- und Tiefdrucksysteme. Anders formuliert könnte es eine Weile dauern, bis der Frühling im März Einzug halten kann.

Was die Wettermodelle heute Abend berechnet haben, darauf gehen wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem Update der Winterprognose etwas näher ein.

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