Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 aktuelle Wetterprognose vom 28.10.2020 - Kommt der Frühwinter in der zweiten November-Dekade?

Welche Chancen hat der Frühwinter im November?
Welche Chancen hat der Frühwinter im November?

Die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik ist ungewöhnlich hoch und löst Reaktionen aus, die unter bestimmten Voraussetzungen in der zweiten November-Dekade zu frühwinterlichen Wetterereignissen führen kann.

Außergewöhnlich warm wird der November starten. Temperaturen von +14 bis +18 Grad und unter bestimmten Voraussetzungen auch bis +22 Grad sind im Zeitraum vom 1. bis 3. November zu erwarten. Der Grund ist ein Tiefdruckwirbel zwischen Island, England und Skandinavien, der auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen über Portugal, Spanien und Frankreich in Richtung Deutschland führt.

Der Wettercharakter ist über den gesamten Zeitraum als unbeständig zu bewerten. Längere sonnige Abschnitte sind am Samstag zu erwarten. Zuvor kommt es immer wieder zu Schauern unterschiedlichster Intensität und Dauer. Der Wind frischt stark böig und über den Küstenregionen stürmisch auf, schwächt sich kurzzeitig ab und kann am 1. November über dem Nordwesten für schwere Sturmböen sorgen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter November.

Der November beginnt außergewöhnlich warm
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der November beginnt außergewöhnlich warm
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Wettervorhersage des europäischen Wettermodells: Heftige Reaktionen mit frühwinterlichem Ausgang?

Nach der aktuellen Wetterprognose des europäischen Prognosemodells geht es Schlag auf Schlag. Der Grund liegt nach wie vor in einem Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada, der die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik auf einem phänomenal hohen Niveau hält. Die Frontalzone wills also wissen und lässt es darauf ankommen. Doch wo heftige Aktionen sind, ergeben sich entsprechende Reaktionen.

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Der Polarwirbel

Gestern noch berechnete das europäische Prognosemodell einen von der Barentssee ausgehenden Polarwirbelsplit bis zu den Aleuten reichend. Dieser Split ist heute im Ansatz weiterhin sichtbar, doch in deutlich abgeschwächter Form. Stattdessen werden zum 3. November auf dem Atlantik mit 960 hPa und 970 hPa gleich zwei kräftige Tiefdrucksysteme berechnet und erhöhen damit die Wellenbewegung entlang der Polarfront.

Bis zum 4. November gelingt es auch einem Tief in Richtung Mitteleuropa vorzustoßen und die warmen durch angemessen frische Luftmassen zu ersetzen, zeitgleich erkennt man auf dem Atlantik - in Form des sich nach Norden aufwölbenden Azorenhochs - die Gegenreaktion.

Tiefdruckzentrum

Der Polarwirbelsplit wird zum 5. November nur noch angedeutet und das gibt der atlantische Frontalzone die Möglichkeit sich mit einem Tiefdruckzentrum über Skandinavien zu positionieren. Der gesamte Tiefdruckkomplex konzentriert sich mit einem Kerndruck von 950 hPa über Skandinavien. Ungewöhnlich heftig!

Hochdruckdominanz

Am südlichen Gradienten des Tiefdruckzentrums wird das Azorenhoch nach Osten geführt und dehnt sich zwischen dem 5. und 7. November über Mitteleuropa aus. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen somit in eine gradientenschwache Wetterzone. Die Wetteraction findet weiter nördlich statt. Nach Nebelauflösung scheint bei wechselnder Bewölkung häufiger die Sonne und zwischendurch ist auch der eine oder andere Schauer möglich. Je nach Sonnenscheindauer können die Tageswerte zwischen +8 bis +12 Grad liegen und örtlich bis +14 Grad erreichen.

Der frühe Winter

Die atlantische Frontalzone hat nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells einen enormen Schwung und rauscht bis zum 7. November über die Barentssee hinweg. Das reißt in die nachfolgende Tiefdruckrinne eine Lücke, in die das Hoch über Mitteleuropa vorstößt und sich über Island positionieren kann.

Das sind die nahezu idealen Bedingungen für eine Wetterlage, was bis auf tiefere Lagen herab für frühwinterliche Wetterereignisse wie Schnee- oder Graupelschauer sorgen kann. Da es sich aber um den frühen Winter handelt, ist eher mit einem nasskalten Temperaturcharakter zu rechnen. Nichtsdestotrotz hat diese Wetterprognose ein enormes Potential, da die atlantische Frontalzone sich organisieren und durchrauschen kann.

Eine im Ansatz frühwinterliche Wetterentwicklung
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Eine im Ansatz frühwinterliche Wetterentwicklung
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Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Hoch Mitteleuropa

Was passiert, wenn die atlantische Frontalzone keine optimalen Bedingungen vorfindet, zeigt die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells.

Frontalzone über der Barentssee

Der Ablauf ist zunächst der der Europäer sehr ähnlich. Die atlantische Frontalzone formiert sich zum 5. November und positioniert sich zum 7. November über der Barentssee. Am südlichen Gradienten wird das Azorenhoch mitgezogen und dehnt sich über Mitteleuropa aus.

Hoch Mitteleuropa

Doch im Gegensatz zum europäischen Wettermodell bleibt der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada erhalten und damit bekommt die Tiefdruckrinne einen weiteren Energieschub, was die Verlagerung des Hochs in Richtung Island verhindert. Stattdessen verweilt das Hoch über Mitteleuropa bis zum 10. November und löst sich bis zum 13. November allmählich auf, bzw. geht in das Azorenhoch über. Eine Wetterentwicklung in Richtung früher Winter ist bis zur Monatsmitte nach der Wettervorhersage der Amerikaner nicht auszumachen.

Heftige Aktionen und Reaktionen. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben die meiste Zeit in einer gradientenschwachen Wetterzone
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Heftige Aktionen und Reaktionen. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben die meiste Zeit in einer gradientenschwachen Wetterzone - der Frühwinter hat vorerst keine Chance
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Auf den Punkt gebracht: Ruhiges Herbstwetter

Egal wie man es dreht oder wendet, im Ergebnis setzt sich in der ersten November-Dekade über Mitteleuropa der hohe Luftdruck durch und blockiert die Wetteraktivität. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen die meiste Zeit über in einer gradientenschwachen Wetterzone, was die Kontrollläufe auch stützen.

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Deutlicher zeigt es sich an der Niederschlagsprognose. Die nennenswerten Niederschlagssignale liegen zwischen dem 28. und 30. Oktober, sowie zwischen dem 3. und 5. November. Nachfolgend ist die Regenprognose bis zum 13. November nur schwach ausgeprägt.

Das zweite Indiz für eine Hochdruckdominanz über Mitteleuropa ist das in der Höhe anhaltend hohe Temperaturniveau. In rund 1.400 Meter werden am 2. November bis +13 Grad und zum 11. November um +3 Grad simuliert. Das Temperaturniveau sinkt nach dem 9. November auf ein - im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert - nur leicht zu warmes Niveau ab. Anders formuliert ist eine deutlich zu warme erste November-Dekade zu erwarten. Das Muster aber kippt im Verlauf der zweiten November-Dekade. Deutlicher zeigt sich das im Mittelwert aller Kontrollläufe.

Erst gradientenschwach, dann Trogstruktur?
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Erst gradientenschwach, dann Trogstruktur?
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
3. November +9 bis
+20 Grad
+12 Grad bis
+14 Grad
7. November +6 bis
+15 Grad
+9 bis
+11 Grad
12. November +0 bis
+15 Grad
+7 bis
+9 Grad
Diagramm Temperaturen November 2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe November 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Und der Winter?

Bis zum 9. November stützen die Kontrollläufe kein winterliches Szenario. Erst darüber hinaus zeigen sich ein paar Varianten, die ein winterliches Potential - zumindest ab den mittleren Lagen (>400 Meter) - aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür aber liegt bei gerade einmal 16 Prozent. Wie so etwas aussehen kann, zeigt ein Kontrolllauf. Grundsätzlich gilt es in den kommenden Tagen die Tendenz zu einem gestörten Zirkulationsmuster weiter zu beobachten - vor allem im Hinblick auf das Azorenhoch und die Wellenbewegung entlang der Polarfront.

Heftige Aktionen und Reaktionen. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben die meiste Zeit in einer gradientenschwachen Wetterzone
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Heftige Aktionen und Reaktionen. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben die meiste Zeit in einer gradientenschwachen Wetterzone - der Frühwinter hat vorerst keine Chance
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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,56 +2,17 +1,48 633 l/m² - etwas zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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