Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020 aktuelle Wetterprognose vom 08.01.2020 - Strukturelle Veränderungen der Großwetterlage werden konkreter

Die milde Witterung wird noch eine Weile anhalten können, doch ab der Monatsmitte werden in den Wettermodellen strukturelle Veränderungen der Großwetterlage zunehmend wahrscheinlicher.

Mit einer kräftigen Südwestströmung gelangen in den kommenden 48 Stunden sehr warme Luftmassen nach Deutschland, was am Donnertag die Tageswerte verbreitet über die +10 Grad Marke ansteigen lassen kann. Örtlich kann über dem Westen auch die +15 Grad Marke erreicht werden. Das war es aber auch schon, nachfolgend gelangen wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte über das Wochenende auf +4 bis +8 Grad absinken lassen kann. Der Wind weht über dem Norden kräftig und kann über den Küstenregionen zu stürmischen Windböen führen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Januar 2020.

Zunächst noch milde Wetterverhältnisse
Strukturelle Veränderungen der Großwetterlage werden konkreter

Gut strukturierte Tiefdruckrinne

Zwischen dem europäischen Nordmeer, Grönland und Kanada sacken kalte Luftmassen in Richtung Neufundland ab und sorgen auf dem Atlantik für eine gut strukturierte Tiefdruckrinne, deren Verlauf sich über Island bis über die Barentssee ausdehnt. Weiter nach Süden liegt hoher Luftdruck und Deutschland, Österreich und die Schweiz befinden sich inmitten dieser beiden Frontensysteme in einer sog. Sandwichposition - also weder Fisch noch Fleisch, dafür aber für die Jahreszeit zu milde Temperaturwerte.

Milde Südwestwetterlage
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Milde Südwestwetterlage
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Es tut sich was

Die Südwestwetterlage wird nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells noch bis zum 18. Januar anhalten können. Mal mit mehr, mal mit weniger Niederschlag. Insgesamt ist der Wettercharakter als zu trocken und zu warm zu bewerten. Der Wind spielt am 14. und 15. Januar eine gewichtigere Rolle.

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Das Azorenhoch wölbt sich nach Norden auf

Um das eingefahrene Strömungsmuster zu verändern, wird ein Störimpuls benötigt, was die Polarfront in Schwingung versetzt. Erst wenn dass der Fall ist sind andere Wetterlagen möglich. Diese können sowohl deutlich zu warm, als auch winterlich kalt ausfallen.

Zum aktuellen Stand verlagert sich die Tiefdruckaktivität bis zum 18. Januar weiter nach Osten und tropft in diesem Prozess weit nach Süden ab. Das gibt dem Hoch die Gelegenheit zwischen den Azoren und Island nach Norden aufzukeilen. Damit kann der Impuls einer sich verändernden Großwetterlage gesetzt werden. Ein Ansatz, der in den kommenden Tagen noch spannender werden wird. Um es aber auf den Punkt zu bringen, ist nach der Wetterprognose der Europäer in der zweiten Januar-Dekade nicht mit winterlichen Wetterverhältnissen zu rechnen.

Im Ansatz ist auf dem Atlantik ein Störimpuls zu erkennen, der das Wettergeschehen in der letzten Januar-Dekade beeinflussen kann
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Eine milde Südwestwetterlage dominiert das Wettergeschehen
© www.meteociel.fr

Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Veränderungen zeichnen sich in der letzten Januar-Dekade ab

Wie in den letzten Tagen häufiger erwähnt, wird sich an der unwinterlichen Großwetterlage bis zum 20. Januar wenig verändern. Das bestätigt auch die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells. Nasskalt wird das höchste der Gefühle sein.

Ein instabil werdender Polarwirbel

Auch diesen Trend kann man in den letzten Tagen häufiger beobachten, was die Eintreffwahrscheinlichkeit plausibler macht. Und auch nach der Prognose der Amerikaner spielt das Hoch die Hauptrolle. Doch anstatt das Hoch über dem Atlantik nach Norden aufkeilt, versucht es sein Glück über Mitteleuropa.

Zunächst wenig winterlich

Damit blockiert das Hoch die atlantische Frontalzone und unterbindet vom 21. bis 22. Januar über Deutschland jegliche Wetteraktivität, bevor sich das Hoch zum 23. Januar nach Norden in Richtung Skandinavien aufmacht und an seinem östlichen Gradienten kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden führt.

Auf die Position kommt es an

In den letzten Tagen wurde das Hoch über Skandinavien häufiger in unterschiedlichen Positionen berechnet. Dabei wird es von entscheidender Bedeutung sein, wo sich das Hoch nach Norden aufwölbt und wie dessen Hochdruckachse ausgebildet ist. Für den Moment ist es zweitrangig, wie und wo das Hoch nach Norden aufkeilt. Worauf es ankommt, ist, dass es nach Norden aufstrebt und somit erst andere Wetterlagen ermöglicht. Darin stimmen nun beide Vorhersage-Modelle überein.

Das hoch ragt weit in den Polarwirbel hinein
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Das hoch ragt weit in den Polarwirbel hinein
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Der Störimpuls wird bestätigt

Der Störimpuls scheint in der Tat der Ausweg zu sein, wenngleich sein Eintreten noch nicht mit winterlichen Wetterverhältnissen gleichzusetzen ist. Er unterbindet lediglich die westliche - zonal verlaufende - Grundströmung.

Es bewegt sich was

Den Trend einer strukturellen Veränderung wird auch von den Druckanomalien gestützt. Die ewige Konstante des Winters - die Hochdruckbrücke zwischen Sibirien und Kanada - scheint bis zum 17. Januar ihr Ende zu finden und innerhalb des Polarwirbels verändern sich die Strömungen.

Druckanomalie bis 18. Januar 2020
Druckanomalie bis 18. Januar 2020 - Innerhalb des Polarwirbels verändert sich das Strömungsmuster © climatereanalyzer.org

Temperaturniveau normalisiert sich weiter

Der für die Jahreszeit zu warme Temperaturtrend wird nach den Kontrollläufen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch bis zum 15. Januar anhalten können. Nachfolgend kühlen sich die Werte auf einen Bereich ab, der im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert nur noch leicht zu mild ist. Gleichzeitig nehmen die Varianten zu, die ab 1.500 Meter Höhe die -5 Grad Marke durchbrechen, was den Winter bis auf mittlere Lagen herab ermöglicht und den einen oder anderen Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer in tiefere Lagen bringen kann. Abwarten!

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
15. Januar +5 bis
+11 Grad
+6 bis
+7 Grad
19. Januar -1 bis
+8 Grad
+2 bis
+4 Grad
23. Januar -2 bis
+6 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2020 vom 08.01.2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Zusammenfassend lässt sich folgendes feststellen: Das Wetter bleibt bis auf weiteres für die Jahreszeit zu mild und im Charakter unbeständig. Mit der auslaufenden zweiten Januar-Dekade nimmt der Trend für eine strukturelle Veränderung der Großwetterlage zu, was in der letzten Januar-Dekade auch den Winter bringen kann. Was sich im Tagesverlauf verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einer Aktualisierung der Winterprognose an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:02 Uhr

Die für die Jahreszeit bis zum 15. Januar zu milde Witterung wurde im Tagesverlauf von den Vorhersage-Modellen bestätigt. Bestätigt wurde zudem, dass ab dem 15. Januar die Temperaturen mit +1 bis +6 Grad allmählich in den nasskalten Bereich zurückkehren.

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells geht sogar noch einen Schritt weiter und macht vom 17. bis 19. Januar mit weiter absinkenden Temperaturen den Winter ab den mittleren Lagen optional.

Der winterliche Ansatz

Zudem strebt ab dem 19. Januar das Hoch auf dem Atlantik nach Norden in Richtung Island auf und dehnt sich bis zum 20. Januar in Form eines Hochdruckkeils in Richtung Skandinavien aus. Mit Hilfe eines Mittelmeertiefs aber wird der Zustrom kühler Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen aufrecht erhalten, was die Tageswerte bis zum 20. Januar auf +0 bis +5 Grad zurückgehen lassen kann. Begleitet werden die nasskalten Temperaturwerte von einem stark böigen Wind und einem unbeständigen Wettercharakter.

Das Hoch blockiert die atlantische Frontalzone und zwingt diese auf eine nördlichere Zugbahn, was das Zirkulationsmuster im Zeitraum vom 17. bis 23. Januar zunehmend meridionalisieren lässt. Mit der richtigen Hochdruckposition bekommt auch der Winter seine Chance. Und auch ein sog. Arctic Outbreak wurde in den Berechnungen von heute Abend ins Spiel gebracht, der jedoch - zum aktuellen Stand - östlich von Deutschland nach Süden abgeführt wird.

In der letzten Januar-Dekade zeigt sich ein winterlicher Ansatz
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: In der letzten Januar-Dekade zeigt sich ein winterlicher Ansatz
© www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Noch einen Tick kälter

Noch ist es zu früh, um aus dem Ansatz einen Wintereinbruch zu konstruieren, es ist aber schon interessant anzuschauen, was die Vorhersage-Modelle aus einer vormals grauen Theorie nun so berechnen. Die kommenden Tage werden für Freunde des Winters wieder aufregender verlaufen können, wenngleich der Wettertrend zunächst einmal als nasskalt zu bewerten ist.

Ebenfalls interessant ist zu beobachten, wie eine zunehmende Anzahl den Polarwirbel instabiler berechnet. Der Auslöser ist jeweils das nach Norden aufstrebende Hoch, was weit in den Polarwirbel hineinreicht. Damit es wirklich Winter werden kann, muss das Hoch aber entweder weiter nach Norden oder weiter westlich nach Norden aufstreben, wie es die nachfolgenden zwei Simulationen von Kontrollläufen zeigen, die zugegebenermaßen extrem in ihrer Berechnung sind, aber dies eben gut visualisieren.

Eine winterliche Wetterlage ist wieder zu diskutieren
Berechnung Wetterlage nach Kontrollläufen: Eine winterliche Wetterlage ist wieder zu diskutieren
© www.meteociel.fr

Die Erkenntnis

Keine Frage: die Temperaturen der kommenden Tage sind im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert viel zu warm, erreichen aber mit +10 bis +15 Grad ihren voraussichtlichen Höhepunkt bereits morgen. Anschließend geht das Temperaturniveau Stück für Stück in den nasskalten Bereich zurück und zum Ende der zweiten und zum Beginn der letzten Januar-Dekade werden winterliche Wetterlagen ab den mittleren Lagen wieder zu diskutieren sein. Ob es auch zum Flachlandwinter reicht, oder das Hoch erneut nach Osten abkippt und weiterhin milde Luftmassen nach Mitteleuropa führt, werden die kommenden Tage zeigen. Der Beginn zur Veränderung der Großwetterlage aber erscheint in Reichweite zu kommen. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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