Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020 aktuelle Wetterprognose vom 07.01.2020 - Zunächst noch mildes und wenig winterliches Mischwetter

Die aktuelle Großwetterlage spricht eher für eine milde, als eine winterliche Witterung. Ab der Monatsmitte aber zeigen sich in den Vorhersage-Modellen erste Anzeichen einer strukturellen Veränderung, die den Winter noch nicht ganz abschreiben lässt.

Als nasskalt ist der Wettercharakter bis zum kommenden Wochenende zu bewerten, wobei zum Mittwoch und Donnerstag die Tageswerte kurzzeitig über die +10 Grad Marke hinaus ansteigen können. Örtlich wären auch bis +14 Grad möglich. Begleitet wird das Auf und Ab der Temperaturen von Sonne, Wolken und gelegentlichem Niederschlag, der am Donnerstag über der Nordhälfte nennenswert ausfallen kann. Der Wind frischt phasenweise kräftig auf und kommt aus überwiegend südwestlichen Richtungen. Über den Küstenregionen sind von Donnerstag an stürmische Windböen zu erwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Januar 2020.

Mildes und wenig winterliches Mischwetter
Mildes und wenig winterliches Mischwetter

Ein Tief nach dem anderen

Der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada hält auch im Verlauf dieser Woche noch an und ist u.a. mit dafür verantwortlich, dass auf dem Atlantik immer wieder neue Tiefdruckgebiete entstehen, die von Neufundland über Island nach Skandinavien ziehen. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen nicht im unmittelbaren Einflussbereich der Tiefdruckgebiete, sondern vielmehr in einer Sandwichposition, was zu einer - für die Jahreszeit zu milden - Südwestströmung führt und den Wettercharakter leicht unbeständig ausfallen lässt (über dem Norden mehr wie über dem Süden).

Milde Südwestwetterlage
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Milde Südwestwetterlage
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Auflaufende Tiefdruckgebiete

Wie an einer Schnur geordnet ziehen die Tiefdruckgebiete nach der Wetterprognose der Europäer von Neufundland nach Skandinavien. Gleichzeitig bewegt sich bis zum 17. Januar das Hoch über Mitteleuropa, bzw. den südöstlichen Europa nicht von der Stelle.

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Zu warm

Und so ändert sich auch nichts an dem Südwestgebläse, was unentwegt milde Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führt. Simuliert werden Tageswerte im Bereich von +4 bis +8 Grad.

Hin und wieder ist mit Niederschlägen zu rechnen, die nördlich von Baden-Württemberg und Bayern häufiger in Erscheinung treten können. Simuliert werden bis zum 16. Januar nördlich der Linie von Frankfurt a.M. und Berlin 15 bis 30 l/m² und örtlich bis 40 l/m². Weiter nach Süden sind es 0 bis 10 l/m².

Eine milde Südwestwetterlage dominiert das Wettergeschehen
Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Eine milde Südwestwetterlage dominiert das Wettergeschehen
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Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Auflauframpe mit winterlichen Ausgang

Die Wettervorhersage der Amerikaner ist bis zum 17. Januar nahezu identisch zu den Prognosen der Europäer, was die milde und leicht unbeständige Südwestwetterlage bestätigt.

Die Tiefdruckaktivität verlagert sich

Der entscheidende Unterschied aber findet zum 16. Januar statt. Die atlantische Frontalzone rückt bei Skandinavien immer weiter nach Osten vor und verlagert damit das Aktivitätszentrum des Polarwirbels. So wird der Spielraum für das Hochdruckgebiet größer, sich nach Norden aufzuwölben.

Das Hoch keilt nach Norden auf

In den letzten Tagen war das Aufwölben des Hochdruckgebietes westlich oder nördlich von Mitteleuropa graue Theorie, die nun in die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells Einzug gehalten hat. Am 20. Januar liegt das Hoch über England und stellt sich zum 22. Januar zwischen England und Skandinavien den Tiefdruckgebieten entgegen.

Kalte Luftmassen gelangen nach Deutschland

Detail müssen abgewartet werden, doch zum aktuellen Stand werden am südöstlichen Hochdruckgradienten kalte Luftmassen nach Deutschland transportiert, was die Tageswerte vom 20. bis 23. Januar so langsam in Richtung der Null-Grad-Marke absinken lassen kann.

Erste Ansätze einer strukturellen Veränderung der Großwetterlage
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Erste Ansätze einer strukturellen Veränderung der Großwetterlage
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Der Störimpuls

Das was die Amerikaner berechnen wäre der benötigte Störimpuls, um die Erhaltungsneigung der West- bis Südwestwetterlage zu unterbinden, bzw. zu beenden. Ob das so kommt, kann derzeit noch infrage gestellt werden. Die kommenden Tage werden zeigen, wohin die Reise in der letzten Januar-Dekade gehen wird.

Kontrollläufe: Insgesamt etwas kühler

Der Trend einer Einwinterung ist auf den Kontrollläufen nicht zu erkennen. Dafür liegt der Mittelwert um bis zu 2 Grad im Vergleich zum vieljährigen Durchschnittswert im zu warmen Bereich. Doch im Vergleich zu den letzten Tagen ist der Temperaturtrend der Kontrollläufe generell etwas kühler geworden.

Die Niederschlagsneigung wird vom 10. bis 22. Januar über dem Norden etwas erhöht und über dem Süden schwach bewertet, was in etwa der Wetterprognose der Europäer entspricht.

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
14. Januar +2 bis
+8 Grad
+6 bis
+7 Grad
18. Januar -1 bis
+12 Grad
+5 bis
+6 Grad
22. Januar -4 bis
+8 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2020 vom 07.01.2020
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2020 von zu kalt, normal, zu warm

Der erste Ansatz einer strukturellen Veränderung zeigt sich so langsam und setzt sich auch in den anderen Randfaktoren durch, bzw. lässt sich darin erkennen. Welche Varianten daraus abzuleiten sind und ob der Winter in der letzten Januar-Dekade noch seine Chance bekommt, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem Update der Winterprognose an dieser Stelle.

Update der Wetterprognose von 20:02 Uhr

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bestätigte heute Abend nochmals den Willen zur Veränderung der Struktur der Großwetterlage ab dem 20. Januar. Erneut keilt das Hochdrucksystem über England nach Norden auf. Das ermöglicht zwar grundsätzlich winterliche Wetterverhältnisse, jedoch besteht auch die Möglichkeit, dass das Hoch erneut über Mitteleuropa nach Osten abkippt, was die milde Witterung bis Ende Januar verlängern dürfte.

Anders formuliert ist und bleibt die Wetterprognose der Amerikaner bis zum 20. Januar für die Jahreszeit zu mild und beginnt anschließend mit einem zaghaften Umbau der Großwetterlage. Ob diese zu winterlichen Wetterverhältnissen führt, bleibt abzuwarten.

An Ansatz zur Veränderung der Großwetterlage zum Beginn der letzten Januar-Dekade
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Eine nicht enden wollende milde Wetterlage?
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Wovon es abhängen wird

Ob sich tatsächlich eine strukturelle Veränderung in der letzten Januar-Dekade durchsetzen wird, hängt mitunter auch vom Strömungsmuster innerhalb des Polarwirbels ab. Geht es nach den Druckanomalien, so wird bis zum 17. Januar tatsächlich eine Veränderung berechnet. Die Hochdruckverbindung durch den Polarwirbel wird gekappt und das Tief hat nun die Möglichkeit sich anders zu positionieren. Gelingt das, so würde sich innerhalb des Polarwirbels das Strömungsmuster verändern können.

Druckanomalie bis 17. Januar 2020
Druckanomalie bis 17. Januar 2020 - Ansätze einer strukturellen Veränderung © climatereanalyzer.org

Was möglich ist

Unter dem Hinweis, dass das Nachfolgende mehr spekulativ ist, lässt sich nach Durchsicht der Kontrollläufe feststellen, dass eine zunehmende Anzahl den Polarwirbel in einer instabilen Verfassung simuliert. Um den Druckanomalien einmal zu folgen und das Spielchen was wäre wenn zu spielen. Die nachfolgende Wetterkarte zeigt, was passiert, wenn sich das Strömungsmuster komplett umstellt und sich die Achse des Polarwirbels um 90 Grad dreht.

Drehung der Achse des Polarwirbels um 90 Grad - Winter wäre möglich
Berechnung Wetterlage nach dem amerikanischen Wettermodell: Drehung der Achse des Polarwirbels um 90 Grad - Winter wäre möglich
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Was wahrscheinlich ist

Alles (noch) spekulativ. Erste Anzeichnen für eine Veränderung lassen sich auch im NAO- und AO-Index ausmachen. Zwar sehr zaghaft, aber vorhanden. Die kommenden Tage werden zeigen, wohin die Reise geht.

Viel wahrscheinlicher ist jedoch die bis zum 20. Januar anhaltend zu warme Temperaturentwicklung, die darüber hinaus in den nasskalten Bereich absinkt, sich also langsam normalisiert. Sollte das gelingen, so wäre der Winter ab den mittleren Lagen optional. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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