Turbulentes Januarwetter ist zu erwarten, welches sich mit einer spürbaren Abkühlung erst am kommenden Wochenende beruhigt. Besonders der Donnerstag kann es in sich haben, wenn mit einer südlicheren Zugbahn eines Randtiefdrucksystems über dem Norden starke Schneefälle nicht ausgeschlossen werden können, während zur gleichen Zeit über dem Süden bei +10 Grad kräftige Regenfälle möglich sein können. Begleitet werden die Niederschläge von einem stürmischen Wind, welcher über den mittleren und den höheren Lagen auch schweren Sturm bis hin zu orkanartigen Windböen führen kann. Im Detail hängt dabei noch sehr viel von der exakten Zugbahn des Schnellläufersystems ab - Veränderungen sind also möglich und auch zu erwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose Januar 2018.

Winter wagt sich wieder vor

Zieht der Sturm ab, so kommt es auf der Rückseite zur Zufuhr kühlerer Luftmassen, was die Tageswerte von Freitag bis Sonntag/Montag auf -2 bis +2 Grad über dem Süden und +0 bis +4 Grad über dem Norden zurückgehen lassen kann. In den Nächten ist allgemein mit Frost zu rechnen. So ist bis in tiefere Lagen mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer und ab Höhenlagen von 200 bis 400 Meter ist auch mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen. Die Schaueraktivität nimmt aber zum Sonntag hin ab und bei wechselnder Bewölkung kann auch die Sonne zum Vorschein kommen.

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Der Winter stottert

Die Wortschöpfung stammt ursprünglich von wetter-14-tage.de, passt aber ganz gut zu dem, was die Wettermodelle in ihren Berechnungen in Aussicht stellen. Schnee am Mittwoch, örtlich am Donnerstag, am Freitag und Samstag, aber so richtig winterlich fühlt sich das nicht an. Eher wie nasskaltes Erkältungswetter.

Im Zeitraum vom 23. bis 25. Januar berechnet das amerikanische Wettermodell den Durchzug eines weiteren Tiefdrucksystems, welches auf seiner Vorderseite milde und auf der Rückseite wieder kältere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Schneefälle, bzw. nasskaltes Wetter wäre dann wieder vom 26. bis 28. Januar möglich. Vom 29. bis 30. Januar strebt ein Hochdrucksystem in Richtung Mitteleuropa und kann wieder mildere Luftmassen heranführen, kann sich aber letztlich nicht durchsetzen und zum Ende Januar folgt mit einer nördlichen Grundströmung wieder die Zufuhr kälterer Luftmassen.

Gegenüber den letzten Tagen berechnet das amerikanische Wettermodell aber keineswegs mehr nur eine vollmilde Wettervariante, sondern pendelt sich in der Mitte ein. So sind weder Hochwinter noch sehr warme Varianten daraus abzuleiten, wobei das Potential in beide Richtungen vorhanden ist. Stotterwinter eben.

Europäisches Wettermodell geht in Richtung Winter

Nein, Winterfreunde haben es in den letzten Tagen nicht leicht und zugegeben, die kommende Wetterentwicklung ist auch nicht einfach. Weder für Rechenmodelle, noch für diejenigen, welche die Wetterentwicklung interpretieren. Neben der nasskalten, teils auch winterliche Variante des amerikanischen Wettermodell berechnet das europäische Wettermodell heute eine Variante, bei der am 22. Januar ein Tiefdrucksystem über Deutschland hin wegzieht und für eine kurzzeitige Milderung sorgen kann. Nachfolgend aber keilt das Azorenhoch über England bis über das europäische Nordmeer nach Norden auf, während kräftige Tiefdrucksysteme zwischen Neufundland und Grönland durch das Hoch auf dem Atlantik blockiert werden.

Nachfolgend stabilisiert sich über dem skandinavischen Raum ein Hochdrucksystem und leitet Kaltluftmassen arktischen Ursprungs nach Süden bis über Deutschland, die Schweiz und auch Österreich. Das wäre dann richtiges Winterwetter.

Der Winter ist nahe - oder auch nicht

Da stehen noch ein paar spannende Stunden bevor, denn die Wettermodelle stehen voll im Gegensatz zueinander, so dass Veränderungen in die eine oder andere Richtung vorprogrammiert sind. Schaut man sich die Kontrollläufe an, so ist die nasskalte - teils auch winterliche Wetterlage - vom 17. bis 23. Januar weitgehend gesichert, wenngleich es am 18. Januar mit dem Randtief kurzzeitig mal milder werden kann. Darüber hinaus zeigt sich ein ansteigender Temperaturtrend, welcher mit seinem Mittelwert sich dem Jahreszeit-typischen Wert annähert. Das Temperaturspektrum bleibt aber mit einer Differenz von bis zu 14 Grad ab dem 23. Januar breit gestreut und erstreckt sich von -5 bis +9 Grad bei einem Mittelwert von +1 bis +3 Grad. Das ist eine weder Fisch noch Fleisch Entwicklung - alles bleibt offen.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 16.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Woher kommen die Unsicherheiten?

Ursache für die Turbulenzen dürften in der Ausbildung und auch Positionierung des sibirischen Hochdrucksystems liegen. Dieses wird mit einem Kerndruck von teilweise bis 1065 hPa außerordentlich stark berechnet und stößt in Richtung Polarregion vor. Das wiederum stört den Polarwirbel in seiner Entwicklung und es kommt zu erheblichen Wellenbewegungen entlang der Polarfront. Das Azorenhoch erhält dabei die Möglichkeit, sich ebenfalls nach Norden aufzustellen was ein meridional verlaufenden Zirkulationsmuster derzeit wahrscheinlicher als andere Varianten macht (Nord-Süd, Süd-Nord). Ob Deutschland, Österreich oder die Schweiz nun auf der warmen, oder kalten Seite der jeweiligen Welle liegen wird, ist derzeit noch nicht abzuschätzen.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Da ist also einiges an Potential in der kommenden Wetterentwicklung vorhanden - sowohl in die milde, als auch winterliche Richtung. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend an dieser Stelle gegen 20:45 Uhr ein Update der Wetterprognose Winter.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:55 Uhr
Die gute Nachricht ist, dass der Schnellläufer vom Donnerstag heute Abend etwas schwächer berechnet wurde und die orkanartigen Winde mehr in die höheren und exponierten Lagen verfrachtet. Weiter unten sind weiterhin schwere Sturmböen zu erwarten. Das Unwetterpotential bleibt hoch! Zudem wäre durch eine südlichere Bahn über dem Norden mit kräftigen Schneefall zu rechnen, welcher auch bis in tiefere Lagen liegen bleiben könnte. Weiter nach Süden steigen aber die Temperaturen auf +5 bis +10 Grad an, so dass über Bayern und Baden-Württemberg mit kräftigen Regen gerechnet werden kann. Nachfolgend wird es im Zeitraum vom 19. bis 21. Januar in ganz Deutschland kühler und die Niederschlägen gehen allgemein in Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer über. Ab ca. 200 bis 400 Meter Höhe ist auch mit der Ausbildung einer Schneedecke zu rechnen. Durch den dynamischen Vorgang sind weiterhin Veränderungen zu erwarten.

Wie macht der Winter weiter?
Das europäische Wettermodell hat seine Variante von heute Morgen mit einer Trogwetterlage Mitteleuropa zwischenzeitlich wiederrufen und simuliert stattdessen im Zeitraum vom 24. bis 26. Januar eine südliche Anströmung der Luftmassen. Darüber hinaus macht sich das Kontinentalhoch auf den Weg in Richtung Skandinavien, woraus interessante Wetterentwicklungen entstehen können.

Das amerikanische Wettermodell hat heute Abend ebenfalls eine Milderung im Zeitraum vom 23. bis 25. Januar in seinen Berechnungen berücksichtigt. Nachfolgend findet sich aber kein Kontinentalhoch über dem westlichen Russland oder Skandinavien in den Simulationen, stattdessen setzt sich die atlantische Frontalzone bis über Skandinavien durch und sorgt über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen nasskalten Wettercharakter mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen.

Es bleibt dabei - die Schwankungsbreite in den Simulationen der Wettermodelle ist sehr hoch und wird sich in den kommenden Tagen sicherlich noch in die eine oder andere Richtung bewegen können. Ein Grund für die Unsicherheiten ist das sibirische Hoch und dessen Position, bzw. Ausdehnung in den Polarwirbel hinein. Schaut man auf die Kontrollläufe , so wird das breite Entwicklungsspektrum beim Wetter bestätigt, während der Mittelwert sich im nasskalten Bereich befindet (+1 bis +3 Grad). Das amerikanische Wettermodell gehört vom 23. bis 25. Januar zu den wärmsten Varianten.

Die nächste Aktualisierung der Wetterprognose Winter erfolgt an dieser Stelle am 17. Januar gegen 13:00 Uhr.

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