Das Wetter wird in den kommenden Tagen über Deutschland windig und unbeständig. Um den 3. Januar herum erreicht ein Sturmtief Deutschland und sorgt mit stürmischen Winden für ein erhöhtes Unwetterpotential - teils sind auch orkanartige Windböen nicht auszuschließen (Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Januar 2018).

Viel Niederschlag in der ersten Januarwoche

Bis zum 7. Januar werden über Deutschland verbreitet 20 bis 40 l/m² an Niederschlag simuliert - über den Staulagen sind auch Summen von 40 bis 80 l/m² nicht auszuschließen. In den östlichen Teilen Brandenburg, Sachen. Sachsen-Anhalt und Thüringen sind mit 15 bis 30 l/m² etwas weniger Niederschläge zu erwarten. Da die Temperaturen mit +4 bis +8 Grad überwiegend zu warm für Schneefall sind, ist mit weiter ansteigenden Flusspegeln zu rechnen.

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Die Entwicklung der Großwetterlage

Die stürmische Windphase endet zum heutigen Stand am 5. Januar. Hervorgerufen wird die Wetterberuhigung nach den Simulationen des amerikanischen Wettermodells durch ein Hochdruckkeil, welcher sich bis zum 7. Januar von den Azoren über England bis nach Skandinavien erstreckt. Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen gelingt es dem Hochdrucksystem aber nicht, sich in autarker Form über Skandinavien zu festigen. Stattdessen geht das Hoch in einen weiteren Hochdruckkomplex über dem östlichen Europa über, sodass Deutschland, Österreich und die Schweiz im ersten Januardrittel überwiegend im Einflussbereich milder Luftmassen verbleiben kann. Erst in der zweiten Januardekade zeigen sich Strömungsverhältnisse, welche für einen in tieferen Lagen nasskalten und mittleren und höheren Lagen teils auch winterlichen Wettercharakter sorgen könnten. Im Fazit der Berechnungen ist aber kein nachhaltiges Winterwetter zu erwarten.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem amerikanischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Anders bleiben die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Dem Hochdrucksystem gelingt es, sich bis zum 8. Januar zwischen England und Island zu Positionieren. Im Verbund mit einem weiteren Tief über dem europäischen Nordmeer und der Mittelmeerregion können mit einer nördlichen bis nordöstlichen Grundströmung kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer wären vom 8. bis 10. Januar bis in tiefere Lagen herab zu erwarten und die Ausbildung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen ist nicht auszuschließen.

Polarwirbelberechnung Januar

Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr

Meridionalisierendes Zirkulationsmuster?

Der wesentliche Unterschied beider Wettermodelle liegt darin, dass das europäische Wettermodell eine deutlich höhere Wellenbewegung der Polarfront berechnet, während das amerikanische Wettermodell einen weitgehend intakten Polarwirbel simuliert. Anders formuliert stehen zwei Optionen zu Wahl. Entweder das Strömungsmuster meridionalisiert weiter und eröffnet somit Chancen auf den Hochwinter, oder aber es bleibt bis Mitte Januar bei dem kräftigen West-Ost Zirkulationsmuster. Plausibler klingt aktuell die Variante des europäischen Wettermodells.

Kontrollläufe: Amerikanisches Wettermodell zu warm

Das amerikanische Wettermodell ist bekannt dafür, gerne zu einem West-Ost Drift zu tendieren, während das europäische Wettermodell gerne einmal öfters mit meridionalen Wetterentwicklungen besser zurecht kommt. Man darf gespannt sein, was sich letzten Endes durchsetzen wird. Aber Freunde des Winterwetters sollten sich noch nicht allzu große Hoffnungen machen, denn ein nasskalter bis milder Wettercharakter hat im ersten Januar-Drittel eine höhere Relevanz, als ein nachhaltiger Wintereinbruch. Das bestätigen auch die Kontrollläufe, welche im ersten Januardrittel gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 1 bis 4 Grad zu warm sind. Erst darüber hinaus zeigt sich eine zunehmend negative Temperaturentwicklung.

Diagramm Temperaturen im Januar 2018 vom 01.01.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Was sich tagsüber in den Simulationen alles für Veränderungen ergeben haben und ob schon eine Tendenz zu erkennen ist, welche Berechnungen sich durchsetzen werden, klären wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem kurzen Update der Winterprognose an dieser Stelle.

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Update der Wetterprognose Winter von 20:05 Uhr
In den Berechnungen von heute Nachmittag und auch heute Abend passte sich das amerikanische Wettermodell mehr der Simulation des europäischen Wettermodells an.

Der Übergang des Hochdruckgebietes in das Osteuropäische System erfolgte heute Abend nicht mehr. Stattdessen etabliert sich zwischen dem östlichen Skandinavien und dem westlichen Russland das Hochdruckgebiet in weitgehend autarker Position. In Folge daraus gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in das gradientenschwache Umfeld zwischen dem Hoch und der atlantischen Frontalzone. Mit einer östlichen Grundströmung könnten die Temperaturen ab dem 6. Januar sukzessive etwas kühler werden. Ab der zweiten Januardekade wäre dann mit einer Nordwestströmung vermehrt nasskalte Witterungsbedingungen vorzufinden, bei der Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen mit Ausbildung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen nicht auszuschließen.

Polarwirbelberechnung Januar
Berechnung Polarwirbel im Januar nach dem europäischen Wettermodell © www.meteociel.fr


Eine klare West-Ost Grundströmung - wie heute Morgen - ist in den Berechnungen der Wettermodelle von heute Abend nicht mehr zu erkennen. Allen voran das europäische Wettermodell, dessen meridionales Strömungsmuster deutlich stärker ausgeprägt ist.

Kontrollläufe: Entscheidender Zeitraum ist der 6. Januar
Die Kontrollläufe sind heute Abend etwas kälter geworden, liegen aber mit ihrem Mittelwert etwas über dem langjährigen Mittelwert und sinken erst nach dem 13. Januar in einen leicht zu kalten Bereich ab. Daraus lassen sich zwei Dinge ableiten. Zum einen ein langsamer, aber kontinuierlicher Prozess, welcher im zweiten Januardrittel zunehmend in eine winterliche Wetterlage übergehen könnte. Interessant ist zudem, dass deutlich kältere Varianten im Zeitraum vom 6 . Bis 10. Januar zugenommen haben. Da ist also mit der Hochdruckentwicklung noch eine Menge an Spielraum gegeben. Ein "weiter so" mit dem Westdrift wird es so wohl nicht mehr geben, wenngleich das jetzt nicht mit einem Wintereinbruch gleichzusetzen ist.

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