Mit einem Tiefdrucksystem über dem skandinavischen Raum und einem Azorenhoch über dem westlichen Europa, dreht in den kommenden Tagen die Grundströmung auf nordwestliche Richtungen und führt nach einem klassischen Frontendurchgang am Donnerstag über das kommende Oktoberwochenende zu einem wechselhaften und relativ kühlen Wettercharakter. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Oktober 2017.

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Der Herbst tobt sich aus

So langsam kommt der Polarwirbel in Schwung und der Winter hält in den kommenden Tagen über Grönland mit Tageshöchstwerten von -30 bis -40 Grad im Landesinneren Einzug. Das sorgt dafür, dass im Bereich zwischen dem östlichen Kanada, Grönland und Island kalte Luftmassen auf den warmen Atlantik geblasen werden und dort die Tiefdruckaktivität weiter anfachen kann. So ist nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells über den gesamten Zeitraum vom 4. bis 15. Oktober mit einer regen Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland, Island, England und Skandinavien zu rechnen, bei der Deutschland jeweils am südlichen Gradienten der Tiefdrucksysteme liegt. Anders formuliert ist eine westlich bis südwestlich orientierte Großwetterlage nach diesen Berechnungen wahrscheinlicher als andere Varianten. Das Temperaturniveau würde bis zum 10. Oktober in dem für die Jahreszeit zu kühlen Bereich liegen und darüber hinaus in den normalen bis zu warmen Bereich ansteigen können.

Das europäische Wettermodell berechnet bis zum 10. Oktober eine ganz ähnliche Wetterentwicklung, was die herbstliche Wetterentwicklung im ersten Oktober-Drittel nochmals stützt. Allerdings hatte das europäische Wettermodell in den letzten Tagen wieder eine Zunahme von hohem Luftdruck über dem skandinavischen Raum berechnet und bestätigt diese Simulationen heute erneut. So ist demnach nicht mit einer klar strukturierten West- bis Südwestwetterlage zu rechnen und auch hier zeichnet sich mit dem Beginn der zweiten Oktoberdekade eine ansteigende Temperaturtendenz ab.

Herbstliche die erste Oktoberdekade - und die Zweite?

Genauso wenig wie sich ein Skandinavienhoch ewig halten kann, so gelingt es auch der atlantischen Frontalzone nicht, sich ewig über dem nördlichen Europa zu behaupten. Insofern ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich das Wetter wieder hin zu einem trockeneren und auch wärmeren Charakter verändern mag und die Berechnungen der Wettermodelle sind durchaus plausibel. Die Kontrollläufe stützen eine etwa um 2 bis 5 Grad gegenüber der Jahreszeit zu kalte Temperaturentwicklung im ersten Oktoberdrittel. Im Zeitraum vom 10. bis 19. Oktober normalisiert sich das Temperaturspektrum allmählich, wobei die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells als eine der wärmsten Simulation in den Kontrollläufen zu bewerten ist und sich in den kommenden Tagen sicherlich noch in die eine oder andere Richtung verschieben wird.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 03.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Normaler Herbst

Das man vom Herbst 2017 nicht allzu viel erwarten sollte, wird schon seit den Sommermonaten vom Langfristmodell berechnet und bestätigt sich heute erneut. So wird der Oktober 2017 gegenüber dem langjährigen Mittelwert zum heutigen Stand mit einer Temperaturabweichung von -0,5 bis +0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich und der letzte Herbstmonat November mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm simuliert. In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich eine positive (zu nasse) Entwicklung gegenüber den Sollwerten.

Winterausblick

Der letzte Winter war - zu warm, der Frühling war - zum warm, der Sommer war - zu warm. Was also folgt in diesem Winter, wenn der Herbst 2017 sich anschickt, normal auszufallen? Ein normaler oder gar zu kalter, oder wird es letzten Endes doch wieder auf einen zu warmen Winter hinauslaufen? Dazu gibt es unterschiedliche Theorien und Thesen, welche von einem Jahrhundertwinter bis hin zu einem Supermildwinter reichen. Dabei muss es aber nicht immer die Extreme sein, ein normal verlaufender Winter würde doch schon einmal genügen? Schließlich gibt es Kinder, welche in diesem Jahr eingeschult wurden und bis Dato noch nicht eine Schneeflocke gesehen haben!

Das Langfristmodell bleibt aber seiner Mildvariante des Winters treu und die Temperaturabweichung beträgt gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Dezember -0,5 bis +2 Grad (Süd-Nord Gefälle), im Januar 2018 +1 bis +2 Grad und im Februar 2018 +1 bis +3 Grad im dann doch deutlich zu warmen Bereich. In der Niederschlagsbewertung wird der Dezember und Februar gegenüber dem Sollwert unauffällig und im Trend leicht zu trocken simuliert, während der Januar 2018 etwas zu nass berechnet wird.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 03.10.2017

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