Im Wochenverlauf wird es von Nordosten her zunehmend kälter, was bereits dort zum Wochenstart die Niederschläge langsam in Schnee übergehen lassen kann. Die kalte Luft kommt aber nur sehr zögerlich nach Südwesten voran, sorgt aber ab Mittwoch etwa östlich der Linie Hamburg - Dresden schon verbreitet für Dauerfrost, währen die Tageshöchstwerte auch am Freitag über dem Südwesten noch im leicht positiven Bereich liegen können. Die Niederschlagsneigung nimmt ab Donnerstag ab, so dass sich bis dahin über dem Nordosten eine Schneedecke von 0,5-4 cm ausbilden könnte, während in Richtung Südwesten erst oberhalb etwa 400-800 Meter mit der Ausbreitung einer dünnen Schneedecke zu rechnen ist (Details s. Wetter Februar 2017).

Großwetterlage ist durchaus winterlich, aber…

Mit dem Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum und der östlichen Grundströmung ist die Großwetterlage durchaus als winterlich zu bezeichnen, allerdings sorgt die von Nordwest nach Südost verlaufenden Hochdruckachse für eine Blockierung der ganz kalten Luftmassen, welche über der Barentssee und Karasee liegen. Gleichzeitig versucht die atlantische Frontalzone weiter nach Osten voranzukommen, wird aber durch das Hochdrucksystem blockiert und weicht nach Süden aus und "unterwandert" damit das Hochdrucksystem. Das reicht aus, um über Süddeutschland bis zum 10. Februar für mildere Temperaturen zu sorgen.

Amerikanisches Wettermodell mit interessanter Entwicklung im zweiten Februar-Drittel

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen somit zwischen den Fronten der atlantischen Frontalzone und dem Hochdrucksystem über Skandinavien. Die Strömungsverhältnisse sind nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells vom 10./14. Februar über Deutschland als schwach zu bezeichnen. So könnte der Wettercharakter häufiger zu Nebel und Hochnebel neigen und da Deutschland weitgehend auf den südlichen Gradienten des Hochdrucksystems liegt, bliebe der Zustrom gemäßigt kalter Luftmassen erhalten. Mit anderen Worten wäre demnach in den Nächten mit Frost und tagsüber bei Dauernebel mit leichtem Dauerfrost zu rechnen. Kommt allerdings die Sonne zum Vorschein, so können die Temperaturen rasch auf +4/+8 Grad ansteigen. Das Hochdrucksystem über Skandinavien zieht sich bis zum 14. Februar über das östliche Europa zurück und geht bis zum 15. Februar in das Kontinentalhoch über. Über dem Bereich der Karasee und Barentssee liegt aber weiterhin der Kaltluftwirbel, was die Temperaturen dort auch tagsüber nicht über die -25 Grad ansteigen lassen kann. Durch die "Rückführung" des Hochdrucksystems wird zum 15./17. Februar ein weiteres Vorstoß des Kontinentalhochs in Richtung Mitteleuropa berechnet, kurzweilig auch mit einem Brückenschlag über England zum Azorenhoch. Die Bedingungen für einen Kaltluftausbruch arktischer Luftmassen in Richtung Mitteleuropa bleiben "günstig", jedoch zeigt der Atlantik sich äußerst aktiv und stemmt sich mit "aller Gewalt" dagegen. So entsteht im Zeitraum vom 15./19. Februar eine ganze Reihe von Tiefdrucksystemen im Bereich vom südlichen Grönland, Island bis über das europäische Nordmeer um den weiteren Vorstoß des Hochdrucksystems nach Westen zu verhindern. Wenn man so will: "der Kampf der Wettersysteme" um die Vorherrschaft über das Wetter in Europa - der Ausgang ist nach den Simulationen der amerikanischen Wettermodells noch ungewiss.

Europäische Wettermodell differenziert sich

Zunehmend anders zeigen sich die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Zunächst einmal baut sich nach dieser Simulation ebenfalls bis zum 10. Februar das Hochdrucksystem über Skandinavien auf und sorgt über Deutschland für einen zunehmend nasskalten bis kalten Temperaturcharakter. Bis zum 11. Februar gelingt sogar kurzzeitig der Brückenschlag zum Azorenhoch, allerdings sorgt das dafür, dass das Hochdrucksystem systematisch von den Tiefdrucksystemen nicht südlich "unterwandert", sondern nördlich "überwandert" wird. Das treibt den Kältewirbel über der Barentssee/Karasee im Zeitraum vom 12./15. Februar rasch nach Osten, bzw. Nordosten zurück. Dem Hochdrucksystem fehlt damit der "Treibstoff" und zieht sich ebenfalls weiter nach Osten über das östliche Europa zurück. Bedingt aber durch den "Brückenschlag" zum Azorenhoch und der nördlichen Verlagerung der Tiefdruckaktivität, entsteht für das Azorenhoch mehr Spielraum, um sich nach Norden in Richtung Grönland auszudehnen. Folglich wäre im Zeitraum vom 12./15. Februar über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit mäßig milden Temperaturen zu rechnen. Erst im Zeitraum darüber hinaus könnte das "aufkeilende" Azorenhoch für ein meridionales Zirkulationsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) über Mitteleuropa sorgen. Der Winter könnte in diesem Fall nicht vom Kontinent, sondern in Form einer Nordwest- oder Nordwetterlage nach Deutschland gelangen. Die Betonung liegt in diesem Fall aber auf könnte, da der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland aktiv bleibt und auch für ein zonales Strömungsmuster (West-Ost) sorgen.

Kontrollläufe in Sachen Winter "Orientierungslos"

Stehen mit einer kalten, normalen oder milden Temperaturentwicklung drei Optionen zur Wahl, so weisen die Kontrollläufe häufiger eine normale Temperaturtendenz aus. Das ist - statistisch gesehen - auch nicht verkehrt, da ein richtig massiver Kaltluftvorstoß aus nordöstlichen Richtungen eher selten vorkommt und wenn doch, dann endet dieser häufig über Mitteleuropa. Nach den aktuellen Simulationen erscheint aber eine neuerliche Patt-Situation zwischen den Fronten die wahrscheinlichste Variante. So liegt das Temperaturspektrum am 14. Februar zwischen -7/+7 Grad (Mittelwert: -1/+1 Grad über dem Norden und Osten und +3/+4 Grad über dem Westen und Süden) und am 20. Februar zwischen -6/+8 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Osten, sonst zwischen +2/+3 Grad). Der Dauerfrost könnte also über dem östlichen und nordöstlichen Landesteilen das zweite Februar-Drittel dominieren, während es über dem Westen und Süden milder bleiben kann. Anders formuliert: Weder "Fisch noch Fleisch", sondern Jahreszeit-typische Wetterbedingungen. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), so liegen diese am 15. Februar bei 20/40/40 und am 20. Februar bei 25/55/20. und bestätigen mehrheitlich die Jahreszeit-typischen Temperaturbedingungen.

Polarwirbel durchaus mit interessanten Ansätzen

Schaut man sich die Entwicklung des Polarwirbels nach dem amerikanischen Wettermodell an, so erkennt man gut, wie das kontinentale Hochdrucksystem den aktiven Teil des Polarwirbels in Richtung Laptew See zieht und auf der westlichen Seite eine Hochdruckverbindung mit dem Hochdrucksystem über Kanada anstrebt. Gleichzeitig zeigt aber auch das Azorenhoch eine nördlicher Verlagerung in Richtung Grönland. Zumindest im Ansatz könnte daraus eine längere Blockade der atlantischen Frontalzone entstehen und ein meridionales Strömungsmuster über Mitteleuropa wahrscheinlicher machen.

Das europäische Wettermodell verfolgt einen ganz ähnlichen Ansatz, jedoch mit dem Unterschied, dass die Hochdruckdominanz über Mitteleuropa zunächst noch erhalten bleibt und das nach Norden aufstrebende Azorenhoch vor Grönland nach Westen weg kippt. Eine Blockadesituation auf dem Atlantik wäre demnach zwar nicht auszuschließen, aber zum heutigen Stand weniger Wahrscheinlich.

Zusammenfassung: der Winter 2017 steht erneut am Scheideweg

Die Optionen für kalte Varianten bleiben ebenso erhalten wie die für zu milde Entwicklungen. Im Detail wird es darauf ankommen, wie sich das Kontinentalhoch und die atlantische Frontalzone zueinander verhalten werden. Es ist zum heutigen Stand also noch völlig offen, wie sich das Wetter im zweiten Februar-Drittel entwickeln wird. Am wahrscheinlichsten sind zum heutigen Stand aber Jahreszeit-typische Temperaturbedingungen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle mit einem neuen Wettertrend zum Winter.

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