Der sog. Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells simulierte heute Nachmittag bis Mitte Februar relativ mildes Wetter ohne Chancen auf winterliche Verhältnisse. Schaute man sich jedoch die Kontrollläufe an, so hat sich eine Veränderung ergeben. Viele der Kontrollvarianten wurden teils deutlich kälter als der Hauptlauf berechnet.

Das änderte sich heute Abend. Bis zum 6./7. Februar sorgt die atlantische Frontalzone auf ihrer Vorderseite für eine milde Anströmung der Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland. Der Höhepunkt der Milderung könnte dabei am 3. Februar mit Tageswerten zwischen +7/+12 Grad erreicht werden (über dem Nordosten mit +2/+6 Grad kühler), bevor zum 7. Februar die Tageswerte auf +4/+8 Grad etwas zurückgehen können. Im Zeitraum vom 5./7. Februar "schiebt" sich das Kontinentalhoch über die Barentssee und bildet zum 8. Februar ein Hochdruckkern über den skandinavischen Raum in einer von Nordwest nach Südost verlaufenden Hochdruckachse aus. Im Verbund mit den Tiefdrucksystemen schieben sich die Kaltluftmassen arktischen Ursprunges bis über Deutschland weit nach Süden. Gleichzeitig strebt aber die Frontalzone weiter nach Osten und "unterwandert" das Hochdrucksystem. In Folge daraus kann es zunächst zu einer Grenzwetterlage kommen, welche im Verlauf des zweiten Februar-Drittels den Winter nach Deutschland zurückbringen könnte.

Das europäische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem ebenfalls zum 5. Februar über der Barentssee, im Unterschied aber zum amerikanischen Wettermodell geht der Kaltluftzustrom weiter östlich nieder und erreicht Deutschland nicht einmal Ansatzweise.

Nichtsdestotrotz, diese Entwicklung hat nach beiden Wettermodellen das Potential für winterliche Varianten zum Ende des ersten Februar-Drittels, bzw. Anfang zweiten Februar-Drittels zumindest etwas erhöht. Schaut man auf die Kontrollläufe, so sieht man, dass der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells die kälteste aller Varianten darstellt. Abwarten ist als angesagt, in welche Richtung sich das in den kommenden Tagen entwickeln wird. Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) gegenüber heute Nachmittag, so liegen diese am 9. Februar bei 5/20/75 (heute Nachmittag: 5/25/70) und am 14. Februar bei 5/25/70 (heute Nachmittag: 0/25/75), so stellt man nur geringe Unterschiede fest. Die Mehrheit deutet auf milde Temperaturverhältnisse bis Mitte Februar hin.

Das Langfristmodell berechnet den Februar 2017 von Tag zu Tag wärmer. Nach der aktuellen Wettervorhersage liegt die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert nun zwischen +3/+4 Grad und in der Niederschlagserwartung zeigt sich über dem Westen eine leicht positive (zu nass) und über dem Südosten eine leicht negative (zu trocken) Niederschlagsentwicklung ab.

Der AO-index entwickelt sich wie bereits in den letzten Tagen zunehmend negativ, während der NAO-Index positiv bleibt. Die mögliche Veränderung kommt aber weiterhin vom Polarwirbel. Heute Abend sieht man sehr schön, wie das Hochdrucksystem sich durch den Polarwirbel drückt und je nach Position mal die kalten Luftmassen nach Mitteleuropa oder eben daran vorbei führen kann. Viel übrig bleibt aber von einem funktionierenden Polarwirbel nach beiden Berechnungen der Wettermodelle nicht. Zu stark bedrängen die Hochdrucksysteme den Polarwirbel. Man darf gespannt sein, was die nächsten Simulationen der Wettermodelle so alles an Varianten berechnen werden.

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