Sturm ist heute Abend, in der Nacht auf Freitag und auch noch bis zum Freitagnachmittag im Schwerpunkt südlich der Mittelgebirge zu erwarten. Die berechneten Spitzenwindgeschwindigkeiten können dort zwischen 60-120 km/h liegen, aber auch über dem Norden sind Windgeschwindigkeiten vom 30-80 km/h zu erwarten (über exponierten Lagen auch darüber). Ist das Tiefdrucksystem am Freitagnachmittag nach Osten abgezogen, wird nachfolgend aus nördlichen Richtungen kühlere Luft nach Deutschland geführt, so dass die Schneefallgrenze auf 200-400 Meter absinken kann. Da die Niederschläge - auch in der Nacht auf Freitag - recht kräftig ausfallen können, ist in einigen Regionen - vor allem aber über dem Mittelgebirgsraum und später über Ostdeutschland mit einem Schneesturm zu rechnen, wo binnen weniger Stunden 10-20 cm an Neuschnee niedergehen könnten. Die Wetterlage gilt als aktiv-dynamisch mit einem hohen Potential für Unwetter, so dass Details ungenau bleiben und in den sog. Nowcast-Bereich fallen. Weitere Details können Sie in der Wettervorhersage Januar nachlesen.

Der Winter kommt nach kurzer Milderung wieder zurück, denn bereits am Samstag und Sonntag ist verbreitet mit Dauerfrost zu rechnen. Wie viel Schnee ist denn bis zum Start in die neue Woche möglich? Viel Niederschlag wird in den kommenden Tagen erwartet, welcher sich zum Beginn der neuen Wochen allmählich abschwächt und voraussichtlich nur noch über dem Süden für ein paar Schneeflocken sorgen kann. Simuliert werden Niederschlagssummen bis einschließlich Dienstag von 10-18 l/m² über dem Nordosten, sonst 15-30 l/m², örtlich bis 40 l/m², wobei über den Windschattenseiten (Lee-Gebiete; Regenschattenseiten) mit 8-15 l/m² auch weniger an Niederschlag erwartet werden kann. Nun fällt der Niederschlag nicht durchweg als Schnee, besonders am Donnerstag und in der Nacht auf Freitag schwankt die Schneefallgrenze zunächst noch zwischen 400-800 Meter, bevor sie auf 200-400 Meter absinken kann. Betrachtet man die simulierte Gesamtschneehöhe bis einschließlich Dienstag, so ist westlich der Linie Köln - Bremen mit 0-2 cm, östlich davon in tieferen Lagen mit 3-10 cm und in mittleren Lagen ab ca. 600 Meter zwischen 10-30 cm und ab den höheren Lagen zwischen 30-60 cm zu rechnen - örtlich auch noch darüber.

Deutschland liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Start in die neue Woche verbreitet unter einer Schneedecke - wie lange bleibt der Winter? Beide Wettermodelle berechnen in hoher Übereinstimmung ein Hochdrucksystem über Skandinavien, bzw. einen Hochdruckkeil, welcher von den Azoren über Europa bis über das westliche Russland reichen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen entlang des südlichen Hochdruckgradienten, so dass kalte Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen herangeführt werden können. Die Wetterlage wird bis zum 23. Januar weitgehend als stabil berechnet, was die Niederschlagsneigung abklingen und die Temperaturen - vor allem in den Nächten - weiter zurückgehen lassen kann. Simuliert werden bspw. am 21. Januar Tageshöchstwerte zwischen -6/0 Grad und Tiefstwerte zwischen -10/-5 Grad und über Schnee und klaren Himmel sind -18/-10 Grad möglich. Das nennt man dann eine hochwinterliche Wetterlage, welche - statistisch gesehen - häufiger ab dem zweiten Januar-Drittel eintritt und bis in den Februar anhalten kann. Das sind aber nur statistische Gegebenheiten, an die sich das Wetter nicht immer halten mag.

Doch wie realistisch wäre zum heuteigen Stand ein anhaltender Winter bis Anfang Februar? Entscheidend ob der Winter bis in den Februar anhalten kann, wird sein, wie sich das Hochdrucksystem, bzw. die Hochdruckbücke entwickeln und sich im weiteren Verlauf positionieren wird. Nach den gängigsten Berechnungen liegt das Hochdrucksystem bis zum 21./22. Januar in einer von West nach Ost verlaufenden Hochdruckachse über dem skandinavischen Raum und kann sich in der Höhe langsam mit milderen Temperaturen auffüllen. Das ist dann der "Klassiker" einer Inversionswetterlage - in der Höhe langsam milder und in tieferen Lagen teils länger neblig trüb bei mäßigen Dauerfrost tagsüber und strengen Frost in den Nächten. Niederschläge sind kaum mehr zu erwarten.

Im Zeitraum vom 21./26. Januar hat das Hochdrucksystem dann drei wahrscheinliche Optionen. In der ersten Variante bleibt es über Skandinavien und verstärkt die gestörte Zirkulation - alles bleibt wie gehabt. In der zweiten Variante geht das Hochdrucksystem in das Kontinentalhoch über und ermöglicht einen größeren Spielraum für die atlantische Frontalzone, welche natürlich bestrebt ist, das "normale" Zirkulationsmuster wieder herzustellen. In diesem Fall wäre mit einem unbeständigen und stetig milder werdenden Wettercharakter zu rechnen, welcher bis in mittlere Lagen für Tauwetter sorgen kann. In der dritten Variante weitet sich das Hochdrucksystem nach Island/Grönland aus und kann die Hochdruckverbindung über Skandinavien zum Kontinentalhoch nicht aufrecht erhalten. In Folge dessen kann aus nördlichen Richtungen Kaltluft arktischen Ursprungs nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden.

Setzt der Winter also noch einen drauf oder wird es im letzten Januar-Drittel langsam milder, was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe berechnen den Mittelwert des Temperaturspektrums über dem Norden und Westen im Zeitraum vom 16./25. Januar und über dem Osten und Süden im Zeitraum vom 14./28. Januar im negativen Bereich schwankend. Nichtsdestotrotz zeigt sich im Zeitraum vom 23./28. Januar eine langsame aber stetige Milderung der Temperaturwerte, was sich anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) deutlicher darstellen lässt. So liegen die Verhältnisse am 22. Januar bei 90/10/0 und am 28. Januar bei 30/45/25. Betrachtet man die Niederschlagsentwicklung, so nimmt die Niederschlagsneigung bis zum 18. Januar generell ab und bleibt bis zum 23. Januar schwach ausgeprägt, was für die Dominanz des Hochdrucksystems spricht. Erst im Zeitraum darüber hinaus mehren sich die Niederschlagssignale wieder. Zusammenfassend ist ein hochwinterlicher Wetterabschnitt bis in das letzte Januar-Drittel hinein zu erwarten, welcher mit einer Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems bis Ende Januar verlängert, bzw. mit einer Ostwärtsverlagerung noch im letzten Januar-Drittel beendet werden könnte.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage Winter 2017 den Januar mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -2/-1 Grad über dem Süden zu kalt und etwa nördlich der Mainlinie mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad normal. Der Februar 2017 soll über dem Süden mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad normal und mit +0,5/+1 Grad über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge normal bis zu mild ausfallen. Gegenüber den letzten Wochen bedeutet die Berechnung des Langfristmodells eine Kehrtwendung für den Februar, welcher bislang mit +1/+2 Grad permanent zu warm berechnet wurde. Möchte man dies interpretieren, so könnte man sagen, dass die Statistik bzgl. eines Hochwinters und dessen Dauer durchaus eintreffen könnte. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle mit einem Update der Winterprognose.

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