Wetter Winter 2016/2017 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2016/2017 - Wetterprognose vom 21. Dezember

Seit ein paar Tagen zeigte sich in den Simulationen der Wettermodelle eine langsame Umstellung der Großwetterlage. Der eine gefühlte Ewigkeit andauernde hohe Luftdruck weicht bereits an Weihnachten einem Sturmtief, wölbt sich darüber hinaus bis Silvester wieder über Deutschland auf, dabei bleibt der Spielraum für am Boden kältere Varianten noch offen - auch Schneefall bleibt optional im Zeitraum vom 26./28. Dezember erhalten. Gesichert ist nichts, nur wahrscheinlich. Gestern haben wir beschrieben, dass eine solch stabile Hochdruckwetterlage nicht so einfach binnen ein paar Stunden sich in eine andere Wetterlage umwandeln kann, dafür braucht es schon ein paar Anläufe.

Betrachtet man die Simulationen der Wettermodelle, so zeigt sich im Bereich zwischen Neufundland, Island, Skandinavien und dem westlichen Russland eine rege Tiefdruckaktivität, während die Gebiete südlich davon meist vom "Hochdruckgürtel" dominiert werden können. Die Tiefdrucksysteme sorgen sowohl über Neufundland, als auch über dem östlichen Europa im Zeitraum vom 24./31. Dezember für Impulse und somit für Wellenbewegungen entlang der Polarfront in Form von Kaltluftvorstößen, während entlang der "Wellenberge" Warmluftmassen nach Norden geführt werden können. Deutschland, Österreich und die Schweiz befinden sich "zwischen den Tagen" mit höherer Wahrscheinlichkeit auf solch einem milden "Wellenberg".

Im Zeitraum vom 31. Dezember bis 5. Januar berechnet das amerikanische Wettermodell seit ein paar Tagen mehr oder minder Konstant die westliche Verlagerung der Hochdrucksystems in Richtung Atlantik in den Bereich zwischen Island, England, Azoren in einer relativ nördlichen Position und in einer "kugelrunden" Verfassung. Diese Hochdruckposition erhöht die Wahrscheinlichkeiten für ein westlich bis nordwestlich orientiertes Zirkulationsmuster und somit für eine überwiegend nasskalte Wetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sollte sie tatsächlich auch so eintreten können, wären Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer ab den mittleren Lagen möglich und hätte in tieferen Lagen bei +0/+4 Grad wohl eher Schneeregen, bzw. Regen zur Folge

Wie wahrscheinlich ist eine nasskalte Variante? Die Kontrollläufe sehen vielversprechend aus, die Mehrheit berechnet eine Mischung aus aktiv-dynamischer West- bis Nordwestwetterlage (windig, mäßig mild / windig, nasskalt). Hochdruckvarianten, wie sie aktuell vorherrschend ist, haben nach den Berechnungen von heute Nachmittag Anfang Januar eine Wahrscheinlichkeit von rund 20 Prozent, ebenso wie kältere Nordwetterlagen. Das Potential für einen nachhaltigen Wetterumschwung Ende des Jahres / Anfang 2017 wird in den Simulationen bekräftigt. Was alles möglich ist, zeigt das Temperaturspektrum bspw. am 1. Januar mit -5/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Westen und Norden und +2 Grad über dem Süden) und am 5. Januar zwischen -6/+9 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad über dem Westen und Norden und +0/+1 Grad über dem Süden). Das spricht mehrheitlich für eine nasskalte Nordwestwetterlage, bei der es über dem Nordwesten - Aufgrund der "warmen" Nordsee wärmer als über dem Südosten sein kann. Noch etwas deutlicher zeigt sich der Temperaturtrend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 31. Dezember bei 10/30/60 und am 5. Januar bei 45/35/20 liegen können.

Was macht der Polarwirbel? Diskussionswürdig bleibt eine Hochdruckentwicklung zum 27./28. Dezember über der Nordpolregion, welches den Polarwirbel im neuen Jahr erneut in einen instabilen Zustand bringen kann. Aus Sicht der Freunde des Winterwetters hat die Hochdruckachse heute aber eine eher begünstigende Richtung für den Erhalt des Kaltluftzustromes über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Nichtsdestotrotz zeigt sich der AO-Index auf einer Skala von +6/-6 über Weihnachten mit einem Wert von +5 deutlich positiv, hat aber im neuen Jahr mit einem Spektrum von +2/-2 eine neutrale Tendenz. Mit anderen Worten - aus der bisher vertrackten Hochdrucksituation und den damit verbundenen zu milden Temperaturen ergibt sich so langsam ein mögliches Auswegsszenario. Gegen 20:45 Uhr erfolgt heute Abend ein kurzes Update zur Wetterprognose Winter 2017.
Update Wetter Winter 2016/17:
Weiterhin werden die stürmische Weihnachten berechnet, was das Ereignis zwischenzeitlich sehr wahrscheinlich macht. Spitzenwindgeschwindigkeiten werden wohl am 1. Weihnachtsfeiertag über Norddeutschland im Zeitraum von 12:00 Uhr bis 3:00 Uhr in der Nacht auf den zweiten Weihnachtsfeiertag mit 100-120 km/h, örtlich bis 135 km/h erreicht werden können. Ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag langsam kühler - bis zum 29. Dezember Tageshöchstwerte zwischen -1/+5 Grad. Etwas Niederschlag über Ostdeutschland möglich, welcher oberhalb etwa 500 Meter durchaus auch in Schnee übergehen kann.

Silvester bei +1/+6 Grad leichte Niederschlagserwartung über dem Norden möglich, in der Nacht Frost zwischen -4/0 möglich, bei Niederschlag kann es mit +2 Grad auch frostfrei bleiben - kaum Wind.

In den ersten Januar-Tagen wird heute Abend die Variante mit Hochdruck über Mitteleuropa im Hauptlauf berechnet. Mehrheit der Kontrollläufe berechnet eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde West- bis nasskalte Nordwestwetterlagen, erhöhter Anteil von meridionalisierenden Wetterlagen Anfang des Jahres (kältere Nordlagen). Im Vergleich dazu die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 31. Dezember bei 15/25/60 (heute Mittag: 10/30/60) und am 5. Januar bei 35/35/30 (heute Mittag: 45/35/20) liegen. Mit anderen Worten ist ein Wetterumschwung zum neuen Jahr weiterhin möglich.

Langfristmodell berechnet für Januar 2017 weiterhin eine Abweichung von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im normalen Bereich. Februar mit einer Abweichung von +1/+2 Grad erneut im zu warmen Bereich. Januar etwas zu trocken, Februar normal.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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