Heute und auch am Mittwoch sind etwa nördlich der Mainlinie noch gelegentliche Niederschläge zu erwarten, ab Donnerstag setzt sich aber bis zum Wochenende hoher Luftdruck durch und lässt die Grundströmung auf östliche Richtungen drehen. So nimmt die Neigung zu Nebel- und Hochnebelfelder zu, es bleibt aber die meiste Zeit über trocken. Je nachdem wie sich die Sonne gegen den Nebel und Hochnebel durchsetzen kann, steigen die Temperaturen auf +1/+5 Grad, bzw. +4/+8 Grad, wobei die tieferen Werte meist über Ostdeutschland anzutreffen sind (Details s. Wetter Dezember 2016).

Die Großwetterlage zeigt sich am 4. Advent mit einer dominierenden Hochdruckbrücke, welche sich von den Azoren über Mitteleuropa bis über das östliche Europa erstrecken kann. Gleichzeitig sorgt der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland für die Produktion weiterer, teils kräftiger Tiefdrucksysteme, welche in Richtung Mitteleuropa streben, dort aber noch vom Hochdrucksystem blockiert werden können.

Im Zeitraum vom 17./19. Dezember verändert sich an der vom hohen Luftdruck dominierten Wetterlage voraussichtlich wenig, während im Zeitraum vor Weihnachten das amerikanische Wettermodell eine neue Variante berechnet. Mit ansteigender Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik kann sich zum 20./21. Dezember ein Tiefdruckgebiet mit einem Kerndruck von 945-955 hPa zwischen Grönland und Island positionieren, was das Hochdrucksystem über Mitteleuropa dazu anregt, sich über dem skandinavischen Raum zu verlagern. In Folge daraus kann die Hochdruckbrücke kurzzeitig unterbrochen werden, was ein Tiefdrucksystem dazu nutzt, sich über die Mittelmeerregion zu positionieren. Das ist dahingehend interessant, als dass sich im Verbund mit hohem Luftdruck über Skandinavien und einem sich weiter intensivierenden Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion über Deutschland eine östliche Grundströmung einstellen könnte, was die Tageswerte nahe an die 0 Grad Grenze absinken lassen kann. Je nach Position des Mittelmeertiefs wären auch für entsprechende Niederschläge im Zeitraum vom 20./22. Dezember nicht auszuschließen. Die berechneten Tageswerte liegen am 21. Dezember zwischen -2/+2 Grad und am 22. Dezember zwischen -1/+3 Grad im überwiegend nasskalten Bereich. Entsprechende Niederschläge könnten etwa oberhalb 200-500 Meter als Schnee niedergehen.

Das europäische Wettermodell stützt die Berechnung des amerikanischen Wettermodells nicht und positioniert das Hochdrucksystem im Bereich zwischen Deutschland und dem östlichen Europa in einer von Süd nach Nord verlaufenden Hochdruckachse. So würde sich am bestehenden - zu Nebel und Hochnebel neigenden - Wettercharakter bei mäßig milden Temperaturen bis zum 22. Dezember wenig verändern.

Wie wahrscheinlich ist eine möglich nasskalte Variante des amerikanischen Wettermodells mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen? Die Kontrollläufe zeigen, dass es sich bei den oben beschrieben Berechnungen um eine kältere Variante handelt. Die Mehrheit der Kontrollläufe stützt bis zum 22. Dezember eine hochdruckdominerte Wetterlage bei mäßig milden Temperaturen, was in etwa der Simulation des europäischen Wettermodells entspricht. Das Temperaturspektrum liegt am 19. Dezember zwischen -5/+10 Grad (Mittelwert: +1 Grad über dem Osten, sonst bei +3 Grad) und am 22. Dezember zwischen -7/+9 Grad (Mittelwert: +0/+1 Grad über dem Osten, sonst +2/+3 Grad).

Mit anderen Worten sind die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells weniger wahrscheinlich, sie bestätigen aber, dass eine Hochdruckdominanz zum heutigen Stand kurz vor, oder gar über Weihnachten keinesfalls als gesichert angesehen werden kann. Welche Möglichkeiten sich hieraus alles für das Wetter an Weihnachten ergeben können, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend u.a. auch mit den Chancen auf weiße Weihnachten 2016.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!