Die kommenden Tage bleiben bis zum Mittwoch hochdruckdominiert, so dass bei einer nur schwachen Niederschlagsneigung die Temperaturen sich vielfach im Bereich zwischen +24/+28 Grad, örtlich auch bis über +30 Grad bewegen können. Somit hat der September wohl mehr Sommertage am Stück als dass das im Juni oder Juli der Fall war (s. Wetter September).

Wie lange hält sich die außergewöhnliche "Hitzewelle" im September noch? Bereits in den letzten Tagen zeigte sich in den Simulationen der Wettermodelle eine Abschwächung der Hochdruckblockade Mitteleuropa, so dass die Tiefdrucksysteme langsam vermehrt das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen könnten. Gelingt der Durchbruch der atlantischen Frontalzone und sorgt mit frischen Wind für kühlere Temperaturen und einem unbeständigen Wettercharakter?

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 15./22. September einen Verbleib der Hochdrucksituation über Deutschland, Österreich und der Schweiz. So schwächst sich das Hochdrucksystem nur am kommenden Wochenende vorübergehend ab, so dass die lokale Schauer- und Gewitterneigung etwas ansteigen kann, von einer Veränderung der Großwetterlage kann aber nach dieser Berechnung nicht ausgegangen werden. So liegt das Hochdrucksystem relativ stabil im Bereich zwischen den Azoren, der Mittelmeerregion und reicht mit seinem nördlichen Ausläufer bis über den skandinavischen Raum, so dass sich die Tiefdrucksysteme im Bereich zwischen dem östlichen Kanada, Grönland und Island in einem sehr engen und nördlichen Bereich sich bewegen. Die Temperaturen bleiben nach dieser Simulation stets auf einem für die Jahreszeit deutlich zu hohem Niveau.

Ob das so kommen mag, kann zu heutigen Stand noch in Frage gestellt werden, dient aber durchaus als Trendwechsel gegenüber den letzten Tagen, welcher in den kommenden Stunden genauer beobachtet werden muss. Entweder kippt die Simulation wieder zurück, oder das Hochdrucksystem schafft es tatsächlich die bisherige Wetterlage zu erhalten (Erhaltungsneigung). Das europäische Wettermodell berechnet zum 14./15. September einen höheren Tiefdruckeinfluss auf Deutschland, Österreich und der Schweiz, bevor zum Wochenende von Westen her langsam wieder ein Hochdruckkeil des Azorenhochs bemerkbar machen kann - nichtsdestotrotz wird es nach dieser Simulation spürbar kühler aber nicht kalt werden.

Die Kontrollläufe stützen die Variante des amerikanischen Wettermodells nicht und senken das Temperaturniveau im Zeitraum vom 16./23. September langsam aber stetig auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ab. Gleichzeitig erhöht sich die Niederschlagswahrscheinlichkeit ab dem 16. September, was für den Durchbruch der atlantischen Frontalzone bis nach Mitteleuropa spricht. Das Temperaturspektrum liegt am 16. September zwischen +15/+30 Grad (Mittelwert: +24/+26 Grad über dem Süden, Osten und Norden und bei +22 Grad über dem Westen) und am 23. September zwischen +12/+26 Grad (Mittelwert: +17/+18 Grad).

Das Langfristmodell simuliert die Temperaturabweichung im September mit +1/+2 Grad weitgehend im zu warmen, jedoch mit +0,5/+1 Grad über dem Westen und Nordwesten im "nur" leicht zu warmen Bereich. So wird der September über dem Westen und Nordwesten etwas kühler als in den Tagen zuvor berechnet, was an dem möglicherweise bevorstehenden Wetterwechsel liegen mag. Nichtsdestotrotz beträgt der aktuelle Temperaturüberschuss knapp +4,3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert und wird sich in den kommenden Tagen eher noch nach oben orientieren. Da müsste es im letzten September-Drittel schon ordentlich abkühlen, dass über dem Westen und Nordwesten ein Temperaturüberschuss von +0,5/+1 Grad erreicht werden könnte. Für Oktober liegt die berechnete Abweichung zwischen +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen und im November mit -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich. Für den Winter bleibt das Langfristmodell seinen Simulationen der vergangenen Wochen treu und berechnet die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem vieljährigen Mittelwert mit +0,5/+2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Tendenziell könnte der Norden auch etwas kühler als der Süden ausfallen.

Das Langfristmodell des Deutschen Wetterdienstes berechnet den Herbst 2016 (September, Oktober und November) mit einer Wahrscheinlichkeit von 21 Prozent zu kalt, 35 Prozent normal und 44 Prozent zu warm.

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