Die Simulationen der Wettermodelle stimmen nahezu überein und berechnen für die ersten Februar-Tage einen abwechslungsreichen und windigen Wettercharakter, welcher zunächst mild und bis zum 5. Februar auch nasskalt mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen ausfallen kann (s. Wetterprognose Februar).

Kommt der Winter zurück? Nach den aktuellen Simulationen liegt die Wahrscheinlichkeit hierfür im äußerst geringen Bereich. Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 4. Februar bei 10/20/70 und am 10. Februar bei 15/35/50. Der Temperaturtrend bleibt im ersten Februar-Drittel überwiegend im normalen bis zu milden Bereich. Das ist bei einer sich einstellenden Westwetterlage durchaus normal und nicht weiter verwunderlich.

Allerdings simuliert das amerikanische Wettermodell im Zeitraum zwischen dem 4./7. Februar auch zunehmend Varianten, welche im Ansatz ein sogenanntes Downstream Development berechnen. Was ist ein Downstream Development? Das kommt bei aktiven Westwindwetterphasen häufiger vor und ist Übersetzt eine "Stromabwärts-Entwicklung" - welche so auch wortwörtlich genommen werden kann. Vereinfacht ausgedrückt ist der Ablauf zunächst stringent von West nach Ost, wobei die Wellenbewegungen entlang der südlichen Gradienten zunehmen und sich "Stromabwärts" entwickeln. Das Hochdrucksystem wird zunehmend stärker und weicht nach Westen aus, so dass an seinem östlichen Gradienten eine Hochdruckkeilausbildung nicht mehr stattfinden kann, stattdessen "rutschen" die Tiefdrucksysteme von Nordwest nach Südost bis über die Mittelmeerregion ab.

In Folge dieser Entwicklung können sich je nach Intensität der Wetterentwicklung auf dem Atlantik zwei Varianten ergeben. Zum einen die eher nasskalte Nordwestwetterlage, welche in tieferen Lagen für Regen oder Schneeregen sorgen und ab mittleren Lagen für Schneefall sorgen kann und in der zweiten Variante gelingt die Initialisierung eines Mittelmeertiefs, welches das Strömungsmuster langsam meridionalisieren lässt und die Initiierung eines Trog Mitteleuropa in Gang setzen kann, was wiederum die Wahrscheinlichkeit auf winterliche Wetterverhältnisse bis in tiefere Lagen erhöht.

Wie wahrscheinlich ist so eine Entwicklung. Das kommt darauf an, wie aktiv das Atlantikwetter insgesamt ist und wie nachhaltig sich im eintretenden Fall eines Downstream Development sich das Hochdrucksystem auf dem Atlantik in einer blockierenden Position behaupten kann. Das amerikanische Wettermodell simuliert Phasenweise im Ansatz zum Ende des ersten Februar-Drittels eine solche Entwicklung. Die Wahrscheinlichkeit selbst ist zum heutigen Stand eher als gering einzustufen. Zudem muss auch noch abgewartet werden, wie sich die nun einstellende Westwetterphase entwickeln wird.

Was mach der Polarwirbel? Der AO-Index Wert zeigt im Verlauf des ersten Februar-Drittels einen negativen Trendverlauf auf, so dass eine nachhaltige Stabilisierung des Polarwirbels weiterhin in Frage gestellt werden kann. Betrachtet man die Simulation des europäischen Wettermodells, so kann sich über der Polarregion ein mit 1045 hPa halbwegs kräftiges Hochdrucksystem zum 5. Februar entwickeln, welches Hochdruckeinschübe aus Richtung Alaska, Sibirien oder Grönland zulassen könnte. Eine ähnliche Konstellation hat im übrigen zu den winterlichen Verhältnissen Mitte Januar geführt. Die Simulation des amerikanischen Wettermodells zeigt sich verhaltener, aber auch hier zeigt sich eine ähnliche Position der Hochdruckansätze.

Das Minor Warming in Stratosphärenhöhe wird weiterhin in seiner Entwicklungsstruktur nahezu konstant berechnet und erreicht zum 5./6. Februar wohl seinen vorläufigen Höhepunkt. Ob es darüber hinaus zu einem Major Warming inkl. einer West-Ost, Ost-West Umkehr kommen kann, bleibt abzuwarten. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:15 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update dieser Winterprognose.
Aktualisierung:
Sehr mild bis Anfang Februar. Ende Januar, Anfang Februar windig, teils mit stürmischen Böen, welche über exponierten Lagen auch orkanartig ausfallen können - insgesamt wechselhafter und unbeständiger Wettercharakter. Wie mild kann es werden? Im Zeitraum 27. Januar - 2. Februar werden +7/+14 Grad in Aussicht gestellt. Darüber hinaus simulieren beide Wettermodelle einen mit -0/+7 Grad einen Temperaturtrend in die nasskalten Richtung, bei dem Zwischendurch der eine oder andere Schnee- oder Schneeregenschauer bis in mittlere Lagen hinab nicht auszuschließen wäre. Schneefallgrenze schwankt zumeist zwischen 500-1.000 Meter. Wenig winterlich, mehr nasskalt. Die mögliche Instabilität des Polarwirbels und das kräftige Minor Warming Anfang Februar bleiben in den Simulationen bestehen.

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