Ob das Wetter zu Silvester mild, nasskalt, neblig-trüb oder stürmisch sein wird, steht zum heutigen Stand noch nicht fest, allerdings zeichnen sich in den Simulationen der Wettermodelle Tendenzen ab, welche die Großwetterlage - auch nachhaltig - verändern könnte. Ob das noch im Jahr 2015 geschehen wird, bleibt fraglich.

Der grobe Aufbau der Großwetterlage zeigt sich zum 30./31. Dezember in Form einer Hochdruckstruktur, welche sich über Skandinavien in Form eines autarken Hochdrucksystems oder in einer von Südwest nach Nordost verlaufenden Hochdruckachse entwickeln kann. Je nachdem wie sich das Hochdrucksystem aufbaut bleibt es mild oder die Temperaturen gehen langsam aber stetig im gradientenschwachen Umfeld nach unten, bleiben aber für die Jahreszeit noch im zu warmen Bereich.

Darüber hinaus simuliert das amerikanische Wettermodell im Zeitraum 1./6. Januar eine Hochdruckposition über dem östlichen Skandinavien, welche sich mit dem russischen Kontinentalhoch verbinden kann. In Folge daraus kann zunächst ein massiver Kaltluftausbruch über Osteuropa bis über die Türkei gelingen. Im weiteren Verlauf dreht die Grundströmung auf östliche Richtungen, was die kalten Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führen kann. Die simulierten Tagestemperaturen würden sich bspw. am 5. Januar bei neblig-trüben oder hochnebelartig bewölkten Himmel zwischen -3/+4 Grad bewegen können.

Die Kontrollläufe weisen weiterhin ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten auf, insofern ist es nicht verwunderlich, dass aktuell von Tag zu Tag unterschiedlichste Lösungsansätze simuliert werden. Die Gemeinsamkeiten liegen in einem Temperaturspektrum, welches sich zwischen nasskalt und mild bewegen kann. Richtig winterliche Varianten mit Schneefall und Dauerfrost werden zwar simuliert, sind jedoch deutlich in der Minderheit. Im Grunde geht es aber auch nicht um die eine oder andere Variante, sondern darum, ob das bisherige mild/warme Zirkulationsmuster aus südwestlichen Richtungen verändert werden und sich daraus eine andere Großwetterlage ergeben kann. Die Simulation des amerikanischen Wettermodells hätte jedenfalls das Potential hierzu. Betrachtet man die Verhältnisse von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 1. Januar bei 25/35/40 und am 6. Januar bei 25/45/30 - auch hier zeigt sich in den letzten Tagen ein steter Abbau der zu warmen Varianten. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update dieser Winterprognose.
Aktualisierung:
Das europäische Wettermodell bleibt seinem Kurs der letzten Tage treu und simuliert erneut die Verlagerung des Hochdrucksystems bis zum 31. Dezember über das östliche Europa. Gleichzeitig gelingt es dem Hochdrucksystem eine Verbindung zum Azorenhoch aufzubauen, so dass in Folge daraus sich nichts an der milden bis warmen Südwestwetterlage verändern wird. Anders hingegen die Simulation des amerikanischen Wettermodells. Das Hochdrucksystem kann sich nach diesen Berechnungen bis zum 29. Dezember über Skandinavien aufbauen und auf seiner Westflanke sehr milde Luftmassen nach Norden befördern. Zum Teil gelingt das bis über die Grönlandsee, während auf der Ostflanke kalte Luftmassen nach Süden geführt werden können. Deutschland, Österreich und die Schweiz verbleiben somit bis zum 31. Dezember im gradientenschwachen "Hochdrucksumpf" - je nach Nebelauflösung können die Temperaturen auf +1/+6 Grad, bzw. +4/+9 Grad ansteigen. Dann passiert aber etwas "außergewöhnliches", was so nicht allzu oft vorkommt und zumindest in der Simulation schön anzuschauen ist. Das Hochdrucksystem transportiert bis zum 2. Januar weitere Warmluftmassen gen Norden, welche unter Umständen auch die Nordpolregion erreichen können (Temperatursprung von -35 Grad auf -4 Grad in 2 und 1.500 Meter Höhe). Das bleibt nicht ohne Folgen. So baut das Hochdrucksystem eine "eigenartige" Hochdruckverbindung von den Azoren über Mitteleuropa bis zum sibirischen kontinentalhoch auf und kapselt dabei einem Kaltlufttropfen des Polarwirbels ab, welcher zuvor zum 30. Dezember noch nach Süden geführt wurden. Somit gelingt es den Systemen mit hohem Luftdruck von Sibirien bis Skandinavien und tiefen Luftdruck mit eisiger Kälte eine West-Ost / Ost- West Umkehr. Anders formuliert gelingt es dem mächtigen Kaltlufttropfen sich bis zum 6. Januar über Skandinavien zu positionieren und dabei auch Deutschland, Österreich und Die Schweiz mit kalten/kühlen Luftmassen zu versorgen. Ob diese Umkehr der Zirkulationsstruktur so erfolgen kann wie simuliert, bleibt zum heutigen Stand fraglich. Wichtig für alle Freunde des Winterwetters bleibt die Tatsache, dass immer wieder solche Varianten simuliert werden und ein Indiz für die mögliche Veränderung der Großwetterlage bleiben. Die Kontrollläufe bleiben der Tendenz von einem zurückgehenden Temperaturniveau treu, wenngleich der Mittelwert - auch zu Beginn von 2016 - noch im zu warmen Bereich verbleiben. Zum Vergleich noch die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 1. Januar bei 10/25/65 (heute Mittag: 25/35/40) und am 6. Januar bei 25/35/40 (heute Mittag: 25/45/30) liegen.

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