Spannender als wie nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells könnte die Wetterentwicklung zu Silvester gar nicht sein. Denn von milden bis hin zu kalten Temperaturen ist alles möglich - auch eine Grenzwetterlage ist nicht auszuschließen. Etwas anders ist die Berechnung des europäischen Wettermodells, welches die Großwetterlage kaum verändert berechnet und es bei dem milden Temperaturcharakter bis Silvester belässt.

Wie geht es weiter? Diese Hochdrucksystem versetzt den Polarwirbel entlang seiner Polarfront in Schwingungen (vereinf. Rossby Wellen Symptomatik) und kapselt dabei Teilwirbel ab, welche - je nach Achsausrichtung des Hochdrucksystems - auch in Richtung Deutschland geführt werden können. Gelingt das, so wäre mit einer nachhaltigen Wetterumstellung in Richtung Winter zu rechnen. Gelingt das nur zum Teils oder gar nicht, wird die Erhaltungsneigung wohl stark genug sein können, um nach einer kurzen kühleren Temperaturphase wieder mildere Luftmassen nach Mitteleuropa zu führen. Betrachtet man den AO- (vereinf. zustand Polarwirbel) und NAO-Index Wert (Verhältnis Azorenhoch / Islandtief), so haben diese bis zum Jahresende einen Trend zur Normalisierung - auch das ist als Indiz für eine mögliche Wetterumstellung zu bewerten. Was macht das gestern simulierte - etwas kräftigere simulierte - Minor-Warming zum 4./5. Januar? Das wird heute nicht mehr in Betracht gezogen und spielt zunächst einmal keine Rolle mehr.

Wie weit das Spektrum an Möglichkeiten zum Jahresanfang 2016 gestreut sind, zeigt die Differenz der Höhentemperaturen (1.500 Meter) der Kontrollläufe, welche am 1. Januar bis zu 26 Grad betragen kann (-14/+12 Grad) - seriöse Wetterprognosen und Wettervorhersagen liegen bei einer Differenz der Höhentemperaturen von etwa 2/4 Grad. Betrachtet man die Verhältnisse von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 1. Januar bei 30/30/40 und am 5. Januar bei 20/40/40. Das Langfristmodell behält seine zu warme Winterprognose weiterhin konstant bei und simuliert für den Januar 2016 eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +2/+3 Grad und im Februar 2016 eine Abweichung von +1/+3 Grad. Die Niederschlagserwartung ist im Januar 2016 leicht und im Februar deutlicher erhöht. Gegen 21:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle in kurzes Update zur Winterprognose.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell favorisiert heute Abend erneut eine Hochdruckvariante im Bereich über Skandinavien, welche zum 31. Dezember weiter nördlicher als noch heute Mittag simuliert wird. Das nutzen die Tiefdrucksysteme vom Atlantik kommend aus und können Deutschland im Zeitraum 30. Dezember / 4. Januar von Nordwest nach Südost überqueren. Somit kann das zu Grunde liegende Strömungsmuster westliche bis nordwestlich orientiert sein und in tiefere Lagen für nasskalte Witterungsverhältnisse sorgen, wobei die Schneefallgrenze bis auf die mittleren Lagen absinken kann (400-800 Meter), teils auch darunter. Das europäische Wettermodell simuliert das Hoch weiterhin nicht über Skandinavien, sondern positioniert es zum 31. Dezember über dem östlichen Europa, insofern würde sich an der milden bis warmen Süd- bis Südwestwetterlage wenig ändern. Die Kontrollläufe haben die ganz kalten Varianten etwas zurück genommen und simulieren mehrheitlich einen sich langsamen neutralisierenden Temperaturtrend bis zum 4. Januar, welcher mit seinem Mittelwert gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert noch leicht erhöht bleibt. So liegt das Temperaturspektrum am 1. Januar zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Westen, +4/+5 Grad über dem Süden und Norden und +3 Grad über dem Osten) und am 4. Januar zwischen -6/+9 Grad (Mittelwert: +2 Grad über dem Osten, sonst +3/+4 Grad). Vergleicht man die Verhältnisse von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 1. Januar bei 10/50/40 (heute Mittag: 30/30/40) und am 5. Januar bei 25/25/50 (heute Mittag: 20/40/40).

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