Im aktuellen Wetterausblick für die Tage zwischen Weihnachten und Silvester zeichnet sich - zum wiederholten Male - die Möglichkeit einer Umstellung der Großwetterlage ab. Das ist aber noch nicht mit einer Abkühlung oder gar winterlichen Verhältnissen gleichzusetzen. Vielmehr ist es als Signal zu bewerten, welches dieses milde und südwestlich orientierte Dauerhochdruckwetter beenden könnte. Zu unterscheiden sind zum heutigen Stand drei unterschiedliche Wetterentwicklungen.

Je nachdem welche dieser Varianten eintreten wird, ergeben sich für die ersten Januar-Tage folgende Optionen. In der ersten Variante ist mit einer strammen Westwetterlage zu rechnen, bei der sich das Azorenhoch seinen angestammten Platz über den Azoren wieder zurück erobern kann und die Gradientenlinie zwischen Tiefdrucksystemen im Norden und dem Hochdrucksystem über dem Süden stringent von West nach Ost verlaufen lassen kann. Je nachdem wie sich das Azorenhoch aufwölbt, sind auch nasskalte Nordwestwetterlagen über Deutschland, der Schweiz und Österreich möglich. Schneefall wäre in diesem Fall im Zeitraum 1./4. Januar ab mittleren Lagen nicht auszuschließen, während es in tieferen Lagen bei Schneeregen-, Graupel- oder Regenschauern bleibt. Mit eisigem Winter ist bei solch einer Konstellation nicht zu rechnen, vielmehr Abwechslungsreiches, mal mildes, mal kühleres Wetter wäre zu erwarten.

In der zweiten Variante liegt das Azorenhoch stabil über den Azoren, während über dem östlichen Europa sich ein weiteres Hochdrucksystem positionieren kann. Beide Hochdrucksysteme versuchen nun eine Hochdruckbrücke aufzubauen. Gelingt das, ändert sich an der milden Südwestwetterlage nichts, weist hingegen die Hochdruckbrücke eine Lücke auf, so können von Nordwest nach Südost Tiefdrucksysteme nach Deutschland gelangen. Der Wettercharakter wäre zwischen mild/nasskalt und unbeständig/trocken einzustufen - je nachdem wie weit die Tiefdrucksysteme nach Osten vorankommen können.

In der dritten Variante verlagert sich das Hoch über Skandinavien in autarker Position (ohne Hochdruckverbindung nach Süden). Somit könnten die über das östliche Europa abfließenden Kaltluftmassen mit einer östlichen Gradientenströmung nach Deutschland geführt werden, was in Folge in den ersten Januar Tagen zu teils neblig-trübes oder hochnebelartig bewölktes Wetter bei Temperaturen vielfach um den Gefrierpunkt führen kann.

Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Auch heute Mittag simulieren die Kontrollläufe mehrheitlich einen milden/nasskalten Temperaturtrend im Zeitraum vom 30. Dezember bis 4. Januar. So liegt das Temperaturspektrum am 1. Januar zwischen -4/+8 Grad (Mittelwert: +3/+5 Grad) und am 4. Januar zwischen -4/+10 Grad (Mittelwert: +3/+5 Grad). Vergleicht man das mit dem aktuellen Mittelwert von +10/+12 Grad, so könnte sich der Temperaturtrend so langsam seinem Jahreszeit-typischen Wert annähern. Schaut man auf die Differenz der Höhentemperaturen (1.500 Meter) der Kontrollläufe, so beträgt diese am 1. Januar 15 Grad. Seriöse Wettervorhersagen und Wetterprognosen gelten erst ab einer Differenz von 2/4 Grad, insofern bleibt ein breites Entwicklungsspektrum beim Wetter Winter erhalten - vor allem hinsichtlich der Frage wann denn der Schnee kommt, bzw. mit Winterwetter zu rechnen ist. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung dieser Winterprognose.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell bestätigt in seiner Simulation von heute Abend den möglichen Umbau der Großwetterlage. So positioniert sich im Zeitraum 27./31. Dezember das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum. Ob das in autarker Art und Weise passieren kann, bleibt noch abzuwarten, ist aber entscheidend für eine kühle oder milde Witterung. Auch eine sog. Grenzwetterlage ist mit dieser Simulation nicht mehr auszuschließen, wenngleich aber zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich. Im Zeitraum zwischen dem 1./4. Januar verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt über den Bereich Barentssee/Karasee, während über dem russischen Kontinent ein Tiefdrucksystem liegt. Die Achsausrichtung zwischen beiden Systemen ist von Nordost nach Südwest ausgerichtet, so dass kalte Kontinentalluftmassen in Richtung Deutschland geführt werden könnten. Das europäische Wettermodell simuliert einen anderen Ansatz. Das Hochdrucksystem kann sich bis zum Jahresende nicht über Skandinavien positionieren und lässt sich von der Wetteraktivität auf dem Atlantik nach Osten über das östliche Europa ab drängen. Deutschland, die Schweiz und auch Österreich würden demnach auf der westlichen Seite des Hochdrucksystems liegen, was die Zufuhr milder Luftmassen aus Süden ermöglichen könnte. Im Detail wird es in den kommenden Tagen gar nicht darum gehen, welche Varianten alles Simuliert werden - wichtig ist für alle die sich den Winter herbeisehnen, dass am Umbau der Großwetterlage zum Jahreswechsel "gearbeitet" wird. Ob er gelingen mag, bleibt abzuwarten - jedoch werden die Signale hierfür deutlicher. Die Kontrollläufe stützen mit ihrem Mittelwert weiterhin einen zu milden bis leicht zu milden Temperaturverlauf im Zeitraum 27. Dezember/4. Januar, allerdings zeigt der Temperaturtrend selbst nach unten. So liegt das Temperaturspektrum am 30. Dezember zwischen -3/+10 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Osten, sonst +4/+5 Grad) und am 4. Januar zwischen -7/+10 Grad (Mittelwert: +0 Grad über dem Osten, sonst +2/+4 Grad). Die Verhältnisse von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 31. Dezember bei 20/40/40 und am 4. Januar bei 25/45/26. Ganz am Ende des Zeitraumes simuliert das amerikanische Wettermodell zum 4./5. Januar heute Abend den Ansatz zu einem kräftigeren Minor-Warming, welches durchaus sich zu einem Major-Warming weiter entwickeln könnte. Diese Entwicklung ist äußerst spannend und muss sich in den kommenden Tagen erst weiter behaupten um ernsthaft in Betracht gezogen werden zu können. Der sog. NAO-Index und auch AO-Index haben zum Jahreswechsel einen deutlicheren Trend in Richtung Normalisierung, bzw. auch leicht negative Entwicklung.

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