Nach einer kurzen Wetterberuhigung von Sonntag bis zur Wochenmitte nimmt die Wetteraktivität voraussichtlich zum Mittwochabend wieder zu. Auf dem Atlantik zeigt sich nach dem amerikanischen und auch europäischen Wettermodell eine imposante Wetterentwicklung. So strömen in den beiden Simulationen der Wettermodelle im Zeitraum 7./9. Januar Kaltluftmassen über dem östlichen Kanada bis nach Neufundland und können zum 8. Januar ein Tiefdrucksystem initialisieren, welches bis zum 9. Januar Island mit einem Kerndruck von 955 hPa erreichen kann. Gleichzeitig hält das Azorenhoch "dagegen", so dass die Gradientenlinien zwischen Hoch und Tief zueinander stark komprimiert werden können. Deutschland liegt zum heutigen Stand genau im Verlauf der komprimierten Gradientenlinien, so dass Starkwindereignisse im Zeitraum 8./11. Januar wahrscheinlich geworden sind - je nach Simulation der Wettermodelle ist auch ernstzunehmendes Potential für Extremwindereignisse (Orkan) vorhanden. Im Detail muss diese Entwicklung abgewartet und genau beobachtet werden, da die simulierten Windgeschwindigkeiten aktuell am 8. Januar 20-60 km/h, am 9. Januar 40-80 km/h im Süden und bis 110 km/h im Norden und am 10. Januar bis 120 km/h betragen können. Nachfolgend werden im Zeitraum 11./13. Januar weitere Randtiefsysteme entlang der Tiefdruckrinne simuliert, so dass auch dieser Zeitabschnitt wechselhaft und Windig ausfallen kann. Von winterlichen Verhältnissen ist bei dieser Wetterentwicklung nicht zu sprechen und auch in den Simulationen ist nichts zu erkennen, was noch auf eine Rückkehr von winterlichen Verhältnissen in tieferen Lagen bis zum 11. Januar schließen lässt. So sind auch die Kontrollläufe recht eindeutig und tendieren mehrheitlich zu einer wechselhaften und nasskalten Wetterlage. Das Temperaturspektrum liegt bspw. am 11. Januar zwischen -2/+8 Grad bei einem Mittelwert von +3/+4 Grad im Süden und Osten und +5/+6 Grad im Westen und Norden. Was aber ist mit dem Winterwetter - bleibt es mild oder kommt der Winter im Flachland im zweiten Januar-Drittel? Der Polarwirbelsplitt in Stratosphärenhöhe mit dem einhergehenden Warming zeigt in den Simulationen langsam auch Auswirkungen auf die unteren Luftschichten (Troposphäre). Insbesondere das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 11./15. Januar eine Verlagerung des Tiefdruckzentrums in Richtung Skandinavien und der Kaltluftwirbel zwischen Kanada und Grönland bewegt sich langsam nach Osten. Somit ergeben sich auf dem Atlantik vermehrte Optionen zu einem aufkeilendes Hochdrucksystem, welches auf die atlantische Frontalzone eine blockierende Wirkung haben kann. In einigen Varianten der Simulationen werden auch Hochdruckverbindungen simuliert, welche von vom Azorenhoch über Grönland bis hin zum Hochdrucksystem über dem Nordpol reichen. Sollte diese Simulation eintreten, so würden nachfolgend die Gradienten über Mitteleuropa mäandrieren und im Zeitraum 13./15. Januar wieder für winterliche Verhältnisse bis in tiefere Lagen über Mitteleuropa sorgen können, welche Aufgrund der Hochdruckstruktur auf dem Atlantik und dem "gestörten" Polarwirbel durchaus auch nachhaltiger und länger andauernd sein können. Nun hängt diese Entwicklung maßgeblich davon ab, wie das Warming sich außerhalb der Simulationen mit seinen tatsächlichen Werten entwickeln und in den unteren Luftschichten durchsetzen wird/kann - Veränderungen sind in der Wetterprognose, bzw. im Wettertrend zum aktuellen Stand durchaus wahrscheinlich. Die nächste Aktualisierung erfolgt in einem Update dieser Wetterprognose heute Abend gegen 21:00 Uhr.
Update:
Die Stark-, bzw. Extremwindereignisse im Zeitraum 8./12. Januar sind weiterhin in den Simulationen der Wettermodelle enthalten und werden in den kommenden Tagen wohl ein bestimmendes Thema bei den Wetterprognosen, bzw. Wettervorhersagen werden. Deutschland liegt in diesem Zeitraum inmitten eines Hauptwindfeldes, dessen simulierte Windgeschwindigkeiten am 9. Januar zwischen 40-90 km/h und am 10. Januar zwischen 50-110 km/h liegen können (je nach Simulation auch noch darüber). Der Grund für diese Wetterentwicklung bleiben die kalten Luftmassen, welche über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland auf den warmen Atlantik strömen und dort ein Tiefdrucksystem nach dem anderen initialisieren können. Insofern hat sich an der Wetterprognose, bzw. dem Wettertrend heute im Tagesverlauf kaum etwas verändert - winterliche Verhältnisse bleiben im Zeitraum 8./12. Januar in tieferen Lagen wenig wahrscheinlich. Im Zeitraum 12./16. Januar kommt nach dem amerikanischen Wettermodell etwas Bewegung in die Zirkulationsstruktur, welches mit einem Zentraltief Skandinavien und einen blockierenden Hochdrucksystem über dem Atlantik allmählich mäandriert (Gradienten "entspannen" sich) und über Mitteleuropa eine meridionale Zirkulationsstruktur zulassen könnten (14./16. Januar). Dieser Prozess ist aber stark davon abhängig, was mit dem Polarwirbel in den kommenden Tagen passieren wird. Die Wettermodelle scheinen in ihren Simulationen ganz zuversichtlich zu sein, dass es zu einem Polarwirbelsplitt reichen kann - jedenfalls macht der Polarwirbel ohnehin schon einen geschwächten Eindruck. Zusammenfassend wird die Wetterlage nach ein paar ruhigen Tagen bis Mittwoch wohl wieder zunehmend turbulent-dynamisch mit Potential für Stark-, bzw. Extremwindereignisse. Langsam beginnende Umstrukturierungen des Zirkulationsmusters sind ab dem 12./15. Januar nicht unwahrscheinlich. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1)/normal(-1/+5)/zu warm(>+5) liegen am 14. Januar bei 5/25/70.

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