In der kommenden Woche hält mit - für die Jahreszeit sehr warmen Temperaturen - der "Altweibersommer" Einzug über Deutschland. Ganz trocken bleiben wird es voraussichtlich mit einer von Südwesten her aufziehenden Schauer- und Gewitterneigung wohl nicht, die höchsten Chancen auf trockenes Wetter sind aber über der Nord- und Osthälfte gegeben. Im Zeitraum zwischen dem 19./24. September simuliert das amerikanische Wettermodell weitgehend den verbleibt der warmen Temperaturen, bei einem zunehmend wechselhafteren Grundcharakter über dem Westen und Süden, während in Norden und Osten die Niederschlagswahrscheinlichkeit geringer ausgeprägt ist. Die Großwetterlage zeigt sich nach dem amerikanischen Wettermodell mit einem langsam "schwächelnden" Hochdrucksystem über Skandinavien und einer zunehmend dynamischen atlantischen Frontalzone. Der Grund für die Dynamik auf dem Atlantik sind kalte Luftmassen von bis zu -30 Grad über Grönland, welche auf den relativ warmen Atlantik treffen. In Folge daraus können kräftige Tiefdrucksysteme entstehen, die "nur darauf warten" ein gewohntes West-Ost Zirkulationsmuster herzustellen, in dem sich die atlantische Frontalzone bis über Skandinavien platzieren kann. Das könnte nach der aktuellen Simulation ab dem 25. September auch tatsächlich gelingen, wobei zum heutigen Stand das wohl nicht allzu schnell von statten gehen wird, da der hohe Luftdruck und das dazugehörige Zirkulationsmuster erst ab-, bzw. umgebaut werden muss. Das europäische Wettermodell simuliert eine komplett andere Großwetterlage, bei der sich im Zeitraum zwischen dem 19./20. September bei England ein Hochdruckkern ausbilden kann, auf dessen östlichen Seite (über Deutschland) ein schwachgradientiges Tiefdrucksystem nach Süden abtropft. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit einer Advehierung von kühleren Luftmassen arktischen Ursprungs, jedoch rückt das Hoch rasch nach Osten nach, so dass der Grundcharakter über Deutschland bei mäßig warmen Temperaturen fast schon an den "goldenen Oktober" erinnern kann. Die atlantische Frontalzone bleibt demnach weitgehend blockiert und schafft den Sprung bis nach Mitteleuropa nicht - eher das Gegenteil ist der Fall, da das Hoch nach der heutigen Simulation eine Hochdruckverbindung von Skandinavien über England bis zum Azorenhoch aufbauen kann. Anders formuliert simulieren die Wettermodelle zueinander komplett andere Varianten, bei der sich das Spektrum von einer Herstellung eines normalen Zirkulationsmusters bis hin zum Verbleib des gestörten Musters erstreckt. Was ist wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe bestätigen mehrheitlich einen - für die Jahreszeit - zu warmen Verlauf der Temperaturen bis zum Ende September hin. Dabei steigt ab dem 20. September im Westen und insbesondere im Südwesten die Niederschlagswahrscheinlichkeit an, während im Norden und Osten die Niederschlagsneigung eher gering ausgeprägt ist. Das Temperaturspektrum erstreckt sich bspw. am 25. September zwischen +12/+24 Grad, bei einem Mittelwert von +18 Grad im Norden und Osten, +19 Grad im Süden und +20 Grad im Westen. Das Langfristmodell simuliert für die Herbstmonate Oktober und November weitgehend normale Temperaturverhältnisse mit dem Trend leicht zu warm auszufallen. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit ist im Oktober positiv und im November neutral ausgeprägt. Und für den Winter, was simuliert das Langfristmodell? Weitgehend normale Temperaturen bei einer schwach ausgeprägten positiven Niederschlagserwartung. Und die Randfaktoren? Auffällig war in diesem Sommer der häufig hohe Luftdruck über dem skandinavischen Raum, welches das Zirkulationsmuster über die Sommermonate hinweg meist meridional ausrichtete. Bleibt es bei dieser Erhaltungsneigung, so ist auch über die Wintermonate hinweg mit einem meridionalen Muster zu rechnen - anders hingegen, wenn sich über die Herbstmonate das sog. Ausgleichsverhalten einstellen kann, dann wäre relativ mildes West-, bis Südwestwetter wahrscheinlicher. Was ist hierfür entscheidend? Im Kern liegt die Antwort der Frage in den kommenden Wochen, inwieweit sich die Druckanomalien über dem nördlichen Europa, bzw. Grönland/Island etablieren, bzw. erhalten können. Vieles deutet aber zum heutigen Stand auf einen normalen Winter in Deutschland hin, der in Zeiten des Klimawandels höhere Präferenzen hat zu mild auszufallen.

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