Der "Altweibersommer" setzt sich in der kommenden Woche mit vielfach warmen, teils sommerlichen Temperaturen zwischen +20/+27 Grad durch. Da die Luftschichten zum heutigen Stand leicht labil sind, wird es mit örtlichen, teils kräftigen Schauern und Gewittern aber nicht gänzlich trocken bleiben. So verlagert sich die Schauer und Gewitterneigung im Verlauf der Woche von Nordost nach Südwest, vielfach ist jedoch bei wechselnder Bewölkung verbreitet mit Sonnenschein zu rechnen. Daran wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum 20. September auch nichts ändern, da beide Wettermodelle das Skandinavienhoch als Wetterdominierendes System simulieren. Vor Mitteleuropa positioniert sich aber ein schwachgradientiges Tiefdrucksystem, welches im Verbund mit dem Hoch zum Ende der Woche die Luftströmung auf südliche Richtungen drehen lässt - somit kann neben den Temperaturen die Schauer- und Gewitterneigung im Süden und Westen etwas ansteigen. Im Zeitraum zwischen dem 20./25. September simuliert das amerikanische Wettermodell einen langsamen Abbau des hohen Luftdrucks über dem skandinavischen Raum, die Dynamik ist aber weiterhin schwach ausgeprägt. In Folge daraus besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für weiterhin zu warme Temperaturen bei einer ansteigenden Niederschlagstendenz. Das europäische Wettermodell fragmentiert die Systeme im schwachgradientigen Zustand. So liegt zum 20. September ein Hochdrucksystem zwischen Island/Grönland, eines über dem westl. Russland und eines über dem östlichen Kanada. Den Tiefdrucksystemen vom Atlantik her kommend bleibt gar nichts anderes übrig, als über einen Umweg über den Süden zu nehmen - sie tropfen ohne "Schwung und Elan" von Neufundland in Richtung Azoren ab und nehmen unter weiterer Abschwächung Kurs auf Mitteleuropa. Anders und vereinfacht ausgedrückt befinden sich hoher und tiefer Luftdruck im ausgewogenen Zustand. Das wird aber nicht von langer Dauer sein, da die Lücke zwischen dem Hoch über Island/Grönland und dem Hoch über dem westl. Russland zunehmend größer wird und sich über Skandinavien tiefer Luftdruck von Norden her durchsetzen könnte. Somit entstehen zwei Möglichkeiten der weiteren Wetterentwicklung bis zum 23. September. In einer Variante setzt sich die atlantische Frontalzone bis Skandinavien durch, was wechselhaftes, teils windiges und relativ kühles Wetter zur Folge haben kann. In der zweiten Variante blockiert das Hochdrucksystem zwischen Island und Grönland die atlantische Frontalzone, jedoch können im Zusammenspiel mit dem Tief über Skandinavien kühle Luftmassen arktischen Ursprungs von Nord nach Süd bis nach Deutschland geführt werden, was sicherlich auch den einen oder anderen Schauer mit sich bringen kann. Zusammenfassend ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum 20. September spät-sommerliches Wetter mit regionalen Schauern und Gewittern zu erwarten. Darüber hinaus geht die Tendenz langsam in Richtung normalisierende Verhältnisse, bei der die Niederschlagswahrscheinlichkeit zunimmt und die Temperaturen langsam absinken. Die Kontrollläufe bestätigen diesen Trend weitgehend. Das Temperaturspektrum liegt mit seinen Mittelwerten im Zeitraum zwischen dem 15./21. September im Norden um die +20 Grad, sonst +22/+25 Grad. Zwischen dem 21./26 September sinken die Mittelwerte langsam auf +16/+19 Grad ab. Dabei nimmt die Niederschlagswahrscheinlichkeit im Westen und Südwesten zu und bleibt im Norden und Osten schwach ausgeprägt.

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