Zwar ist in den kommenden Tagen der wechselhafte, im Süden zeitweise auch regnerische Grundcharakter des Wetters nicht von der Hand zu weisen, dominierend bleibt aber in der Gestaltung der Großwetterlage ein Hochdrucksystem über Skandinavien. Dieses Entwickelt sich auch über den 15. September hinaus in den aktuellen Simulationen bis zum 18./20. September als stabil, so dass mit hoher Wahrscheinlichkeit das Wetter in der kommenden Woche weitgehend dem eines "Altweibersommers" entspricht, in Teilen aber auch dem eines sommerlichen Charakters gerecht werden kann. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum vom 15./20. September zwischen +21/+26 Grad. Im Schwerpunkt über dem Süden und Westen ergibt sich aus der Konstellation der Großwetterlage eine erhöhte Niederschlagserwartung in Form von Schauern und Gewittern, welche im Norden und Osten nur örtlichen, bzw. gelegentlichen Charakter haben können. Die Großwetterlage wird dabei von beiden Wettermodellen mit einem "omnipräsenten" Hochdrucksystem über Skandinavien und einem Tiefdrucksystem vor Mitteleuropa, dessen Gradienten eher schwach aber weitläufig und und in Trogform ausgeprägt sind. Anders formuliert halten sich beide Systeme mehr oder minder in "Schach" und Deutschland liegt zwischen den Fronten. Als äußerst wahrscheinlich ist die Annahme einer südlichen Strömungskomponente, was zu den oben beschriebenen warmen Temperaturen führt, aber eben mit entsprechender Luftfeuchtigkeit im Westen und Süden die Schauer- und Gewitterwahrscheinlichkeit erhöht. Wie geht es weiter? Wenn sich Systeme im "Schach" halten, geht eines von beiden früher oder später "die Luft" aus und es folgt eine Zeit von gradientenschwachen Vorgängen, die teils Sonnenschein aber auch äußerst wechselhaftes und regnerisches Wetter zur Folge haben kann. Das amerikanische Wettermodell favorisiert heute im Zeitraum zwischen dem 19./25. September den wechselhaften, aber durchaus warmen Vorgang im Westen und Süden und eine etwas trockenere und warme Tendenz im Norden und Osten. Anders ausgedrückt wird das Tief von Westen her - unter Abschwächung - weiter nach Osten vorankommen und das Hoch voraussichtlich "unterwandern" oder gar weiter nach Osten verschieben, dabei "verliert" es aber so viel an Dynamik, dass es wohl nicht reichen wird, dass Zirkulationsmuster nachhaltig zu verändern. Das europäische Wettermodell simuliert heute eine ähnliche Variante, bei der der Übergang aber nicht im schwachgradientigen Zustand abläuft, sondern das vor Mitteleuropa gelegene Tief wird in ein heranziehendes Tief bei Island "zurück integriert", was die Dynamik auf dem Atlantik erhöht und durchaus das Potential für eine Veränderung des Zirkulationsmusters hat. Dabei bekommen die autark agierenden Hochdrucksysteme über dem östlichen Skandinavien und den Azoren eine "Lücke" in ihrer Hochdruckverbindung, in welche Tiefdrucksysteme aus nordwestlichen Richtungen weiter in Richtung Mitteleuropa vorankommen können. In Folge daraus könnte der Wettercharakter im Zeitraum nach dem 20. September wechselhafter und etwas kühler ausfallen. Das Langfristmodell simuliert leicht zu trockenes Wetter für die Monate September, Oktober und November bei einer leicht positiven Temperaturtendenz gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel von 1961-1990. Und für die Wintermonate? Hier bleibt gemäß dem Langfristmodell alles Verhalten und weitgehend im normalen Bereich mit einer leichten Tendenz etwas zu nass auszufallen.

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