Der hohe Luftdruck über dem skandinavischen Raum sorgt bis zum 5. September für zunehmend warme Luftströmungen aus überwiegend östlichen Richtungen. Soweit sind sich die Wettermodelle in ihren Simulationen einig. Darüber hinaus nehmen die Differenzierungen zueinander zu, wobei im Ergebnis daraus bis zum 12. September der hohe Luftdruck mit höherer Wahrscheinlichkeit dominierend bleibt. Das amerikanische Wettermodell simuliert im Zeitraum zwischen dem 5./7. September eine leichte Ostwärtsverlagerung des Hochdrucksystems, so dass der Norden zeitweilig von etwas kühleren Luftmassen und einem wechselhafteren Wettercharakter beeinflusst werden kann. Das Hoch bleibt aber weitgehend dominierend, so dass die Störungseinflüsse als gering einzustufen sind. Im Zeitraum zwischen dem 8./11. September versucht die atlantische Frontalzone einen erneuten Vorstoß in Richtung Skandinavien, was in der heutigen Simulation auch gelingen mag, jedoch ist die Hochdruckkonstellation entsprechend weit nach Norden ausgebaut und stabil, um die Frontalzone nach Nordosten hin abzulenken. Anders formuliert sehen die Wahrscheinlichkeiten für eine Hochdruckdominanz bis Mitte September - zum heutigen Stand - nach dem amerikanischen Wettermodell nicht schlecht aus. Das europäische Wettermodell simuliert eine ähnliche Entwicklung der Wetterlage, welche jedoch im Zeitraum zwischen dem 8./10. September einen deutlichen Temperaturrückgang erfährt. Warum? Der Versuch der atlantischen Frontalzone sich bis nach Skandinavien zu positionieren ist stärker ausgeprägt, als es beim amerikanischen Wettermodell der Fall ist. Insofern wird der hohe Luftdruck weiter nach Süden gedrückt, so dass die Störungseinflüsse und kühleren Temperaturen sich bis in den Süden von Deutschland durchsetzen könnten. Nachfolgend ist aber auch beim europäischen Wettermodell die Tendenz zu einer erneuten Hochdruckverbindung zwischen dem nordosteuropäischen Hoch und dem Azorenhoch erkennbar, so dass auch hier eine Hochdruckdominanz bis zur Monatsmitte als wahrscheinlicher zu bezeichnen ist. Die Kontrollläufe stützen - wie in den letzten Tagen auch - den Hochdruckaufbau, bzw. dessen Dominanz in der ersten September-Hälfte. Dabei gibt es im Zeitraum zwischen dem 5./13. September im Süden und Osten in Form von Schauern und örtlichen Gewittern eine höhere Niederschlagswahrscheinlichkeit, während im Norden und Westen die Niederschlagsneigung als gering zu bewerten ist - aber auch hier gibt es Niederschlagssignale um den 7. und 10 September. Und dann - wie entwickelt sich das Wetter weiter? Der Trend zeigt eine deutlich zu warme Temperaturentwicklung bis zum 10. September, welche im Schnitt etwa um +3/+5 Grad über dem langjährigen Mittelwert liegt. Im Zeitraum zwischen dem 10./15. September ist der Mittelwert noch leicht positiv und erfährt aber ab dem 15. September eine normalisierende Tendenz. Anders ausgedrückt ist es durchaus wahrscheinlich, dass bis zur Monatsmitte der Hochdruck bleibt, doch im weiteren Verlauf die atlantische Frontalzone mit zunehmend kräftigen Tiefdrucksystemen es in der zweiten September-Hälfte schaffen kann, sich auch über Mitteleuropa durchzusetzen. Das Langfristmodell zeigt für die Herbstmonate September, Oktober und November eine interessante Entwicklung gegenüber den letzten Tagen. Zwar bleibt beim Temperaturtrend alles wie gehabt: September normal bis leicht zu kühl, Oktober normal und der November normal bis leicht zu warm, aber in der Niederschlagsaktivität zeigt sich im September und auch Oktober ein klares Defizit, während der November normal im Niederschlagsverhalten simuliert wird. Wenn man nun Rückschlüsse daraus ziehen möchte, so könnte im September und Oktober mit hohem Luftdruck das sog. Ausgleichsverhalten (Erhaltungsneigung im Sommer) eintreten. Jedoch sollte man das (noch) mit einer gewissen Skepsis betrachten, da die Hochdruckentwicklung gerade erst stattfindet und keineswegs schon etabliert ist. Für die Wintermonate zeigt das Langfristmodell den Trend zu einem leicht zu warmen Winter mit viel Niederschlag. Aber auch das ist hinsichtlich der Randfaktoren wie schwacher oder mittlerer El Niño, das Jahr nach dem Sonnenfleckenmaximum und der daraus(f) "folgenden" östlich orientierten QBO (Quasi-zweijährige Schwingung | quasi-biennial oscillation) noch letztlich völlig offen.

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