In den kommenden Tagen verändert sich die Großwetterlage - es wird weniger turbulent, dafür werden die grauen, trüben und teils niederschlagsreichen Tage häufiger in Erscheinung treten. Im Zeitraum zwischen dem 19./24. November ist ein Trogsystem im Verbund mit einem Mittelmeertief in Deutschland wetterbestimmend. Im Detail kommt es auf die exakte Position des Trogsystems an, jedoch zeigen die Simulationen der Wettermodelle, wohin der Wettertrend gehen wird - nasskalt. Zwischen dem 20./23. November sinkt die Schneefallgrenze vorübergehend auf Lagen bis 500 Meter ab und in den Nächten können bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die Schauer auch bis ins Flachland als Schnee niedergehen. Am 21. November betragen die Tageswerte zum heutigen Stand nur noch -1/+4 Grad und an den Küsten bis +8 Grad. In den aktuellen Berechnungen liegt das zentral steuernde Trogsystem direkt über Deutschland, woraus sich noch weitere Unsicherheiten Aufgrund der Position ergeben - liegt es weiter im Westen, so gelangt Deutschland in die südliche und damit wärmere Strömungskomponente, liegt es hingegen weiter östlicher, so hat der Winter in höheren Lagen weitere Optionen. Die Kontrollläufe stützen den nasskalten Wettertrend mehrheitlich bis zum 25. November. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 20. November noch zwischen +1/+10 Grad (Mittelwert +5 Grad) und sinkt bis zum 23. November auf -2/+5 Grad ab (Mittelwert +3 Grad). Interessant ist in den Simulationen die weitere Entwicklung über den 24. November hinaus. Das Azorenhoch "keilt" zunächst in Richtung Norden auf und blockiert somit die zonale West-Ost Strömung. Zum 24. November positioniert es sich zunächst bei England um dann im weiteren Verlauf sich zu einem eigenständigen Hoch über Skandinavien zu entwickeln. In den vergangenen Tagen wurde diese Entwicklung einer Ost-West Strömung über Mitteleuropa immer wieder angedeutet und hatte eine Wahrscheinlichkeit von 28 Prozent. Mittlerweile festigt sich diese Annahme in den Simulationen, so dass die Eintreffwahrscheinlichkeit auf 35 Prozent ansteigt. Was wäre die Folge eines Skandinavienhochs? Im Grunde kann die Zirkulation in diesem Fall als gestört betrachtet werden. Bedingt durch schwache Gradienten bleibt die Luft "stehen" und kühlt - Aufgrund des niedrigen Sonnenstandes - allmählich aus. Die Temperaturen steigen tagsüber kaum mehr über +3 Grad und bei Nebel sind gar nur noch -3/+1 Grad zu erwarten. Damit das passieren kann, braucht es noch ein Mittelmeertief, welche die Ostströmung "anheizt" - auch das wird in den Wettermodellen zum 26. November simuliert, so dass sich im Süden durchaus ernsthafte winterliche Optionen ergeben (33 %). Anders ausgedrückt deutet aktuell vieles darauf hin, dass bis zum Ende November Schneeflocken beobachtet werden können - ob es für einen Wintereinbruch reichen wird, bleibt abzuwarten. Der NAO und AO-Index zeigen ab dem 18. November eine normalisierende Tendenz, was als Indiz einer abnehmenden Westdrift gewertet werden kann. Der Jetstream wird ab dem 18. November zunehmend als "wenig strukturiert" berechnet und verschiebt sich zum 21. November über das Mittelmeer, was ein Indikator einer Trogwetterlage und gestörten Zirkulation betrachtet werden kann. Der Polarwirbel bleibt in der Stratosphäre zentralisiert und mit bis -86 Grad äußerst stabil. In den unteren Luftschichten zeigt sich jedoch ein zunehmende Instabilität, bis hin zu einem Polarwirbelsplitt zum 19. November - auch das ist ein Hinweis auf vermehrte Troglagen über Mitteleuropa im letzten November-Drittel.

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