Von ruhigen Novemberwetter kann man aktuell nicht sprechen - vielmehr kommt es in den kommenden Tagen zu einer ganzen Reihe an Sturmtiefsystemen, die Deutschland von West nach Ost überqueren werden. Die atlantische Frontalzone ist äußerst aktiv, wobei der Grund für diese Dynamik weiterhin am Kältepol zwischen Kanada, Grönland und dem nördlichen Skandinavien liegt. Betrachten möchten wir heute den Polarsturm, der zum 4. November vor Kamtschatka noch einen Kerndruck von 1010 hPa hat und binnen 24 Stunden über die Bering-See zieht und auf einen Kerndruck von 960 hPa abfällt, 24 Stunden später liegt der Sturm zwischen Alaska und Sibirien und erreicht mit einem Kerndruck von 945 hPa seinen vorläufigen Tiefpunkt. Auf der gegenüberliegenden Seite ist über Grönland ebenfalls eine rege Tiefdruckaktivität zu beobachten, so dass sich eine Polarwirbelachse ausbilden kann, die in der Stratosphäre über den 7. November hinaus zu einer verstärkten Wellenbewegung führen kann. Was hat das mit dem Wetter in Deutschland zu tun? Aufgrund der Wellenbewegung sind Hochdruckblockaden oder Trogwetterlagen im zweiten November-Drittel zunehmend wahrscheinlicher geworden. Die aktuellen Simulationen der Wettermodelle positionieren das Hoch zum 11./14. November nicht über dem Atlantik, sondern über Mitteleuropa, so dass tristes November-grau mit 41 Prozent nicht die unwahrscheinlichste Wettervariante im zweiten November-Drittel ist. Die mit 38 Prozent zweite wahrscheinliche Variante ist ein Fortbestand der atlantischen Frontalzone über Mitteleuropa, so das sich bis zur Monatsmitte nur wenig am Wetter verändern wird. Die dritte Variante ist - mit Hilfe der Wellenbewegung - ein Blockadehoch auf dem Atlantik, welches über Mitteleuropa noch im zweiten November-Drittel für eine kühle Trogwetterlage mit den ersten Schnee-, Graupel und Schneeregenschauern sorgen könnte - dessen Wahrscheinlichkeit ist mit 21 Prozent noch als gering einzustufen. Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich bis zum 13. November das wechselhafte und teils stürmische Wetter, darüber hinaus ist eine deutliche Wetterberuhigung erkennbar, sowie ein Trend zur Normalisierung der Temperaturen. So liegt bspw. das Temperaturspektrum am 10. November noch zwischen +5/+15 Grad (Mittelwert +9 Grad) und sinkt bis zum 14. November auf +2/+9 Grad (Mittelwert +6 Grad) ab. Zusammenfassend ist eine weiterhin dynamische Wetterentwicklung bis zum 9./12. November wahrscheinlich, darüber hinaus zeigt sich eine Phase der Wetterberuhigung, bevor im letzten November-Drittel durchaus der Winter seine Möglichkeiten haben sollte. Das Langfristmodell bietet für Winterfreunde heute keine guten Aussichten - grundsätzlich sollen die Wintermonate Dezember, Januar und Februar normal bis leicht zu warm ausfallen - im Bezug mit der Niederschlagserwartung ist eine West-Ost Richtung erkennbar, so dass die Grundströmung einer milden Westwetterlage entspricht.

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