Die Großwetterlage bleibt zu Beginn des letzten Januar Drittels weiterhin ungewiss. Der Grund ist der zum 16. Januar simulierte Kaltluftausbruch über Neufundland bis weit in den Atlantik hinein. So starke Temperaturgegensätze lösen Reaktionen aus (vereinfachtes Actio und Reactio Prinzip). Zum heutigen Stand bleibt es bis zum 20. Januar winterlich mit zunehmenden Schneeoptionen. Im weiteren Verlauf wird es zunehmend spannend - das Hochdrucksystem auf dem Atlantik geht in einigen Simulationen eine Verbindung mit dem bei Skandinavien liegenden Hochdrucksystem ein, was das Winterwetter weitestgehend festigt, in anderen Simulationen "keilt" das Atlantikhoch auf und bringt auf seiner Ostseite kalte Luft aus der Polarregion nach Deutschland, was ebenfalls winterliches Wetter zur Folge haben wird. Es gibt aber auch eine zunehmende Anzahl milder Simulationen, welche als mögliche Wetterlage in Betracht kommen. Demnach kann sich zum 19. Januar mit dem Kaltluftvorstoß auf dem Atlantik ein kräftiges Tiefdrucksystem etablieren und weitet seinen Einfluss allmählich nach Deutschland aus - das wäre die logische Konsequenz aus Actio und Reactio. Was zeigen die Kontrollläufe? Auch hier ein differenziertes Bild - Hauptlauf sehr mild, Kontrollläufe kalt bis sehr kalt. Das Temperaturspektrum reicht am 23. Januar von -10 Grad bis +3 Grad, im Mittel um -3 Grad. Das ist im Prinzip auch der momentane Ansatzpunkt, wenn man einen Ausblick in das letzte Januar Drittel gewähren möchte - die Wahrscheinlichkeit für winterliche Verhältnisse sind im letzten Januar Drittel höher einzustufen als milde Varianten, auch wenn die Wetterküche so langsam wieder im Schwung kommt (NAO-Index wird zunehmend normal simuliert). Nicht leichter macht eine Wetterprognose für das letzte Januar Drittel die Tatsache, dass heute nahezu jedes Wettermodell unterschiedliche Großwetterlagen simuliert. Ein Indiz für länger anhaltendes Winterwetter - wenn man so mag - zeigt das Langfristmodell. Der Februar soll demnach normal bis deutlich zu kalt ausfallen, besonders im Norden wird das Wetter im Februar um bis zu -2 Grad zu kalt gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel simuliert. Die hier gezeigte Variante ist ein langlebiges Skandinavienhoch mit überwiegend östlicher Strömungskomponente. Wie gewohnt gibt es im Laufe des Abends eine Aktualisierung dieser Wetterprognose.
Update:
Auch im heutigen Tagesverlauf keine weitere Zunahme der Modellkonsistenz und die Unsicherheit ist groß. Wenn man über das letzte Januar Drittel dennoch etwas philosophieren möchte, so ist die Annahme des skandinavischen Hochdrucksystems mit "Brückenbau" zum Azorenhoch nicht die schlechteste Annahme. Auch eine meridionale Wetterlage (Nord-Süd gerichtete Wetterlage) ist denkbar, was nasskaltes Wetter in tieferen Lagen und winterliche Verhältnisse etwa oberhalb 300 Meter zur Folge haben kann. Ein richtiges "Durchgreifen" einer sehr milden Westwetterlage im letzten Januar Drittel ist zum aktuellen Zeitpunkt unwahrscheinlich.

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