Wettertrend: Der Frühling nähert sich in ganz großen Schritten

Der Frost in der Nacht, die Sonne am Tag

Hoher Luftdruck dominiert das Wetter in den kommenden Tagen nahezu uneingeschränkt über Deutschland. Die Position des Hochdrucksystems jedoch wird darüber entscheiden, ob der Frühling durchbricht, oder der Spätwinter sich doch noch zu Wort melden kann.

Hochdruck Mitteleuropa. Bis zum 4. März dehnt sich nach der Wetterprognose der beiden Vorhersage-Modelle ein Hochdrucksystem über Europa aus und erstreckt sich von den Azoren bis nach Skandinavien.

Klare und frostige Nächte, sonnige und milde Tage

In den klaren Nächten sinken die Werte verbreitet auf -2 bis +2 Grad ab und können über dem Osten und Süden örtlich bis auf -5 Grad absacken. Am Tage scheint die Sonne meist von einem wolkenlosen Himmel auf Deutschland herab, was die Temperaturen im Verlauf der Woche auf +8 bis +12 Grad und über dem Westen und Südwesten örtlich bis +15 Grad ansteigen lassen kann. Mit Niederschlag ist nicht zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter März 2022.

Hoher Luftdruck dominiert das Wetter über Deutschland
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und dem amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: Hoher Luftdruck dominiert das Wetter über Deutschland © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Das Hoch bläht sich weiter auf und destabilisiert den Polarwirbel

Wie weit dehnt sich das Hoch tatsächlich nach Norden aus? Die Beantwortung der Frage ist auch heute nicht so einfach, doch ist das nach wie vor für die Entwicklung der Großwetterlage von entscheidender Bedeutung und hat in ihren extremsten Varianten entweder den Vollfrühling mit frühsommerlichen Temperaturen, oder einen Kaltlufteinbruch mit winterlichen Wettererscheinungen zur Folge.

Eine Hochdruckblase auf Kontaktsuche

Die Wetterprognose der Europäer ist heute klar aufgestellt. Das sich aktuell über Europa befindliche Hoch dehnt sich bis zum 9. März weiter in Richtung Skandinavien aus und sucht den Kontakt zu einem Hoch über Alaska.

Sollte der Zusammenschluss der beiden Hochdrucksysteme gelingen, so würde das einen Polarwirbelsplit zur Folge haben. Normalerweise ist so ein Polarwirbelsplit - gerade im ausklingenden Winter - ein Garant für turbulente Wetterlagen, wenn das Hoch aber - wie nach der Wettervorhersage der Europäer - zwischen Spanien, Frankreich, Deutschland und Skandinavien in Richtung des Polarwirbels nach Norden aufkeilt, so passiert nur wenig.

Viel Sonnenschein und ansteigende Temperaturen

Das Hoch blockt alles ab, was an Tiefdrucksystemen vom Atlantik kommt und so ist über Deutschland bis zum 10. März mit einem trockenen und sonnigen Wettercharakter zu erwarten. Die Temperaturen erreichen am Tage +6 bis +12 Grad und örtlich bis +14 Grad und sinken in den klaren Nächten auf -5 bis +2 Grad ab.

Das Hoch über Europa keilt weit in den Polarwirbel hinein vor
Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Das Hoch über Europa keilt weit in den Polarwirbel hinein vor © www.meteociel.fr

Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells: Der Spätwinter wird nur angetäuscht

Auch die Wetterprognose der Amerikaner berücksichtigt das Hoch, dass sich in Richtung Skandinavien nach Norden aufstellt, doch der mögliche Zusammenschluss mit dem Hoch über Alaska, wird nicht einmal angedeutet. So bleibt das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 9. März sonnig, trocken und für die Jahreszeit etwas zu mild.

Frühlingswetter: Das Hoch kippt ab

Die Wettervorhersage der Amerikaner bestätigt heute die Prognose von gestern. Über Kanada sammeln sich kalte Luftmassen an und wenn man so will, zentralisiert sich der Polarwirbel über diesen Regionen. Infolge daraus strömen kalte Luftmassen nach Süden aus und treffen auf den warmen Atlantik, was eine erhöhte Tiefdruckaktivität zur Folge hat. Der Hochdruckkeil kann dem Treiben auf dem Atlantik nur wenig entgegensetzen. Das Hoch kippt nach Osten ab und zieht sich bis zum 10. März nach Süden zurück.

Eine zonal geprägte Großwetterlage

Nach und nach setzt sich die atlantische Frontalzone in Richtung Skandinavien durch und dehnt sich bis zum 15. März weiter in Richtung der Barentssee und der Karasee nach Osten aus. In Kombination mit dem Hoch - das sich mit seinem Kerngebiet über die Mittelmeerregion zurückzieht - kommt es zu einer zonal geprägten Großwetterlage, bei der die Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz aus südwestlichen Richtungen zugeführt werden können.

Vom Frühling in den Frühsommer?

Temperaturen von +14 bis +20 Grad sind dem klassischen Frühling zuzuschreiben. Temperaturen von +20 bis +25 Grad zählen zum frühsommerlichen Spektrum und Werte von über +25 Grad sind als Sommertag zu definieren. Schaut man sich den Wettertrend der Amerikaner genauer an, so entsteht zwischen der Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik und dem Hoch über der Mittelmeerregion eine stramme Südwestwetterlage, was die Temperaturen bspw. am 13. März auf +16 bis +23 Grad und am 15. März auf +14 bis +18 Grad ansteigen lassen kann. Anders formuliert handelt es sich bei der Wetterprognose der Amerikaner - erneut - und ein deutliches Signal in Richtung Frühling.

Der Hochdruckkeil kippt nach Osten ab, zieht sich nach Süden zurück und ermöglicht so den Zustrom frühlingshaft warmer Luftmassen nach Deutschland
Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Der Hochdruckkeil kippt nach Osten ab, zieht sich nach Süden zurück und ermöglicht so den Zustrom frühlingshaft warmer Luftmassen nach Deutschland © www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Die Zeichen stehen auf Frühling

Erst ein Winter, der keiner war, dann die Hochdruckblase im März, die eine spätwinterliche Wetterentwicklung verhindert. Dem Winter fällt es in Zeiten der Klimaerhitzung immer schwerer, sich durchzusetzen. Anders formuliert: warm gewinnt nicht immer, aber zunehmend häufiger.

Folgte man dem Wettertrend der Prognosen der letzten Tage aufmerksam, so zeichnete sich eine nur leicht zu milde Wetterentwicklung in der ersten März-Dekade ab. Der Trend aber, der zeigte zunehmend in Richtung Frühling, die heute nochmals eindrücklich bestätigt wurden.

Um es noch etwas deutlicher zur Sprache zu bringen. Normalerweise preschen die Amerikaner mit einer abenteuerlichen Wetterentwicklung vor und passen sich nachfolgend dem Mittelwert der Kontrollläufe an. Aktuell ist es aber so, dass sich mit jeder Berechnung die Kontrollläufe immer mehr dem Hauptlauf der Amerikaner anpassen. So ist im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961 und 1990 im Zeitraum vom 1. bis 8. März mit einem Temperaturüberschuss von +1 bis +2 Grad zu rechnen, der sich im Zeitraum vom 8. bis 16. März auf +2 bis +4 Grad weiter in die deutlich zu warme Richtung entwickeln kann. Kalte Varianten sucht man vergebens!

Niederschlagsprognose

Noch deutlicher lässt sich die Hochdruckdominanz in der Niederschlagsprognose erkennen. Vom 1. bis 16. März sind die Niederschlagssignale nur spärlich gesetzt und im Schwerpunkt über dem Westen, dem Süden und dem Osten ist mit einem nahezu trockenen Wettercharakter zu rechnen.

Hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik provoziert einen Hochdruckkeil über Europa, was den Frühling näher an Mitteleuropa heranführt.
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik provoziert einen Hochdruckkeil über Europa, was den Frühling näher an Mitteleuropa heranführt. © www.meteociel.fr

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur­spektrum Temperatur­mittelwert
6. März +3 bis
+12 Grad
+6 bis
+9 Grad
10. März +3 bis
+16 Grad
+9 bis
+11 Grad
15. März +1 bis
+19 Grad
+9 bis
+11 Grad
Diagramm Temperaturen März 2022
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2022 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Kurzer Nachtrag von heute Nachmittag

Der kurze Kaltluftvorstoß zwischen dem 6. und 8. März wird heute Nachmittag von der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bestätig, ebenso, wie das abkippende Hochdrucksystem nach Osten, was zum Beginn der zweiten März-Dekade den Frühling nach Deutschland führen kann.

Ein kurzer Kaltluftvorstoß, dann Frühlingswetter
Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag: Ein kurzer Kaltluftvorstoß, dann Frühlingswetter © www.meteociel.fr

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,57 +2,6 +1,3 398 l/m² - extrem zu trocken

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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