Der nächste Dämpfer für das Sommerwetter - kommt jetzt der Frühherbst? Wetterprognose Sommer vom 12. August

War es das mit dem Sommer? Ein Wetterumschwung sorgt für Unwetter und markanten Temperatursturz
War es das mit dem Sommer? Ein Wetterumschwung sorgt für Unwetter und markanten Temperatursturz

Kippt das Wetter verfrüht in den Herbst oder kann sich der Sommer nochmals erholen? Eine Unwetterfront sorgt zum Beginn der neuen Woche für Turbulenzen, die das Sommerwetter nachhaltig beeinflussen können.

Sommerwetter. Zwar trübt ein Tiefdruckausläufer den Sonnenschein gelegentlich ein und führt zum Wochenende schwül-warme bis heiße Luftmassen nach Deutschland, doch kann der Wettercharakter der kommenden Tage als Hochsommer bewertet werden.

Hitze, Schwüle und Unwetter

Doch wie man es vom Sommer 2021 schon kennt, eine nachhaltig stabile Wetterentwicklung ist auch mit diesem sommerlichen Vorstoß nicht möglich. Dafür hat er es in sich. Binnen kurzer Zeit steigen die Temperaturen auf +24 bis +28 Grad an und können über dem Süden und Osten bis +33 Grad erreichen. Mancherorts kann das Erreichen der +35 Grad-Marke nicht ausgeschlossen werden und somit ist ein potentieller Wüstentag nicht auszuschließen. Immer wieder kann mit regional auftretenden Hitzegewittern gerechnet werden, bevor zum Start in die neue Woche eine Unwetterfront zu einem markanten Wetterwechsel führt und dem Sommer den nächsten Dämpfer verpasst. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2021.

Der Hitze folgen Unwetter mit einem markanten Temperatursturz
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Der Hitze folgen Unwetter mit einem markanten Temperatursturz
© www.meteociel.fr

Der nächste Dämpfer für den Sommer

Wir hatten in den letzten Tagen die verschiedenen Entwicklungsvarianten aufgezeigt und neben Hitze, gab es auch kühle Lösungen, die dem Herbst näher als dem Sommer sind. Entscheidend ist, welche Zugbahn ein Tiefdrucksystem am Wochenende einschlägt und sich zum Beginn der neuen Woche positioniert.

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Tief Skandinavien

Die Positionierung eines Tiefdrucksystems über Skandinavien ist die denkbar ungünstige Variante für den Sommer. Warum? Ein Hoch über Mitteleuropa gerät in die Defensive und weicht auf dem Atlantik aus. Im Verbund der beiden Wettersysteme entsteht eine meridionale Grundströmung, die über Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Zufuhr kühler Luftmassen sorgen kann.

Dem Herbst so nah

Beide Vorhersage-Modelle berechnen in ihren Wettervorhersagen die Verlagerung des Tiefdrucksystems nach Skandinavien und bis zum 18. August sorgt das Tief für einen markanten Temperaturrückgang. Bei einem böigen Wind werden kaum mehr als +14 bis +18 Grad zu erwarten sein. Scheint die Sonne für ein paar Momente, so können bis +20 Grad möglich sein.

Dem Sommer näher

Mit dem 18. August ist zugleich der Höhepunkt der Nord-Süd-Strömung erreicht und der Trog schwächt sich bis zum 20. August ab. Was bleibt ist ein Wechselspiel aus Sonne und Wolken und eine hohe Neigung zu Schauern. Die Temperaturen erreichen +18 bis +23 Grad und mit einer längeren Sonnenscheindauer sind bis +25 Grad möglich. Diese Temperaturen entsprechen im weitesten Sinn dem, was für die Jahreszeit typisch ist. Anders formuliert handelt es sich um einen kurzfristigen Dämpfer für den Sommer.

Wie man in der Gegenüberstellung der beiden Vorhersage-Modelle erkennen kann, hinterlässt der Trog nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells einen nachhaltigeren Eindruck, als bei den Europäern, die eine Rückkehr des Sommerhochs berechnen.

Der Sommer erhält einen Dämpfer
Wetterprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen Wettermodell: Der Sommer erhält einen Dämpfer
© www.meteociel.fr

Nochmal Sommerwetter?

Der Dämpfer der kommenden Woche stutzt die Temperaturen ordentlich zurecht, doch schaut man sich die Prognosen der Vorhersage-Modelle genauer an, so gibt es zwei Entwicklungsvarianten, die besonders hervorstechen.

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Die gemäßigte Variante

In der ersten Variante verliert der Trog zwar an Einfluss, er hinterlässt aber einen Eindruck. Das Sommerhoch kann sich nicht mehr erholen und es entsteht eine gradientenschwache Wetterlage, die zu einem unbeständigen und warmen Wettercharakter führen kann.

Immer wieder sind Schauer und regional auftretende Gewitter möglich. Die Temperaturen pendeln sich vom 21. bis 26. August auf +17 bis +23 Grad ein, was exakt dem Mittelwert von 1961 und 1990 entspricht. Der Spielraum für den Sommer aber wird wesentlich kleiner.

Sommerwetter sieht anders aus: Immer wieder Regen bei durchschnittlichen Temperaturen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Sommerwetter sieht anders aus: Immer wieder Regen bei durchschnittlichen Temperaturen
© www.meteociel.fr

Nochmal Hochsommer

In der zweiten Variante kippt der Trog zügig nach Osten ab und verliert darüber hinaus seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland vollständig. Diese Gelegenheit nutzt das Hoch westlich von Europa aus, um sich erneut in Richtung Mitteleuropa auszudehnen. Das war im Übrigen auch die bevorzugte Variante der Vorhersage-Modelle in den letzten 96 Stunden und wird von den Europäern weiterhin gestützt.

Mit dem Hoch klingt die Niederschlagsneigung ab und der nachlassende Wind gibt den Luftmassen ausreichend Zeit, sich zu erwärmen. Die Temperaturen erreichen vom 21. bis 26. August +22 bis +26 Grad und örtlich kann die +30 Grad-Marke nochmals angepeilt werden.

Die Rückkehr des Sommers in extremer Ausprägung
Wetterprognose nach einzelnen Kontrollläufen: die Rückkehr des Sommers in extremer Ausprägung
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Hop oder Top - Zwischen Sommer- und Herbstwetter

Der Wetterumschwung kommt zum Beginn der neuen Woche und auch heute zeigt sich wieder, dass die Wetterprognose für den Zeitraum darüber hinaus alles andere als gesichert ist. Es geht um Wahrscheinlichkeiten.

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Etwas zu warm

Setzt man die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells mit seiner gemäßigt warmen bis kühlen Variante in ein Verhältnis zu den Kontrollläufen, so bilden die Amerikaner mit Abstand die kälteste Variante ab und stellen so einen deutlich zu kalten Ausreißer dar. Möglich ja, wahrscheinlich nein. Das ist insofern überraschend, als die Vorhersage der Amerikaner in den letzten 72 Stunden stets zu warm war. Sozusagen eine 180-Grad Wende. Der Wettertrend der Europäer und einzelner Kontrollläufe ist mit einer gemäßigten bis zu warmen Variante konstanter und damit plausibler.

Instabiles Sommerwetter

Das bestätigt auch der Mittelwert aller Kontrollläufe. Der Temperatursturz kommt und lässt die Temperaturen vom 18. bis 22. August auf, bzw. knapp unter die +20 Grad-Marke absinken. Kommt es zu länger andauerndem Regen, so wird die +15 Grad-Marke angepeilt. Im Zeitraum vom 22. bis 28. August steigt das Temperaturniveau an und pendelt sich auf +20 bis +25 Grad ein. Mit einer längeren Sonnenscheindauer sind bis +27 Grad möglich.

Die Kontrollläufe bestätigen zudem ein sich bis zum 25. August aufwölbendes Hoch vor, bzw. direkt über Mitteleuropa. Die Neigung zu Schauern bleibt erhalten, doch die Position des Hochs ist für den restlichen Verlauf des Sommers von entscheidender Bedeutung und wird zwischen einer Nordwest- oder klassischen Hochdruckwetterlage enden.

Ein Hoch vor oder über Mitteleuropa wird den restlichen Verlauf des Sommers dominieren können
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Ein Hoch vor oder über Mitteleuropa wird den restlichen Verlauf des Sommers dominieren können
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
18. August +12 bis
+26 Grad
+18 bis
+20 Grad
22. August +14 bis
+26 Grad
+19 bis
+22 Grad
27. August +15 bis
+32 Grad
+21 bis
+23 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,21 +0,92 -0,09 806 l/m² - normal
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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