Sommerwetter in Sicht, doch stabil ist das nicht - Wetterprognose Sommer 2021 vom 3. August

Stabiles Sommerwetter?
Stabiles Sommerwetter?

Die Großwetterlage verändert sich zum Beginn der zweiten Augustdekade und wird zunehmend von einem Hochdrucksystem dominiert. Ob es zu einem stabilen Sommerhoch reichen wird, kann zum aktuellen Stand bezweifelt werden.

Kräftige Schauer ziehen in dieser Woche über Deutschland hinweg und können zum Wochenende über dem Süden zu unwetterartigen Wetterereignissen führen. Zwischen den Schauern kommt die Sonne zum Vorschein, doch so wirklich sommerlich ist der Wettercharakter der Woche nicht.

Nur kurz mal sommerlich

Die Temperaturen erreichen meist Werte, die im Bereich zwischen +17 und +23 Grad liegen können. Regnet es länger andauernd, orientieren sich die Werte in Richtung der +15 Grad-Marke. Scheint die Sonne, können bis +25 Grad erzielt werden. Am Samstag sorgt eine Vorderseitenanströmung für einen kurzzeitigen Temperatursprung auf bis +28 Grad. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter August 2021.

Der Sommer lässt weiterhin auf sich warten
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Der Sommer lässt weiterhin auf sich warten
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Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Sommerwetter light

Der Sommer hat es nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells weiterhin nicht leicht, im August über Deutschland Fuß zu fassen.

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Hochdruckdominanz

Im Zeitraum vom 6. bis 9. August baut sich von der östlichen Mittelmeerregion über Osteuropa, Skandinavien, der Barentssee bis über die Karasee eine gewaltige Hochdruckzone auf, die sich phasenweise bis nach Alaska ausdehnen kann. Das Problem an diesem Hoch ist dessen schiere Größe, was zur Instabilität führen wird.

Deutschland am westlichen Hochdruckgradienten

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen am östlichen Hochdruckgradienten und am östlichen Rand der atlantische Frontalzone. Anders formuliert: exakt zwischen den Fronten und so wird die Positionierung der Wettersysteme von entscheidender Bedeutung sein.

Sommerlich warm mit hochsommerlichen Ambitionen

Nichtsdestotrotz. Deutschland befindet sich vom 9. August an in einer wärmer werdenden Vorderseitenanströmung der Luftmassen, was die Temperaturen bis zum 12. August auf +24 bis +28 Grad und örtlich auf bis +32 Grad ansteigen lassen kann. Dazu gibt es immer wieder Schauer und Gewitter, die regional kräftiger und unwetterartig ausfallen können.

Deutschland befindet sich zwischen den Fronten - hochsommerlich warm ja, stabiles Sommerwetter vorerst nicht
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Deutschland befindet sich zwischen den Fronten - hochsommerlich warm ja, stabiles Sommerwetter vorerst nicht
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: Skandinavienhoch mit sommerlichem Ansatz

Die bemerkenswerte Hochdruckzone wird bis zum 10. August auch von der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells berechnet. Im Unterschied zu den Europäern aber kann diese sich zentralisieren, was - zumindest kurzzeitig - Auswirkungen auf das Sommerwetter über Deutschland haben wird.

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Vom Sommer direkt in den Hochsommer

Im Zeitraum vom 11. bis 12. August zentralisiert sich über Island die atlantische Frontalzone und drückt von den Azoren aus einen Hochdruckkeil in Richtung Mitteleuropa, der wiederum Kontakt zur Hochdruckzone zwischen der Barentssee und der Karasee aufnimmt. Bis zum 14. August zentralisiert sich der hohe Luftdruck über Mitteleuropa und im Verbund mit dem Tiefdruckzentrum über Island werden sehr warme und auch feuchte Luftmassen nach Deutschland geführt.

Die Temperaturen steigen an und können am 10. August +18 bis +24 Grad, am 12. August +24 bis +28 Grad und am 14. August +25 bis +30 Grad und örtlich bis +32 Grad erreichen.

Die nächste Unwetterfront erreicht Deutschland

Doch auch dieses Hochdruckkonstrukt ist wenig stabil und verlagert sich zum 15. August weiter nach Norden in Richtung Skandinavien. Somit wird das Hoch am südlichen Gradienten schwächer, was das Tiefdruckzentrum über Island ausnutzt, um sich in Richtung Europa auszudehnen, um das Wetter über Deutschland zu beeinflussen. Hat sich das Tief durchgeschlagen, schließt sich die Hochdruckverbindung und das Tief wird über Deutschland eingeschlossen. In der Übergangsphase - vom 16. bis 18. August - kann mit unwetterartigen Wetterereignissen gerechnet werden. Nachfolgend gehen die Temperaturen mit länger andauernden Niederschlagsphasen auf +16 bis +21 Grad zurück.

Eine kurze sommerliche bis hochsommerliche Phase, gefolgt von unwetterartigen Wetterereignissen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Eine kurze sommerliche bis hochsommerliche Phase, gefolgt von unwetterartigen Wetterereignissen
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Regenprognose: Wie viel Regen ist zu erwarten?

Schauer und Gewitter werden das Wetter über Deutschland bis zum 10. August dominieren können. Die Intensität der Schauer fällt unterschiedlich aus und der Schwerpunkt kann mit 30 bis 50 l/m² und örtlich bis 70 l/m² über Baden-Württemberg und Bayern, sowie über Teile von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erwartet werden. Längere trockene Abschnitte gibt es in Richtung Nordosten und Osten.

Immer wieder Schauer und örtlich auftretende Gewitter
Regenprognose nach dem europäischen (li.) und amerikanischen (re.) Vorhersage-Modell: immer wieder Schauer und örtlich auftretende Gewitter
© www.windy.com

Auf den Punkt gebracht: Der Sommer im Ansatz

Wirklich stabil sehen die Wetterentwicklungen der beiden Vorhersage-Modelle nicht aus. Zwar sind sommerliche Phasen und auch hochsommerliche Abschnitte möglich, doch lässt sich daraus keine stabile Wetterlage ableiten.

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Etwas zu warm

Die Kontrollläufe simulieren eine vom 7. bis 9. August ansteigende Temperaturphase, die sich vom 10. bis 18. August im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 über dem Süden und Osten in einem um +1 bis +2 Grad zu warmen Bereich einpendeln kann. Über dem Norden und dem Westen liegt die Abweichung zwischen +0 bis +1 Grad. Etwas zu warm, doch ist eine Hitzewelle definitiv nicht in Sicht. Die kühlere Variante des amerikanischen Wettermodells stellt zum Ende der zweiten Augustdekade einen deutlich zu kalten Ausreißer dar, den von den Kontrollläufen so nicht gestützt wird. Mit Änderungen ist zu rechnen.

Nachlassender Regen

Bis zum 11. August ist die Niederschlagsneigung in der Wetterprognose der Kontrollläufe als mäßig hoch zu bewerten und schwächt sich darüber hinaus in den nur leicht erhöhten Bereich ab. Das spricht zum einen für die Hochdruckdominanz und zum anderen für eine mancherorts längere trockene Phase. Ein allumfassendes Sommerhoch wird aber auch von den Kontrollläufen - zum aktuellen Stand - nicht gestützt.

Warm ja, stabiles Sommerwetter nein
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: warm ja, stabiles Sommerwetter nein
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Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
9. August +15 bis
+25 Grad
+20 bis
+22 Grad
13. August +15 bis
+34 Grad
+22 bis
+24 Grad
18. August +14 bis
+33 Grad
+21 bis
+23 Grad
Diagramm Temperaturen August 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +9,79 +0,75 -0,48 610 l/m² - zu nass
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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