Aufgrund der trockenen Wetterperiode seit Dezember wird uns in den letzten Tagen häufiger die Frage gestellt, ob und was das denn für Wetter im Frühling und Sommer nach sich ziehen kann. Extrem trocken war der Dezember, welcher gerade einmal zu 35 Prozent seines Niederschlagssolls erreichte. Die Niederschlagssituation konnte sich im Januar etwas erholen, erreichte sein Niederschlagssoll aber trotzdem nur zu 75 Prozent. Der Februar 2017 schickt sich aber nun mit der Hochdruckdominanz an, es dem Dezember mit einer deutlichen Abweichung vom Sollwert gleichzutun.

Trockener Winter: historischer Tiefststand beim Grundwasserspiegel

Der fehlende Niederschlag bleibt nicht ohne Folgen. So verzeichnen zahlreiche Flüsse Niedrigwasser und über Süddeutschland erreichte der Grundwasserspiegel einen seit 1913 historischen Tiefststand (s. SWR: "Hoffen auf viele Wochen Sauwetter"). Die Lage für die Trinkwasserversorgung ist nicht als kritisch einzustufen, könnte aber auf anderen Ebenen zum Problem werden, z.B. wenn der Frühling und Sommer ebenfalls zu trocken ausfallen.

Hochdruckwetterlage im Februar 2017 erinnert an 2003

Sucht man ähnliche Wetterlagen, welche eine langanhaltende Hochdruckdominanz in den letzten Jahren in einer ähnlichen Form zeigten, so muss man bis in das Jahr 2003 zurückblicken. Damals bildete sich zum 10. Februar ein Hochdrucksystem über Skandinavien aus und hatte mit Hilfe der Erhaltungsneigung dann mit Unterbrechungen eine Omnipräsenz bis Ende März. Das Jahr 2003 wird aber vielen unter Ihnen noch aus einem anderen Grund in Erinnerung geblieben sein - es war der Hitzesommer, welcher in Europa zu zahlreichen Schäden führte. Zwar gibt es in 2017 Parallelen zu 2003, aber das Wetter hält sich nicht an vergangene Abläufe. Dann wäre die Wettervorhersage auch zu einfach.

Auswirkungen des trockenen Winters auf den Frühling und Sommer?

Was aber kann das für Auswirkungen auf das Wetter im Frühling und Sommer 2017 haben? Zwei Möglichkeiten zeichnen sich zum heutigen Stand als mögliche Varianten ab: zu trocken und zu warm oder zu nass und normal bis leicht zu kalt. Wie ist das zu begründen? Zum einen gibt es die Erhaltungsneigung, welche bis weit in den Frühling hinein die Hochdruckdominanz begünstigen kann. In weiterer Abfolge kann dann aber das Ausgleichsverhalten einsetzen, was die Niederschlagsperiode in den Sommer verlegen kann. Viel Niederschlag würde gleichbedeutend mit vielen Wolken und weniger Sonnenschein sein, was wiederum die Temperaturen auf einem niedrigeren Niveau halten könnte. Was ist das Ausgleichsverhalten die Erhaltungsneigung? Stark vereinfacht formuliert folgt auf einer längere trockene Periode eine zu Nasse und umgekehrt.

In der anderen Variante zeigt sich - ähnlich wie in 2003 - eine signifikante Auffälligkeit von Hochdrucksystemen, welche ihren Kern über Skandinavien positionieren können. Dieses Wiederholungsmuster - mit teils längeren Unterbrechungen - könnte sich durchaus bis in den Sommer fortsetzen, was ein langlebiges Hochdrucksystem über Mitteleuropa nicht ausschließen lässt. In Folge dieser Entwicklung wäre dann mit einem zu warmen und zu trockenen Sommer zu rechnen, wobei das Frühjahr Streckenweise auch zu nass ausfallen könnte. Und in dem Fall, dass der Sommer 2017 zu trocken ausfallen könnte, wäre der aktuell niedrige Grundwasserspiegel tatsächlich ein Problem. Kleinere Flüsse könnten dann ohne Wasser sein.

Langfristmodelle berechnet für den Frühling und Sommer unterschiedliche Varianten mit der Tendenz zu warm auszufallen

Das Langfristmodell CFSv2 berechnet die Frühlings- und auch Sommermonate bis Juli mit einer Abweichung von -0,5/+1 Grad normal mit dem Trend leicht zu warm auszufallen. In der Niederschlagsentwicklung zeigen sich keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert, lediglich der Trend zeigt sich im Juni und Juli leicht negativ. Das Jahreszeitenmodell des DWD berechnet die Monate von März bis Juni mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad im zu warmen Bereich. Das Langfristmodell der NASA berechnet die Monate März und April deutlich zu warm, dann aber von Mai bis Juli nur noch leicht zu warm. Das IRI Langfristmodell berechnet wie das Langfristmodell des METOffice die Monate von März bis Juli mit einer Wahrscheinlichkeit von 40-70 Prozent zu warm.

Statistisch werden die Sommer immer wärmer

Dass das Wetter im Frühling und Sommer 2017 mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu warm ausfallen könnte, hat auch einen signifikant statistischen Hintergrund. Denn im Rückblick auf die Sommer der letzten 20 Jahre zeigte sich eine deutliche Entwicklung: sowohl der Frühling als auch der Sommer wurden zunehmend wärmer (Grafik Frühling | Grafik Sommer). Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass letztmalig vor 20 Jahren - im Jahre 1996 - der vieljährig durchschnittliche Wert von +16,3 Grad unterschritten wurde. Anders formuliert - das Wetter der Sommer der letzten 20 Jahre war gegenüber dem Vergleichszeitraum der Jahre 1961-1990 stets zu warm.

In Regelmäßigen Abständen werden diese Wettertrends für das Wetter im Frühling und Sommer 2017 erneuert und ergänzt - zunächst unregelmäßig und ab dem 20. Februar erfolgt eine tägliche Aktualisierung in Form von Wettertrends, Wetterprognosen bis hin zu Wettervorhersagen.

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