Die kommende Wetterlage bleibt komplex, da sie weiterhin nicht dem "normalen" Zirkulationsmuster entspricht. Der "Unsicherheitsfaktor" ist ein Hochdrucksystem mit Kern über England, dessen Verschiebung nach Westen oder Osten in Deutschland andere Wetterverhältnisse zur Folge hätte, welche im wesentlichen einer sommerlich warmen und trockenen (Hochdruck Mitteleuropa) oder einer mäßig warmen und teils wechselhaften Wetterlage entspricht. Eine Entscheidung, wie sich die Großwetterlage für das letzte Juni-Drittel entwickeln könnte, kann bereits am kommenden Wochenende bevorstehen. So simuliert das amerikanische Wettermodell eine Verlagerung der Hochdruckachse bei England von Südwest nach Nordost auf Südost nach Nordwest, so dass auf dessen Nordostseite über Skandinavien Tiefdrucksysteme "abrutschen" können. In Folge daraus wird das Wetter über der Nordhälfte wechselhafter und kühler, während im Süden die Hochdruckachse noch das Wetter beeinflussen kann, so dass es dort weitgehend trocken und warm bleiben kann. Geht es nach dem europäischen Wettermodell, so bleibt die Hochdruckachse in einer Südwest - Nordwestposition, zieht sich aber ab dem 18./19. Juni weiter nach Westen zurück, so dass das Wetter in Deutschland auch demnach von einem Tiefdrucksystem über Skandinavien und nördlichen Winden beeinflusst werden kann. Im Grunde beschreiben die Wettermodelle die Eingangs beschriebene komplexe Situation. Anders ausgedrückt ist die Wahrscheinlichkeiten für ein "normales" (gegenüber der langjährigen Mitteltemperatur) Sommerwetter im Zeitraum zwischen dem 18./23. Juni gegenüber anderen möglichen Varianten deutlich höher einzustufen. Darüber hinaus deutet sich ein leicht positiver Temperaturtrend ab. So zeigen die Kontrollläufe am 24. Juni ein Temperaturspektrum von +13/+29 Grad, bei einem Mittelwert von +17 Grad im Norden und +23 Grad im Süden. Was sind die anderen Varianten? Damit eine wärmere Wetterlage möglich ist, muss das Hoch nach Osten verfrachtet werden, so dass die Grundströmung von Nord auf Süd drehen kann. Hierfür ist aber ein Tiefdruckkomplex vor Mitteleuropa notwendig, welches derzeit in den Simulationen der Wettermodelle nur bedingt zu erkennen ist. Eine andere Variante besteht in einer nördlich verlagerten Hochdruckposition (Skandinavien/Island), so dass mit tiefen Luftdruck über dem Mittelmeerraum warme Luftmassen aus östlichen bis südöstlichen Richtungen nach Deutschland gelangen können. In Verhältnissen zueinander ausgedrückt stehen die Wahrscheinlichkeiten im Zeitraum zwischen dem 18./25. Juni für normales Sommerwetter bei 45 Prozent, für kühles und wechselhaftes Sommerwetter bei 23 Prozent und heißes und trockenes Sommerwetter bei 32 Prozent.

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