Das Weihnachtswetter: Wild, mild und weiß?

| M. Hoffmann
Verbreitet grüne, doch sind weiße Weihnachten  über dem Norden nicht auszuschließen

Weiße Weihnachten sind und blieben nicht auszuschließen, doch beschränkt sich der Radius auf einen immer kleiner werdenden Raum. Wo also ist mit Schnee zum Fest zu rechnen?

Sonnenschein. Der Wind dreht heute auf nördliche Richtungen und führt trockene Luftmassen nach Deutschland. Die Wolkendecke löst sich auf und die verbreitet vorhandenen Nebel- und Hochnebelfelder bekommen zum Nachmittag Lücken. Die Sonne kommt häufiger und für einen längeren Zeitraum zum Vorschein. Im Schwerpunkt über dem Süden und dem Osten kann sich der Nebel auch den ganzen Tag über behaupten. Die Temperaturen gehen auf +1 bis +5 Grad zurück und über dem Westen können bis +8 Grad erreicht werden.

Nach Nebelauflösung ein sonniger Dezembertag

Über dem Norden von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ziehen am 21. Dezember Wolkenfelder vorüber und können für etwas Sprüh- oder Nieselregen sorgen. Sonst scheint nach Nebelauflösung verbreitet die Sonne von einem blauen Himmel auf Deutschland herab. Der Wind kommt schwach aus unterschiedlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen über dem Süden und Osten -1 bis +3 Grad und über dem West und Norden sind +0 bis +5 Grad zu erwarten.

Wolkenaufzug

Die Wolken werden am 22. Dezember zahlreicher vertreten sein und sorgen zusammen mit den Nebel- und Hochnebelfeldern für eine trübe Stimmung. Etwas Sprühregen ist über dem Norden zu erwarten, der über Mecklenburg-Vorpommern auch als Schneegriesel niedergehen kann, sonst bleibt es trocken. Der Wind kommt schwach aus unterschiedlichen Richtungen und die Temperaturen erreichen -2 bis +2 Grad und über dem Norden und Westen sind bis +4 Grad möglich. Oberhalb etwa 400 bis 600 Meter stellt sich Dauerfrost ein.

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Etwas Schneefall möglich

Die Wolken sind auch am 23. Dezember über Deutschland zahlreich vertreten. Sonnige Momente sind bei schwachen Windbewegungen aus südlichen Richtungen nicht zu erwarten. Nördlich der Linie von Köln und Berlin ist mit geringfügigem Niederschlag zu rechnen, der bei Temperaturen von -1 bis +3 Grad teils als Schnee, teils aber auch als Schneeregen oder Regen niedergehen kann. Weiter nach Süden bleibt es bei Temperaturen von +0 bis +5 Grad trocken.

Weihnachtsprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Weiße Weihnachten über dem Norden?

Nach der Wetterprognose der Amerikaner setzt sich über Weihnachten die atlantische Frontalzone über Deutschland durch und sorgt mit einem kräftigen und über exponierten Lagen stürmischen Wind für einen turbulenten Wettercharakter.

An Heiligabend ist nicht mit Sonnenschein zu rechnen, dafür mit zeitweiligem Niederschlag und einer bis über dem Norden durchgreifenden Milderung. Die Temperaturen steigen bis zum Nachmittag auf +4 bis +8 Grad an und der Niederschlag ist in flüssiger Form zu erwarten.

In der Nacht auf den 1. Weihnachtsfeiertag dehnen sich über dem Norden kalte Luftmassen aus und treffen entlang einer Linie von Münster und Berlin auf die warmen Luftmassen über dem Süden. Diese Luftmassengrenze überdauert die Weihnachtsfeiertage, sodass an beiden Tagen nördlich dieser Linie mit Schneefall zu rechnen ist. Entlang der Luftmassengrenze geht der Niederschlag in Schneeregen oder Nassschnee über. Noch etwas weiter nach Süden geht der Niederschlag in Regen über und südlich der Linie vom Saarland und Sachsen bleibt es trocken.

Die Temperaturen erreichen über weite Teile von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern -1 bis +1 Grad und nach Süden sind +4 bis +8 Grad möglich. Der Wind kommt über dem Norden aus nördlichen und über dem Süden aus südlichen Richtungen. Der Wind frischt phasenweise böig auf und kann über den Küstenregionen und den exponierten Lagen zu stürmischen Windböen führen. Bis zum 2. Weihnachtsfeiertag können über dem Norden so Neuschneemengen von 5 bis 15 und örtlich bis 30 cm zusammenkommen.

Weihnachtswetter nach dem europäischen Wettermodell: Luftmassengrenze möglich

Die Wetterprognose der Europäer geht in eine ähnliche Richtung, nur mit dem Unterschied, dass die Luftmassengrenze weiter nach Nordosten verschoben ist und Teile von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin in den Genuss einer weißen Weihnacht kommen könnten.

An Heiligabend ist es für Schneefall über ganz Deutschland mit Temperaturen von +4 bis +8 Grad zu mild. Über dem Südwesten können bis +10 Grad möglich sein, während es über dem Nordosten mit +1 bis +3 Grad kühler bleiben kann. Tagsüber ist mit leichtem Niederschlag zu rechnen, der sich zum Abend südlich der Linie vom Saarland und Nürnberg intensiviert, sich aber nicht sonderlich nach Norden ausdehnt.

Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag ist über ganz Deutschland mit zeitweiligen - meist leichtem - Niederschlag zu rechnen, der bei Temperaturen von +4 bis +8 Grad überwiegend als Regen niedergehen kann. Kühler bleibt es mit-2 bis +2 Grad nördlich der Linie von Rostock und Berlin, wo der Niederschlag auch in Form von Schnee niedergehen und mit 1 bis 5 cm für eine weiße Weihnacht sorgen kann.

Der Wind kommt kräftig und über exponierten Lagen und den Küstenregionen am Heiligabend stürmisch aus südwestlichen Richtungen. Am 1. Weihnachtsfeiertag sind über den höher liegenden Regionen südlich einer Linie von Münster und Berlin stürmische Windböen möglich.

Links die Luftmassengrenze nach den Europäern und rechts die nach dem amerikanischen Wettermodell
Links die Luftmassengrenze nach den Europäern und rechts die nach dem amerikanischen Wettermodell
© www.meteociel.fr

Ob sich der Winter nach Weihnachten über ganz Deutschland durchsetzen kann, erläutern wir gegen 13:00 Uhr in einer Aktualisierung der Wetterprognose zum Wetter Winter 2021/2022, die heute Abend gegen 20:15 Uhr nochmals aktualisiert wird.

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +11,7 +2,3 +1,3 546,5 l/m² - zu trocken
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