Der erste Herbststurm kündigt sich für das kommende Wochenende an und sorgt für einen Wetterumschwung. Doch wie nachhaltig dieser sein kann, hängt vor allem davon ab, wie sich das Hochdrucksystem wird verhalten können.

Ein Tiefdrucksystem nach dem anderen steuert von Neufundland über Island in Richtung Skandinavien und führt in den kommenden Stunden auf der Vorderseite sehr warme - teils hochsommerlich heiße - Luftmassen nach Deutschland. Werte von bis zu +30 Grad und darüber hinaus sind in manchen Regionen nicht auszuschließen, doch größtenteils werden mit +24 bis +28 Grad sommerliche Werte erreicht.
Zum Wochenende aber zeigt das stete Anrennen der Tiefdrucksysteme Wirkung und es geht Schlag auf Schlag. Das erste Sturmtief erreicht Deutschland am Freitag und sorgt mit einem Temperatursturz für frühherbstliche Temperaturen. Am Samstag beruhigt sich das Wetter, bevor zum Sonntag ein sog. Schnellläufer Deutschland erreichen kann. Stürmische bis orkanartige Windböen sind zum aktuellen Stand nicht auszuschließen, aber noch in Frage zu stellen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September.

Der erste Sturm im Herbst 2018?

Da es sich um ein sehr dynamischen Wettervorgang handelt, sind in den Details noch Veränderungen zu erwarten, vor allem bei diesen Randtiefentwicklungen sind die Unsicherheiten als sehr hoch einzustufen. Das amerikanische Prognosemodell berechnet den Schnellläufer in seiner Vorhersage seit ein paar Tagen, während das europäische Wettermodell in seiner Prognose diese Randtiefentwicklung überhaupt nicht berücksichtigt. Kurzum ist am Sonntag entweder ein schwacher bis mäßiger, oder ein stürmischer Wind mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h möglich.

Erfahrungsgemäß übertreibt es das amerikanische Wettermodell gerne einmal und passt sich nach und nach einer gemäßigten Variante an. Man wird die kommenden Stunden noch abwarten müssen. Als weitgehend gesichert gilt der starke bis stürmische Wind am kommenden Freitag.

Stürmische Herbst-Winde zum kommenden Wochenende?
Stürmische Herbst-Winde zum kommenden Wochenende?

Amerikanisches Prognosemodell: Das Wetter im Wandel

Die Tiefdruckaktivität zeigt Wirkung und lässt den Wettercharakter im Zeitraum vom 21. bis 26. September unbeständiger und auch frühherbstlich kühl ausfallen. Im Zeitraum vom 26. bis 29. September bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik hoch, schwächt sich aber über dem östlichen Skandinavien ab.

Dadurch ergibt sich für das Azorenhoch die Möglichkeit, sich mit Hilfe eines Hochdruckkeils nach Nordosten - quer über Deutschland, Österreich und der Schweiz - bis über das westliche Russland auszudehnen und die atlantische Frontalzone zu blockieren. Sollte sich diese Vorhersage durchsetzen können, so wäre mit einem spätsommerlich warmen Septemberausklang zu rechnen.

Vorhersage Anfang Oktober 2018: Klappt das mit dem Herbst?

Die atlantische Frontalzone lässt nicht locker und schiebt sich in den ersten Oktober-Tagen mit einer von Nordwest nach Südost verlaufenden Tiefdruckachse weiter in Richtung Mitteleuropa und drückt die Hochdruckzone nach Norden weg. Der Wettercharakter wäre im Zeitraum vom 1. bis 3. Oktober nach dieser Prognose als sehr unbeständig und mit Temperaturen von +11 bis +16 Grad als herbstlich kühl zu bewerten.

Polarwirbelberechnung Oktober

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Eine herbstlich kühle Wetterlage zum Start in den Oktober 2018 © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Hoch Mitteleuropa?

Geht es nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells, so ist dies seit Tagen konträr zu den Berechnungen des amerikanischen Vorhersagemodells. Zwar zeigt die Tiefdruckaktivität vom Wochenende auch hier seine Wirkung, doch nachfolgend rückt der Keil des Azorenhochs nach und positioniert sich zum 26. September in autarker Formation direkt über Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Gleichzeitig festigt sich über den Azoren ein - für dortige Verhältnisse - kräftiger Tiefdruckwirbel, während über dem östlichen Europa herbstlich frische Luftmassen nach Süden strömen können. Das Hochdrucksystem steckt quasi fest und würde gerne nach Norden ausweichen, dort versperren aber die Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone den Weg. Vereinfacht ausgedrückt hat diese Konstellation eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Wettercharakter über Deutschland, welcher umgangssprachlich auch als goldener Oktober bezeichnet wird.

Polarwirbelberechnung Oktober

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Autarkes Hochdrucksystem über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Wettertrend Kontrollläufe: Normale Wetterverhältnisse

Geht es nach dem Wettertrend der Kontrollläufe, so stehen ein paar ereignisreiche Wettertage bevor. Zunächst einmal die hochsommerliche Hitzephase bis zum 21. September. Anschließend der Temperatursturz von 10 bis 14 Grad.

Mit dem markanten Rückgang der Temperaturen zeigt sich im Zeitraum vom 22. bis 26. September eine mäßig erhöhte Niederschlagsneigung, welche bis in den Oktober in den schwachen Bereich absinkt.

Das Temperaturspektrum liegt am 25. September zwischen +10 bis +23 Grad (Mittelwert: +14 bis +15 Grad) und im Zeitraum vom 1. bis 3. Oktober zwischen +10 bis +27 Grad (Mittelwert: +15 bis +16 Grad). Die Mittelwerte entsprechen Anfang Oktober dem langjährigen Mittelwert.

In der Zusammenfassung scheint eine Hochdruckwetterlage Ende September bis in den Oktober hinein reichend eine plausible und auch wahrscheinliche Wetterentwicklung zu sein. Sommerliche oder gar hochsommerlich heiße Werte spielen in den Kontrollläufen nach dem 21. September keine Rolle mehr.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 18.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Langfristmodelle: Oktober-Bewertung noch unterschiedlich

  • Das Langfristmodell der NASA berechnet das Wetter im Oktober 2018 in seinem aktuellen Wettertrend mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert weitgehend normal.
  • Das CFSv2 Prognosemodell simuliert den Oktobermonat mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad und im Trend von bis +2 Grad gegenüber den vieljährigen Durchschnittswert zu warm.
  • Das europäische Langfristmodell berechnet in seinem Wettertrend das Oktoberwetter mit einer Abweichung von 0 bis +1 Grad normal und im Trend leicht zu warm.

Die Gemeinsamkeiten der Vorhersage der Langfristmodelle liegt in einem gemäßigten und im Trend zu warmen Oktober. Im Niederschlagsverhalten geht der Trend zu einem leicht zu trockenen Herbstmonat.

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