Nach dem Sturm über Norddeutschland beruhigt sich das Wetter mit einem nachfolgenden Hochdrucksystem ab dem 27. Dezember rasch und zähe Nebel- und Hochnebelfelder können sich über Deutschland ausbreiten. Dort, wo sich die Nebelfelder tagsüber nicht auflösen können, sind zumeist Werte zwischen +0/+3 Grad zu erwarten, während mit Sonnenschein +3/+7 Grad erreicht werden können. Die größten Chancen auf Sonnenschein haben die Gebiete über dem Westen, Südwesten und die höher gelegenen Regionen ab ca. 600-800 Meter. In der Silvesternacht leicht erhöhte Niederschlagsneigung über Norddeutschland, sonst ist weiterhin mit Nebel- und Hochnebel zur rechnen. Wind ist zum heutigen Stand in der Silvesternacht nicht zu erwarten und die Temperaturen können auf -5/0 Grad absinken. Lediglich über dem Norden kann mit Hilfe der starken Bewölkung die Silvesternacht mit +0/+4 Grad im frostfreien Bereich bleiben.

Erscheint manchem das Wetter in den kommenden Tagen über Deutschland als relativ langweilig, so passieren draußen auf dem Atlantik spannende Entwicklungen, welche das Wetter zum Jahreswechsel über Deutschland nachhaltig verändern können - es scheint ganz so, als ob die Tage der "Betonhochdrucklagen" gezählt sind. Die weitere Wetterentwicklung hängt aber ganz entscheidend davon ab, wie sich ein Hochdrucksystem auf dem Atlantik positioniert und wie nachhaltig dieses sich dort gegen den Ansturm der Tiefdrucksysteme von Neufundland aus kommend behaupten kann. So verwundert es nicht, dass die Wettermodelle sich im Zeitraum vom 1./4. Januar zunehmend differenzieren.

Das amerikanische Wettermodell berechnet am 1. Januar ein Hochdrucksystem auf dem Atlantik, welches sich von den Azoren bis über Island und Grönland erstrecken kann. Auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems können bis zum 4. Januar kältere Luftmassen nach Deutschland geführt werden, was die Temperaturen vom 2./4. Januar verbreitet in den Dauerfrostbereich absinken lassen könnte. Allerdings kippt das Hochdrucksystem mit einer zunächst von Süd nach Nord verlaufenden Hochdruckachse auf eine von West nach Ost verlaufenden Achse direkt über Mitteleuropa weg, was im Zeitraum zwischen dem 1./2. Januar Niederschläge wahrscheinlich macht, ob es aber für Schnee bis in tiefere Lagen reichen wird, kann nach diesen Berechnungen zum heutigen Stand nicht geklärt werden. Anders die Situation ab den mittleren Lagen - dort sind Schneefälle am 2. und 3. Januar durchaus wahrscheinlich.

Anders die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Demnach baut sich im Zeitraum vom 1./4. Januar ein Hochdrucksystem über dem östlichen Kanada und ein weiteres zwischen Portugal, Island und Grönland auf. Dazwischen "sitzt" die Wetteraktivität mit einem sich stark meridionalisierendem Zirkulationsmuster zwischen den Azoren und Neufundland fest. Gleichzeitig tropfen von Skandinavien aus Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa ab, was den Winter im Zeitraum vom 3./4. Januar nach Deutschland mit viel Schnee und frostigen Temperaturen nach Deutschland bringen könnte.

Bereits in den letzten Tagen zeichnete sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine kältere Temperaturphase in den ersten Januar-Tagen ab, welche sich heute mehr oder minder nach beiden Wettermodellen bestätigt, wenngleich die Großwetterlagen gänzlich unterschiedlich interpretiert werden. Die Kontrollläufe weisen im Zeitraum vom 1./4. Januar ein breites Entwicklungsspektrum der Temperaturen auf. So liegt das Temperaturspektrum am 1. Januar zwischen +1/+6 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Westen, sonst bei +2 Grad) und am 4. Januar zwischen -8/+8 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Norden, +2 Grad über dem Westen und -2/-1 Grad über dem Süden und Osten). Warum ist der Mittelwert über dem Süden und Osten tiefer als über dem Westen und Norden? Das liegt in den Varianten der Grundströmung, bei der die kälteren Luftmassen von der Nord- und Ostsee angewärmt werden und sich erst im Landesinneren wieder abkühlen können.

Mit anderen Worten ist ein sich im Zeitraum vom 1./4. Januar durchsetzender Wintereinbruch mit Dauerfrost über dem Süden und Osten im auch heute die wahrscheinlichste Variante - über dem Westen und Norden muss abgewartet werden, welche der Simulationen der Wettermodelle sich durchsetzen wird. Ob sich heute Nachmittag die Simulationen der Wettermodelle annähern können und welche Konsequenzen das für das Winterwetter haben kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend Winter 2017.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!