Bis zum 20. Januar berechnen beide Wettermodelle frostige Tageswerte. Im Zeitraum vom 20./23. Januar zeigt sich nach beiden Wettermodellen eine langsame Milderung, was nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells zu leichten Plusgraden und nach den Simulationen des amerikanischen Wettermodells noch für weitgehend leichten Dauerfrost ausreichend sein kann. In den Nächten ist jeweils mäßiger und bei Aufklaren und über Schnee auch strenger Frost von bis zu unter -10 Grad möglich.

Vom 23./26. Januar zeigt sich nach beiden Wettermodellen ein höherer Einfluss der atlantischen Tiefdrucksysteme, welche sich zunächst einmal Vorderseitig mit milderen Luftmassen und nachfolgend auch einer höheren Niederschlagserwartung bemerkbar machen können. So bestätigte sich heute Nachmittag und auch heute Abend die Milderung im Verlauf des letzten Januar-Drittels. Denn nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells folgt bis Ende Januar eine aktiv-dynamische Westwindzirkulation nach, was für Tauwetter bis in höhere Lagen sorgen kann.

Die Kontrollläufe bestätigen die Milderung - zunächst im Zeitraum vom 20./24. Januar nur sehr zögerlich, vom 25./31. Januar dann aber relativ zügig und auch deutlich. So liegt das Temperaturspektrum am 24. Januar zwischen -4/+4 Grad (Mittelwert: +2 Grad über dem Westen, +1 Grad über dem Norden und Süden und -2 Grad über dem Osten) und am 31. Januar zwischen -1/+12 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Osten, sonst zwischen +6/+7 Grad).

Das seit Tagen simulierte Major-Warming in Stratosphärenhöhe sollte die wahrscheinliche Milderung im letzten Januar-Drittel nicht mehr beeinflussen können, dafür könnte aber die Wetterentwicklung Ende Januar/Anfang Februar maßgeblich davon beeinflusst werden, was wir bereits in den letzten Tagen ausführlich erläutert haben. Die Berechnungen der zonalen Wind in Stratosphärenhöhe zeigen jedenfalls eine deutliche Abschwächung der Windgeschwindigkeiten von knapp 200 km/h auf rund 35 km/h - interessant wird es ab einer Umkehr der Windrichtung von West-Ost auf Ost-West, was sich in den heutigen Berechnungen aber noch nicht zeigt. Der AO- und auch NAO-Index zeigen im Mittel eine neutrale Entwicklung. Mit anderen Worten ist bis zum Ende des Winter wohl kaum mehr mit einem intakten Polarwirbel zu rechnen - vielmehr steigt im Februar die Wahrscheinlichkeit für stärkere Wellenbewegungen entlang der Polarfront an (Trogwetterlagen, bzw. meridionale Strömungsmuster ´damit wahrscheinlicher).

Das Langfristmodell berechnet den Februar mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Das Langfristmodell der NASA berechnet den Februar mit einer Abweichung von -0,25/-2 Grad aber im zu kalten Bereich. Spielräume für eine Verlängerung, bzw. Rückkehr des Winters im Februar sind somit gegeben.

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