Nach einem nasskalten Wochenverlauf nimmt der Wind am kommenden Wochenende zu, dreht auf südwestliche bis westliche Richtungen und führt deutlich mildere Luftmassen heran. So steigen die Temperaturen bei einem über dem Norden unbeständigen und windigen Wettercharakter verbreitet auf +7/+11 Grad und können örtlich auch noch darüber liegen - soweit sind sich beide Wettermodelle einig (s. Wettervorhersage Februar).

Darüber hinaus sind weiterhin drei Wetterentwicklungen wahrscheinlich, wenngleich eine Variante zwischenzeitlich deutlich weniger Chancen hat sich durchzusetzen.

In der ersten Variante ergibt sich eine aktiv-dynamische Westwetterlage mit einem Zentraltief zwischen Island und Skandinavien, bei der Deutschland in den Einflussbereich der südlichen Tiefdruckgradienten gelangen kann. Die Temperaturen wären relativ mild und die Niederschläge können bei teils stürmischen Böen überwiegend in flüssiger Form niedergehen, während auf der kühleren Rückseite eines abziehenden Tiefdruckausläufers durchaus der eine oder andere Schnee-, Schneeregen oder Graupelschauer nicht auszuschließen wäre. Die Variante der Westwetterlage wird aktuell weniger unterstützt wie noch vor ein paar Tagen und hat zwischenzeitlich eine geringere Eintreffwahrscheinlichkeit im letzten Februar-Drittel.

In den beiden anderen Varianten ergibt sich im Ergebnis eine nasskalte Wetterlage, welche zum aus einem Cut-Off Prozess (Trogansatz) entstehen kann (ähnlich der aktuellen Wetterlage), oder aus einer klassischen Nordwestwetterlage, bei der über dem östlichen Gradienten des Hochdrucksystems auf dem Atlantik die Tiefdrucksysteme über Mitteleuropa von Nordwest nach Südost "abrutschen" können. Schneefall wäre ab den mittleren Lagen möglich und in höheren Lagen wahrscheinlich.

Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum zwischen dem 23./29. Februar mehrheitlich eine nasskalte Temperaturtendenz, bei der in tieferen Lagen die Tageswerte zwischen +1/+6 Grad und in höheren Lagen zwischen -2/+3 Grad liegen können. Die Niederschlagsneigung wird Anfangs schwach und zwischen dem 26./29. Februar mit einer ansteigenden Tendenz simuliert. Die nächste Aktualisierung erfolgt an dieser Stelle heute Abend gegen 21:00 Uhr mit einem kleinen Update der Wettervorhersage Winter.
Aktualisierung:
In den letzten Simulationen bestätigte sich vor allem eines: eine Westwetterlage wird im letzten Februar-Drittel zunehmend unwahrscheinlicher. Die Wettermodelle lassen zwar eine kurzzeitige Westwetterlage mit Potential für Starkwindereignisse im Zeitraum 20./22. Februar zu, bei der es - je nach Simulation - auch deutlich wärmer werden kann, allerdings fehlt die weitere Unterstützung für eine nachhaltiger Westwindwetterlage. Der Grund hierfür ist das weit nach Norden "verschobene" Azorenhoch, welches auf seinen östlichen Gradienten zum einen die Nordwestwetterlage und zum anderen einen erneuten Cut-Off Prozess mit Trogansatz zulassen kann. In Folge daraus ist das Zirkulationsmuster nordwestlich bis nördlich orientiert, was jedoch (noch) nicht mit einer winterlichen Großwetterlage gleichzusetzen ist. Stattdessen ist vielmehr in den letzten Winter-Tagen mit einer nasskalten Witterung in tieferen Lagen mit einem erhöhten Potential für winterliche Wetterphasen ab den mittleren Lagen zu rechnen. Wie gesichert ist das? Geht es nach den Kontrollläufen, so bleibt der Entwicklungsspielraum zwischen nasskalten und auch milden Varianten erhalten. Schaut man auf das Temperaturspektrum, so können bspw. am 25. Februar Tageswerte zwischen -1/+10 Grad bei einem Mittelwert von +4/+5 Grad erreicht werden. Wie wahrscheinlich wäre ein Wintereinbruch bis in tiefere Lagen? Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) liegen am 24. Februar bei 0/40/60 und am 29. Februar bei 5/25/70 und weisen ein nur sehr geringes Potential für eine winterliche Wetterentwicklung aus. Interessant ist die Entwicklung des AO-Index, welcher im Verlauf des letzten Februar-Drittels nochmals deutlich negativ berechnet wird und auf eine Instabilität des Polarwirbels hindeutet. Schaut man auf die Simulationen des Polarwirbels, so erkennt man deutliche Störeinflüsse der Hochdrucksysteme über Sibirien, Alaska, Grönland und Azoren auf den Polarwirbel und somit durchaus auch das Potential für einen Polarwirbelsplit aufweisen. Schaut man auf die Bodendruckkarten, so bestätigen sich die Unsicherheiten der kommenden Wetterentwicklung. Dabei liegt das Spektrum zwischen 980 hPa bis 1040 hPa und deutet die unsichere Positionierung von hohem und tiefen Luftdruck an. Vor dem Hintergrund wäre es nicht verwunderlich, wenn die Wettermodelle in den kommenden Tagen wieder etwas "sprunghafter" werden können. Wäre ein Polarwirbelsplit ungewöhnlich? Nein, und ist absolut typisch für den fortgeschrittenen Winter und zunehmend höheren Sonnenstand. Das bedeutet aber zeitgleich, dass die Tage des Winters so langsam gezählt sind.

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