Die Wellenbewegungen entlang der Polarfront bleiben im ersten Dezember-Drittel stark bis mäßig ausgeprägt. Allein aus dieser Tatsache heraus ergibt sich eine Vielzahl an möglichen Wetterszenarien im Zeitraum zwischen dem 5./10. Dezember. Der Blick auf die Wettermodelle zeigt beim amerikanischen Wettermodell ein hin und her pendelndes Hochdrucksystem zwischen dem Atlantik und England, so dass Mitteleuropa mal in den Genuss von Rückseitenwetter, mal in den Genuss einer nasskalten Nordwestwetterlage kommt. Winter im Flachland ist demnach nur in kurzen Phasen möglich, da die Dynamik der Systeme für eine rasche Abwechslung sprechen. Anders ausgedrückt bleibt es nach dem amerikanischen Wettermodell - zumindest im Flachland - eher nasskalt. Das europäische Wettermodell sieht die Wellenbewegung noch ein Stück ausgeprägter, so dass sich hier ab dem 5./7. Dezember so etwas wie eine winterliche Lage bis ins Flachland ausbilden kann - ob das nachhaltig ist, muss noch abgewartet werden. Die Kontrollläufe bestätigen im wesentlichen einen leicht negativen Temperaturtrend und eine Zunahme an Niederschlägen im Zeitraum zwischen dem 4./10. Dezember. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 6. Dezember zwischen -3/+5 Grad und der Mittelwert liegt bei +2 Grad. Der Blick auf die Höhenkarten zeigt zum 5. Dezember einen sehr weit nach Süden verschobenen Polarwirbel. So liegt der Verlauf der -72 Grad Marke in der Stratosphäre direkt über Norddeutschland, was sich zwangsläufig ein paar Tage später in tieferen Luftschichten auswirken wird. Eine "zarte" Andeutung machen die Simulationen hinsichtlich eines Minor- oder Major Warmings in der Stratosphäre, dessen mögliche Entwicklung in den kommenden Tagen genauer beobachtet werden muss. Setzt sich bspw. ein Major Warming durch, so macht sich das sehr häufig etwas Zeitversetzt im Druckunterschied zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch bemerkbar (pos. oder neg. NAO-Index). Der NAO-Index wird für das erste Dezember-Drittel jedoch noch überwiegend neutral simuliert. Der aktive Kältepol verschiebt sich im Zeitraum zwischen dem 1./3. Dezember nach Osten über die Karasee, so dass im Osten die ersten Kaltluftausbrüche bis weit nach Süden über die Ukraine, das Schwarze Meer bis in die Türkei hinunter möglich sein werden. Im weiteren Verlauf werden auch in unteren Luftschichten die kalten Luftmassen nach Osten transportiert, so dass über Mitteleuropa weiterhin abwechslungsreiches bis turbulentes Wetter zu erwarten ist. Sollte der Transport der kalten Luftmassen stattfinden, so erhöhen sich die winterlichen Optionen über Mitteleuropa, da diese oftmals über Skandinavien nach Süden hin abtropfen. Sie sehen, es gibt ein breites Spektrum an Möglichkeiten und die dynamische Wetterlage macht es den Meteorologen nicht gerade einfach einen Blick in die Zukunft zu wagen. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr eine Aktualisierung von diesem Wettertrend.
Update:
Weiterhin ist keine klare Struktur in den Simulationen. Im Trend ist zwischen dem 5./10. Dezember eine nasskalte bis in höheren Lagen winterliche Variante weiterhin wahrscheinlicher. Hochdruck wird in beiden Wettermodellen zum 2./4. September über Grönland simuliert - Ostwärtsverlagerung des aktiven Kältepols dann abgeschlossen. Temperaturspektrum am 6. Dezember zwischen -2/+5 Grad, Mittelwert +3 Grad.

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